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Rechenhilfen, Rechenmaschinen und etwas Elektronik

Hier sind alle bei mir versammelten Dinge aus Vor-Computer-Zeiten (und einige wenige neuere) aufgeführt, die mal bei uns zum Rechnen benutzt wurden (oder noch werden). Zu einigen davon ist im Netz praktisch nichts zu finden, aber ich habe inzwischen zu allen Geräten wenigstens Kurzanleitungen (z.T. musste ich mir selbst welche schreiben).
In der Sammlung kann ich lediglich die Entwicklung der Rechentechnik in der „normalen” Bevölkerung darstellen. Für eine Leibnitz'sche Rechenmaschine, eine Pascaline oder Enigma reicht mein Geld nicht, für einen Colossus oder ENIAC reichen weder Geld noch Platz. Also beschränke ich mich gezwungenermaßen auf solche Technik, die „Jedermann” (zumindest mit dem nötigen Kleingeld dafür) haben konnte.

Eine Maschine darf bei mir ruhig verändert, aufgehübscht oder umlackiert sein. Mir geht es weniger um „das was war”, sondern um das „was ist”: Mich interessiert vor allem das faszinierende Zusammenspiel der Schieber, Tasten, Hebelchen, Zahnräder und Kurbeln, das irgendwie ... hmmm, sagen wir „satte” Gefühl, wenn alles auch nach einem halben Jahrhundert immer noch sauber läuft und korrekte Werte anzeigt. Das kann möglicherweise nur nachvollziehen, wer selbst mal die Kurbel dreht und die Mechanik hört, sieht und vor allem auch spürt.

Als Nebensapekt verfolge ich gerne nach, was damals wirtschaftlich gelaufen ist: Wie teuer waren die Maschinen, wer nutzte sie, welche Hersteller waren wann und wie lange erfolgreich, was waren die Bedingungen für Erfolg oder Misserfolg? Zu den Baujahren, Produktionszeiträumen, Daten der Firmengeschichten etc. finden sich im Internet allerdings oft unterschiedliche Angaben. Ich versuche dann einzuschätzen, welchen Quellen eher zu vertrauen ist - dabei kann ich mich natürlich auch irren. Wenn jemand da (oder auch sonst) etwas besser weiß: Ich nehme gerne Infos dazu entgegen!

Die Geschichte der Rechenmaschinen ist in den USA völlig anders verlaufen als in Europa. Dort beherrschten lange die Comptometer den Markt (während sie in Europa praktisch unerschwinglich blieben), bis dann elektromechanische Halb- und Vollautomaten das Szepter übernahmen. Diese Geschichte kann ich weder nachvollziehen noch darstellen. Schwerpunkt bleibt also Europa - und da auch die handbetriebene Mechanik: Die elektrifizierten Geräte sind mir zu groß, zu schnell, zu gefährlich (Schutzisolation war früher kein großes Thema). Daher wird es hier höchstens als große Ausnahme mal ein elektromechanisches Gerät zu sehen geben - und von den elektronischen „Killern der Mechanik” auch nur diejenigen, die wirklich bei mir oder in unserer Familie benutzt wurden oder werden.

Bisher sind hier zu sehen:

  Rechenhilfen und mathematische Instrumente
Suan Pan
Siebert Rechentafeln
Aristo Rechenschieber
Tröger Rechenscheibe
Ott Planimeter
Addiermaschinen u. ä.
NCR 1652
Brunsviga A 58
Precisa 103
Olympia 192-030
 
Zahlenschieber und Kleinaddierer
Addifix-9
Triumphator KA
     
Vierspezies-Maschinen ohne klassische Sprossenräder
Badenia TH13
Numeria 7101
Nisa K5
Contex 10
 
Sprossenrad-Maschinen „Typ Odhner” (mit Einstellschiebern)
  Brunsviga 20
Rokli 7R
Schubert DRV (2x)
 
Odhner 239
Walther WSR160
   
 
Sprossenrad-Maschinen mit Tastatur:
Mesko KR-19S
Facit 1-13
Facit CM2-16
   
Elektronik:
Interton PC2008
Privileg SR54NC
Ibico 1217
Rebell Euro-Print 12
 
Genie 510
Casio fx-82SOLAR
    pinwheel.exe :)

 

Hersteller,
Name/Modell/Typ,
ggf. Seriennummer

gebaut (von - bis)
Speicherwerke (Kapazität); Funktionen Besonderheiten Zustand, Sonstiges

Suan Pan („Abakus”)

Nach den Fingern, den wohl ältesten Rechenhilfen der Menschheit, kam irgendwann das Rechnen auf Linien als erster Ansatz zur Technisierung auf. Spätestens die Sumerer kannten das Prinzip: Sie benutzten z.B. Kiesel und legten diese auf auf Linien, die sie auf Tische oder Platten ritzten oder malten.
Die Römer nannten diese Steine ganz einfach „kleiner Kieselstein” ... auf lateinisch „calculus”. Und wenn später Muscheln, Münzen oder sonstwas anstatt der Steinchen benutzt wurden blieben das „calculi” - und deshalb „kalkulieren” wir.
Die ersten „richtigen Geräte” mit fest eingebauten calculi findet man dann auch bei den Römern als „abacus”.
Vermutlich etwas nach 1000 n.Chr. (so genau weiß man es nicht, weil die erste unumstrittene Abbildung erst aus dem Jahr 1573 stammt) entwickelte sich in China dann diese Form, der Suan Pan. Ob die Idee von den Römern übernommen wurde - Handelsbeziehungen gab es schließlich - ist auch umstritten. Italienische und chinesische Historiker sehen das oft unterschiedlich.
Bis 2002 gab es in China noch verpflichtende Abakus-Prüfungen für bestimmte Buchhaltungsberufe. Immer noch gibt es im ostasiatischen Raum Spezialisten, die selbst kompliziertere Rechnungen im Handumdrehen machen und entsprechende Schnellrechner-Wettbewerbe finden statt. Auch im Alltag wird hin und wieder noch mit dem Suan Pan gearbeitet - zumeist da, wo eher nur addiert und subtrahiert werden muss, z.B. auf Märkten. Aber selbst da setzen sich die Taschenrechner inzwischen durch: Die kleinen elektronischen Teile sind durch Massenfertigung inzwischen viel billiger als ein Suan Pan und auch ungeübte Anwender kommen damit gut zurecht.

Guckst Du hier was damit alles geht!
Lotus Flower
Suan Pan

vor 1573 - heute
  • 13 Holzstäbchen und 91 Holzperlen,
    oder technisch: ein 13-stelliges Rechenregister mit direkter manueller Eingabe
  •   Neuwertig, praktisch ungebraucht,
    Anleitung aus dem Internet geladen und ausgedruckt.
     

    Siebert Rechentafeln

    Zwischen 1610 und 1614 wurden durch Chuquet, Stifel, Bürgi und vor allem Napier die Logarithmen wiederentdeckt. Von da ab bis etwa 1973 waren Logarithmentafeln ein wichtiges Rechenhilfsmittel, weil sich dadurch komplexere Rechenoperationen vereinfachen ließen. Wikipedia erklärt Funktion und Geschichte der Tafeln viel besser als ich es könnte.
    Auch wir haben die in der Schule - trotz aufkommender Taschenrechner - noch kurz benutzt, das hier ist mein Exemplar aus der Oberstufe.

    Den Schulbuchverlag Klett gibt es noch, aber Logarithmentafeln sind dort nicht mehr im Programm.
     
    Helmut Sieber / Klett-Verlag
    Mathematische Tafeln
    ISBN 3-12-716200-6

    1973 - 1976
  • Tafeln mit Primzahlen, Winkelfunktionen, Abschreibungsfaktoren, 10er-Logarithmen usw.
  • astronomische Daten, Periodensystem, physikalische Tabellen und Größen,
  • herausnehmbare Formelsammlung

  •  
    Kosmetisch schlechter, funktional guter Zustand: Schon reichlich zerfleddert, aber (auch dank des robusten Kunststoff-Umschlags) immer noch gut zu verwenden.
     

    Rechenschieber Aristo 89

    Bereits 1632 hatte William Oughtred dann die Idee, zwei gegeneinander verschiebbare logarithmische Skalen als Rechenhilfe zu benutzen - der Rechenschieber war geboren. Spätestens um 1900 waren Rechenschieber dann DAS Statussymbol schlechthin für jeden Ingenieur (so ähnlich wie das Stethoskop für Ärzte) - bis die Taschenrechner kamen...
    Nur in bestimmten Nischen werden noch spezielle Rechenschieber oder -scheiben genutzt - selbst moderne Flugzeuge haben z.B. für Notfälle noch so etwas wie eine E6B im Cockpit.
    Die komplizierte Bedienung der Rechenschieber hatte durchaus auch Vorteile. Wer den Umgang mit diesem Gerät gelernt hatte wusste stets ganz gut, was er da berechnete. Und anders als bei Taschenrechner oder Computer behielt man ein Gespür für Fehlertoleranzen - die von der Elektronik vorgetäuschte Genauigkeit (was nützen mir 11 Nachkommastellen, wenn die eingegebenen Messwerte nur auf zwei Stellen genau sind?) gab es da nicht.
    Dieser Rechenschieber von ca. 1950 ist mit knapp 16 cm winzig klein und war ein Werbegeschenk, mit dem man einen gestandenen Ingenieur eventuell beleidigt hätte. Die großen, oft bis 50 cm langen Stäbe waren wesentlich genauer abzulesen und hatten meist viele zusätzliche Skalen.

    Dennert & Pape war einer der bedeutensten deutschen Hersteller von Rechenschiebern, diese wurden unter der Marke „Aristo” vertrieben. Mitte der 70er-Jahre verdrängten die elektronischen Geräte sehr schnell die Rechenschieber. Dennert und Pape versuchte noch, durch selbst gebaute und zugekaufte Taschenrechner im Geschäft zu bleiben, aber die Konkurrenz aus Fernost war übermächtig: 1978 endete die Produktion beider Produktlinien. Heute gibt es die Marke Aristo immer noch, aber nun gehört sie der Firma GEOtec aus Österreich.

    Ein Artikel aus Spektrum der Wissenschaft
    und der Eierkoch-Rechenschieber samt den Formeln, auf denen er beruht - mit PDF zum Selbstbau!
    Rückseite
    Aristo
    Nr. 89
    Datumscode 5020

    1936 - 1977
  • Skalen: K A (B CI C) D L, hinten: (S ST T) d.h.: Kubik, Quadrat (2x), Kehrwert, Grundskala (2x), Log; hinten sin (auch für cos), sin für kleine Winkel, tan (auch für cot),
  • Lineal für cm und inch.
  • Der Benutzer musste immer wissen, wo die Kommastelle zu setzen war,
  • Sondermarkierungen auf Skala C: 1,13 (C) und 3,57 (C1) für Zylindervolumina; 3438 (r', o.Bez.) und 206255 (r'', o.Bez.) für sin und tan sehr kleiner Winkel (Quelle).
  • unter der Zunge Aufdruck: „WILHELM FISSENEWERT GÜTERSLOH Gelenkketten - Kettengetriebe”.
  • Kosmetisch guter, funktional sehr guter Zustand: Sehr geringe Gebrauchsspuren, einwandfreie Funktion.
    Originalhülle vorhanden, -anleitung nicht, daher eine allgemeine Anleitung für Rechenschieber aus dem Web geholt, auf die Skalen dieses Gerätes angepasst und nachgedruckt.
     

    Tröger Rechenscheibe

    Eine Sonderform des vorigen Prinzips ist das hier: Durch die runde Form ist das ein quasi "endloser" Rechenschieber.
    Allerdings eine recht primitive Form mit nur drei Skalen, laut Hersteller gedacht „für den Gross- und Einzelhandel aller Branchen”.
    Damit hat mein Vater bis etwa 1973 Preise und Handelsspannen berechnet, aber erst nach Juni 1968 kann er die Scheibe gekauft haben: In der Anleitung stehen 11% Mehrwertsteuer (fast halb so viel wie heute, aber damals reichte das Geld für ordentliche Schulen und Straßen).

    Die Firma Tröger begann vor 1920 (Patent ab 1904) in Mylau mit dem Bau ihrer „runden Rechenschieber”. Nach der Teilung Deutschlands wurde dann im Westen bis Ende 1974 weiter produziert. Es gibt verschiedene Modelle, das hier ist die letzte Baureihe.

     
     
    Hans Tröger
    Rechenscheibe

    ca. 1950 - 1974
  • Zwei logarithmische Skalen für Multiplikation und Division,
  • Prozentwerte, Angabe von 1 inch, 1 oz, Pi und 1 lbs.
  •   Kosmetisch guter, funktional sehr guter Zustand: leichte Gebrauchsspuren, Skalen intakt, leichtgängige Funktion.
    Originalanleitung vorhanden.
     

    Ott Planimeter

    Ein Rechenhilfsmittel der besonderen Art:
    Mit Planimetern bestimmt man Flächen, z.B. in Landkarten, in technischen Zeichnungen oder auch in der Lederindustrie. Planimeter gibt es in verschiedenen Arten, eine davon ist dieses Polarplanimeter.
    Man stellt die Armlänge auf den Kartenmaßstab ein, setzt die Spitze auf einen beliebigen Punkt am Rand der zu messenden Fläche, liest den Wert der Skala ab (oder stellt auf Null), führt die Spitze einmal möglichst exakt um diesen Rand und liest den Wert wieder ab. Mit einer kleinen Korrekturrechnung (die Angaben dazu stehen im Etui des Geräts) hat man schnell die Fläche ermittelt - hier im Bild die Fläche des Plattensees (übrigens 594 km²). Die Genauigkeit des Gerätes ist bei größeren Flächen meist höher als die der Zeichnung.

    Dieses Planimeter wurde (vermutlich irgendwann in den 50er- oder 60er-Jahren) von der Firma A.Ott aus Kempten gebaut. Die Firma gibt es noch, sie gehört seit 2002 einer „Heuschrecke” und baut keine Planimeter mehr, sondern Messgeräte für Wasserwirtschaft und Meteorologie. Doch auch heute noch werden anderswo Planimeter (z.B. hier) hergestellt.

    Weitere Infos
     
    A.Ott
    Modell ???
    No.55425

  • 2 Noniusskalen an Arm und Messrad, zusätzliche Skala für Anzahl der Messraddrehungen.

  • mit Kalibrierungslineal und Ersatzspitzen.
  • Kosmetisch schlechter, funktional sehr guter Zustand: Schwarze Farbe überall sehr stark abgestoßen, oberer Spitzenabschluss abgebrochen (kein Funktionsverlust), alle Skalen einwandfrei.
    Etui intakt und ebenfalls stark abgestoßen, Anleitung nachgedruckt - im Internet gab es die Originalanleitung als PDF.
     

    NCR Registrierkasse 1652

    Das hier rechnet auch - wenn auch nur Tagessummen. Weil sie definitiv nur addieren kann, ist das also eine „Einspezies-Maschine”.
    Diese Kasse fand mein Vater vor, als er 1972 ein Ladengeschäft in Frankfurt übernahm. Einige Monate tat sie dann noch ihren Dienst, dann kam eine „modernere” Registrierkasse und sie wanderte in den Keller.
    Die Liste der NCR-Seriennummern zeigt, dass die Kasse 1949 gebaut wurde - sie war also mindestens 22 Jahre im Einsatz. So lange hält heute keine mehr. Ach ja: Die Stempelfarbe musste ich etwas auffrischen und die Papierrollen (im ungebräuchlichen 4,4 cm-Format) umspulen, mit ein wenig Öl funktioniert sie nun fast wieder wie am ersten Tag.

    Die National Cash Register Company gibt es unter diesem Namen seit 1884. Durch aggressives Marketing und Aufkauf vieler Konkurrenten (oft mit massiver Einschüchterung und hoher krimineller Energie - wegen unlauterer Geschäftspraktiken wurden NCR-Manager sogar zu Gefängnisstrafen verurteilt) erreichte die Firma in den USA schon 1910 95% Marktanteil. Auch in Deutschland hießen die meisten Kassen „National”, sie wurden ab 1896 in Berlin, ab 1945 in Augsburg hergestellt. Ab 1953 war NCR einer der Pioniere der EDV-Entwicklung, 1997 zog sich NCR wieder aus dem Computergeschäft zurück. Kassen werden dort immer noch gebaut, sie sehen heute aber etwas anders aus...

     
    Anzeige, Zahnsegmente, Summierwerk
    Nationale Registrierkassen GmbH Augsburg
    N-1652-B
    Seriennummer U 4502040

    ca. 1930 - ?
  • Eingabewerk (mit Kassierer- und Kundenanzeige) 4-st.,
  • Summierwerk 7-st.,
  • Druckwerk doppelt (für Bon und Journal).

  • Bondruck abschaltbar,
  • Ablesung und Löschung des Summierwerks mit zwei Schlüsseln,
  • ein kleines, nicht rückstellbares Zählwerk zählt die Nullstellungen,
  • manuelle Datumseinstellung des Druckwerks.
  • Kosmetisch mäßiger, funktional passabler Zustand: Karosserie mit starken Gebrauchsspuren, die Marmorplatte über der Schublade fehlt. Druck trotz neuer Farbe und eigens umgespulten Papierrollen etwas schwach.Fehlende Andruckleiste für Journaldruck durch Gummiblock ersetzt, Firmeneindruck im Bon („Reformhaus am Lokalbahnhof”) ist durch Entfernung der Andruckrolle stillgelegt. Schlüssel für Schublade und Druckwerk fehlen (werden zum Betrieb nicht benötigt). Rechen- und Speicherfunktion einwandfrei.
    Keine Anleitung vorhanden, daher Kurzanleitung selbst verfasst.
    Leibniz, Schickard, Poleni, Braun, Pascal ... sie und viele andere erfanden oder bauten ab etwa 1700 die ersten „Vierspezies-Rechenmaschinen”, also Maschinen für alle vier Grundrechenarten. Die ersten Maschinen arbeiteten mit den von Leibniz erfundenen Staffelwalzen, erst kurz vor 1900 gab es dann auch Maschinen mit Sprossenrädern, andere Schaltprinzipien blieben bei Vierspezies-Maschinen die Ausnahme.
    Anfangs waren die Geräte recht unzuverlässig (der Stand der Technik erlaubte nicht die eigentlich notwendige Präzision bei der Herstellung), zudem unerschwinglich teuer und daher meist nur Einzelstücke und Kuriositäten an Fürstenhöfen.
    Doch der Bedarf nach Hilfe beim Rechnen wuchs, denn immer mehr wurde gerechnet: Geschossbahnen, Versicherungsrisiken, Bilanzen, die Statik von Brücken, ...
    Ab 1820 baute der Versicherungsdirektor C.X.Thomas die erste kommerziell erfolgreiche Maschine, das Arithmometer. Die ersten Kunden waren Versicherungen, Banken und große Handelshäuser, doch schon bald kamen Artilleristen, Landvermesser, Ingenieure und Wissenschaftler dazu.

    Parallel entwickelte sich aber auch ein großer Markt für „Zweispezies-Maschinen”: Die waren in der Regel einfacher zu bauen, damit entsprechend billiger und sie erfüllten den Bedarf insbesondere im kaufmännischen Bereich gut genug oder besser.

    Addiermaschine Brunsviga A 58

    Diese Maschine hier ist so eine, die nur addieren und subtrahieren kann - das Schaltprinzip hier sind Zahnstangen, wie üblich bei diesem Gerätetyp. Jede Stelle hat hier noch ihre eigene Tastatur: Je nachdem welche Taste jeweils gedrückt wird, werden die Zahnstangen verschieden weit gestellt, beim Hebelzug greifen die Zahnstangen dann ins Summierwerk und stellen dort die Ziffern weiter.
    Die Brunsviga A 58 heißt anders als ihre „Geschwister” mit dem „AS” im Namen so, weil sie nur Addieren, aber nicht Saldieren (Ergebnisse unter Null korrekt anzeigen) kann. Im Internet findet sich fast nichts über dieses Modell, außer einer alten Verkaufsanzeige eines Auktionshauses in Saragossa. In den einschlägigen Listen ist für diese Seriennummer das Baujahr 1950 angegeben.

    Brunsviga war eine Marke aus Braunschweig (...wer hätte es gedacht). Begonnen hat die Firma 1871 als Nähmaschinenhersteller „Grimme, Natalis & Co.”, aber ab 1892 wurden (in Lizenz von Odhner) unter dem Markennamen „Brunsviga” Sprossenrad-Maschinen gebaut, mit denen die Firma sehr erfolgreich wurde. Ab 1950 wurde der Marken- auch zum Firmennamen, doch neun Jahre später wurde Brunsviga von Olympia aufgekauft und binnen weniger Jahre wurde die Produktion der meisten handbetriebenen Maschinen eingestellt.
     
    Brunsviga
    A 58
    Seriennummer 7767

    1936 - ca. 1950
  • Eingabewerk 7-st.,
  • Summierwerk 8-st.;
  • Addition, Subtraktion, Zwischensumme, Summe,
  • R-Taste für Weiterverwendung der eingetippten Zahl.
  • Keine Anzeige, stattdessen Ausdruck auf Papierstreifen,
  • statt negativem Ergebnis wird ggf. das Neunerkomplement angezeigt,
  • Korrekturtaste fehlt, fehlerhafte Tastendrücke daher nur durch vorsichtiges Drücken der Summentaste zu korrigieren,
  • Kurbel abnehmbar.
  • Kosmetisch und funktional guter Zustand: Kaum Stoßstellen und einwandfreie Funktion, nur die Typen 3 und 4 der „1 Mark”-Stelle hakeln etwas.
    Originalhaube vorhanden, -anleitung fehlt, daher Kurzanleitung selbst geschrieben.
     

    Addiermaschine Precisa 103-12-0

    Und die nächste Weiterentwicklung - mit einer wirklich großen Errungenschaft, die wir alle heute noch auf den Computertastaturen haben: die moderne Zehnertastatur!
    Da die riesigen Tastenfelder der alten Addiermaschinen zwar einem geübten Bediener schnellste Eingaben ermöglichten, dafür aber langes Training nötig war, versuchte man schon früh, die Tastenzahl zu reduzieren um die Eingabe zu vereinfachen. Anfangs experimentierte man mit diversen Tastenanordnungen, diese hier hat sich letztlich durchgesetzt weil dabei die Hand am wenigsten bewegt werden muss. Billiger in der Herstellung war das trotz der vielen gesparten Tasten nicht wirklich, weil das Problem der Übertragung in die verschiedenen Stellen (hier mittels Stiftschlitten gelöst - Erklärung bei der Contex 10) mechanisch recht anspruchsvoll ist.
    Als Baujahr hat der Vorbesitzer 1960 angegeben, die Preise lagen damals etwas unter 600 Mark. Angesichts des Baujahrs müsste sie eigentlich auch saldieren (also Ergebnisse unter Null anzeigen) können - sie kann es jedoch leider nicht, sondern zeigt nur das Neuner-Komplement. Vermutlich ist nur irgend ein Hebelchen festgeharzt oder eine Feder ausgehängt - ich habe das aber noch nicht gefunden ...

    Precisa ist eine Firma aus der Schweiz. Es gibt sie auch heute noch, nur baut sie keine Rechenmaschinen mehr, sondern z.B. Präzisionswaagen. Im Büromaschinen-Lexikon von 1958 ist auch Säckingen in Baden als Produktionsort genannt, von dort stammt dieses Gerät wohl.
    Detailansicht
    Precisa
    103-12-0
    Seriennummer 302 262 S

    1957 - 1962
  • Eingabewerk 9-st.,
  • Saldierwerk 10-st.;
  • Addition, Subtraktion, Zwischensumme, Summe,
  • X-Taste für Weiterverwendung der eingetippten Zahl,
  • Korrekturtaste.
  • Keine Anzeige, stattdessen Ausdruck auf Papierstreifen,
  • Rotdruck subtrahierter Werte (und negativer Summen),
  • Zeilenvorschub einstellbar (1-, 2-zeilig).
  • Kosmetisch und funktional guter Zustand: Kaum Stoßstellen, Farbrolle und Papierrolle noch o.k., Maschine rechnet so weit fehlerfrei und leicht, saldiert aber leider nicht (mehr?).
    Originalhaube vorhanden, -anleitung fehlt, daher Kurzanleitung selbst geschrieben.
     

    Addiermaschine Olympia 192-030

    Die Olympia 192-030 kann wirklich saldieren: Sie zeigt auch negative Ergebnisse korrekt (und in rot) an. 192 bezeichnet die Gerätebasis (Kapazität 9/10, eine Nulltaste) innerhalb der Baureihe, 030 bedeutet Handantrieb.
    Im Internet finde ich über genau diese Maschine rein gar nichts, aber Olympia hat in einem Vierteljahrhundert unzählige verschiedene Varianten dieser und anderer Baureihen gebaut: teils mit Handkurbel wie hier, teils mit Elektromotor (gelegentlich auch beides gleichzeitig), mal in diesem robusten grünen Schrumpflack, mal in glatt und hellgrau oder später auch im weißen, eckigen Plastikgehäuse, mit verschiedenen Kapazitäten der Rechenwerke und mit unterschiedlichsten Formular- oder Papierstreifenhaltern.
    Das Baujahr dieses Gerätes ist nicht ganz klar. Schon im Büromaschinen-Lexikon von 1958 finden sich nur neuere Modelle, aber die Aufzählung dort ist nicht vollständig. Ich vermute mal zweite Hälfte der 50er-Jahre, damalige Preise lagen knapp unter 600 Mark. Es stammt aus einem ehemaligen Süßwaren-, Tabak- und Jagdwaffenladen mit Gasthaus(!) in der Nähe von Osnabrück, nach Erstkäufer und dessen Erbe bin ich wohl der dritte Besitzer.

    Auch hier - wie bei vielen Rechenmaschinen-Herstellern - besteht ein starker Bezug zur Waffenproduktion: Die bei Olympia gebauten Rechenmaschinen wurden von Ingenieuren entwickelt, die vorher bei den Mauser-Werken waren und ab 1949 mit ihrer eigenen Firma „Feinwerkbau” für große Firmen als Entwickler und Zulieferer tätig waren. Diese kleine Firma ist heute ein bekannter Hersteller hochpräziser Sportwaffen.
    Olympia wurde 1903 als Tochtergesellschaft der AEG unter dem Namen „Union Schreibmaschinen-GmbH” gegründet, hieß ab 1936 „Olympia Büromaschinenwerke AG”, wurde mit Rechen- und Schreibmaschinen äußerst erfolgreich - und verschwand als Produktionsstätte 1991 in den beginnenden Wirren der AEG-Zerschlagung. Die Marke Olympia blieb bis heute erhalten, doch in den Zeiten der Käufe, Verkäufe, Fusionen, Teilungen, Übernahmen und Rückübernahmen weiß man nicht mehr, wer was wo für wen produziert. Olympia jedenfalls baut wohl nichts mehr selbst, sondern klebt nur Schildchen auf zugekaufte Produkte.

    (Chassis schon mit den Aussparungen für den Stromanschluss - Modelle auf gleicher Basis gab es auch als elektrisch betriebene)
    Zahnstangen
    Olympia
    192-030
    Seriennummer 120806

    1953 - 1978 (Baureihe D1)
  • Eingabewerk 9-st.,
  • Saldierwerk 10-st.;
  • Addition, Subtraktion, Zwischensumme, Summe,
  • R-Taste für Weiterverwendung der eingetippten Zahl,
  • Nichtrechentaste,
  • Korrekturschieber.
  • Keine Anzeige, stattdessen Ausdruck auf Papierstreifen,
  • Rotdruck subtrahierter Werte und negativer Summen,
  • Zeilenvorschub einstellbar (0, 1, 2-zeilig).
  • Kosmetisch guter und funktional sehr guter Zustand: Kaum Stoßstellen, Tastatur fast wie neu. Abreißkante der Papierrolle (aus Plexiglas) war gebrochen und wurde durch passend zurechtgeschliffenes Sägeblatt (!) ersetzt. Neue Farbrolle, neue Papierrolle - jetzt einwandfreier Druck und einwandfreie Funktion,
    Originalhaube und -anleitung fehlen, deshalb Haube aus Wachstuch schneidern lassen und Kurzanleitung selbst geschrieben.
     

    Zahlenschieber Addifix-9

    Das Addieren und Subtrahieren ging auch kleiner - sogar klein genug, um wirklich in die Hemdtasche zu passen:
    Dieser Zahlenschieber ist ein wirklicher „Taschenrechner” mit gerade mal 13 cm  x  8,8 cm, nur 0,5 cm dick und 80 g leicht. Er kann sogar mit einer etwas höheren Kapazität rechnen als die große A58.
    Zahlenschieber waren viel billiger herzustellen als die großen, mit hoher Präzision gebauten Maschinen, daher schon früh für wirklich jeden erschwinglich (Listenpreis 1951: 8,50 Mark - heute zahlt man 10-20 € dafür) und entsprechend weit verbreitet. Das Prinzip war bereits vor 1600 bekannt, aber erst 1847 fand man einen Weg für den „halbautomatischen” Zehnerübertrag. Ab 1889 wurde in größerem Maßstab produziert, ab 1920 wurden Zahlenschieber durch die Firma „Addiator” (deren Markenname zum Synonym für diese Gerätegattung wurde) und andere Firmen zum erfolgreichen Massenprodukt. Anfang der 70er-Jahre stellten die meisten Firmen schnell und nahezu zeitgleich die Produktion ein - die Elektronik trat ihren Siegeszug an. Dennoch wurden bis 1990 noch vereinzelt Zahlenschieber für den Export gebaut: In manchen Weltgegenden war man immer noch froh über billige, einfache Geräte, die ohne Netzstrom oder Batterien funktionierten.

    „Addifix” ist der Name, unter dem u.a. das Kaufhaus Neckermann ab 1959 die Geräte von Addimult vertrieben hat. Die Seriennummer datiert das Gerät hier auf 1964-1965. Neckermann ist Geschichte, aber Addimult gibt es heute noch, weil sie damals rechtzeitig und erfolgreich auf ganz andere Produkte (siehe Homepage) umgestellt hat.
    Viele, viele Anleitungen... Rückseite
    Neckermann
    Addifix-9
    Seriennummer 793647

    1951 (als „Addimult Sumax”) - ca. 1973
  • Eingabe über 8 Zahlenschieber mit voller Länge, dazu 9. Schieber für Zehnerübertrag,
  • Addition, Subtraktion (nicht unter Null!),
  • Löschschieber.
  • eine Seite zum Addieren, die andere Seite zum Subtrahieren,
  • mit Eingabegriffel aus Metall und Halterung dafür.
  • Kosmetisch guter und funktional sehr guter Zustand: Einige Kratzer, durchgängig (nach Korrektur eines verbogenen Zahns) überraschend leichtgängige Funktion,
    Originalgriffel und -hülle vorhanden, Anleitung fehlt, eine Addiator-Anleitung im Internet gefunden und nachgedruckt.
     

    Addiermaschine Triumphator KA

    Und wenn es nicht ganz so klein sein musste, dann gab es z.B. das hier:
    Die Triumphator "Klein-Addiermaschine" ist mechanisch viel einfacher aufgebaut als die „großen” Maschinen. Sie ist einfach zu bedienen, recht handlich und war natürlich wesentlich billiger zu produzieren - was zu günstigen Preisen (unter 100 Mark) und relativ weiter Verbreitung führte.
    Die Übertragung der Zahlen in den Ergebnis-Speicher geschieht hier über seitlich auslenkbare Zahnsegmente direkt während des Einstellens. Zum Addieren werden dann einfach die Zahnsegmente per Löschtaste ausgekoppelt und federn auf Null zurück - dann wird die nächste Zahl eingestellt und unten erscheint die Summe. Die Subtraktion ist etwas umständlicher: Auskoppeln (diesmal mit der Minus-Taste), die Hebelchen einstellen, wieder einkoppeln (Taste loslassen), Hebelchen zurückstellen.
    Ähnliche Maschinen gab es ab den 30er-Jahren des 20. Jahrhunderts, der Seriennummer nach wurde dieses Modell hier um 1959 gebaut.

    Triumphator war eigentlich eher bekannt als bedeutender Hersteller großer Sprossenrad-Maschinen. Die Firma hat eine Besonderheit, was das Verhältnis zur Elektronik angeht: 1900 wurde sie in Leipzig als Fabrik zur Herstellung von Elektronenröhren (ja, die wurden wirklich schon 1900 erfunden!) gegründet, war damit aber nicht erfolgreich. Also wechselte man von der Elektronik zur Mechanik: Schon 1909 firmierte sie als Rechenmaschinenfabrik (und ab 1948 als VEB). Eigene mechanische Rechner wurden bis 1963 gebaut, danach wurde noch kurze Zeit anderen Firmen zugeliefert. Schließlich ging es zurück zur Elektronik: 1969 wurde Triumphator in das Robotron-Kombinat eingegliedert und produzierte bis zur Zerschlagung des Konzerns 1990 vor allem elektronische Baugruppen für DDR-Computer. Die westdeutsche Firma Steinel übernahm danach einen Teil des Archivs und des Personals...
    Zahnsegment
    Eine Rezension...


    und ein Zahnsegment:
    Innenleben
    Triumphator
    KA
    Seriennummer 4900

    1957 - 1960
  • Eingabewerk 8-st.,
  • Resultatwerk 8-st.;
  • Minus-Taste
  • Löschtaste für E-Werk,
  • Löschtaste für R-Werk.
  • Zahleneingabe mit Hebeln,
  • echte, etwas umständliche Subtraktion,
  • Kosmetisch passabler und funktional guter Zustand: Die olivgrüne Farbe auf dem Bakelit-Gehäuse war stark abgestoßen und innen lagen viel Staub und einige lose Teile - jetzt ist die Farbe ganz ab (was viel besser aussieht). Einige Ziffernräder hakelten ganz erheblich, weil die innenliegende Löschachse nicht weit genug nach rechts konnte - ein geringes Kürzerschleifen des Löschachsenausziehers hat das behoben. Innen ist nun alles sauber, wo nötig gut geschmiert und alles funktioniert.
    Originalhaube und -anleitung (angesichts des Funktionsumfangs eigentlich überflüssig) fehlen, daher Kurzanleitung selbst verfasst.
     

    Rechenmaschine Badenia TH13

    Dies ist meine erste Maschine mit Staffelwalzen, und wie (fast) alle derartigen Maschinen ist sie recht groß und gewichtig: Zehn Kilogramm schwer, mit Kurbel über 40 cm breit und über 30 cm tief.
    Die Staffelwalze wurde von Leibniz erfunden und alle der frühen kommerziell erfolgreichen Rechenmaschinen benutzen sie: Pro Ziffer wird ein Zahnrad entlang einer Achse verschoben, bei einem Umlauf der Staffelwalze wird es je nach Stellung verschieden weit gedreht und entsprechend verändert sich der Wert im Resultatwerk. Das Verschieben des Zahnrades geschah bei den frühen Maschinen direkt mit einem Schieber, bei dieser Maschine werden die Zahlen aber schon eingetastet. Die Tasten verschieben über verschieden lange Hebelchen eine Leiste, die dann das Zahnrad entsprechend verschiebt (und zugleich ein Einstellkontrollwerk stellt, was ein bequemeres Ablesen ermöglicht). Klingt zu kompliziert? Im nächsten Abschnitt (in der Mitte) gibt's ein Bild dazu...
    Praktisch ist die direkte Einstellung des R-Werks und weil die Eingabe wahlweise nach jeder Rechnung gelöscht werden kann, macht auch das Addieren mehr Spaß als mit einer klassischen Sprossenrad-Maschine. Eine Rückübertragung sucht man dagegen vergebens - das konnte man damals bei dieser Bauweise noch nicht.
    Etwas verwirrt war ich anfangs, dass das Gerät vorne kein Handrad für die Verschiebung des Schlittens hat. Die im Internet gezeigten Exemplare der TH13 haben alle eins ... war da was abgebrochen? Aber ein Loch war da auch nicht...
    Die Lösung fand ich durch Ausprobieren: Die Kurbel kann man zum Drehen leicht herausziehen, dann bewegt sie nicht mehr die Staffelwalzen (rechnet also nicht mehr), sondern den Schlitten!
    Und noch etwas fand ich dabei heraus: Wenn man die Kurbel leicht ins Gerät drückt, dann addiert sie nicht mehr, sondern subtrahiert. Es ist also nicht nötig, mit der zweiten Hand das „Minus”-Hebelchen zu drücken.
    Einen kleinen Konstruktionsfehler hatte die Maschine: In den Stellen 1 und 2 klingelte das Überlauf-Glöckchen nicht, weil das entsprechende Bauteil zu kurz war. Offenbar war ein Teil aus einer TH10 (mit geringerer Kapazität) eingebaut worden. Ich habe das Teil nun durch einen Anbau verlängert - seitdem klingelt's korrekt.
    Die Seriennummer lässt auf das Baujahr 1950 schließen, was auch zum Design passt: Nur 1950 bis 1952 gab es dieses Gerät ohne das Handrad vorne. Sie kostete (die Steuerzahler) damals sicher ein kleines Vermögen, denn selbst die kleinere TH10 kostete bereits 850 Mark. Damit klar wird, wie viel Geld das war: Der VW Käfer kostete damals so um die 5.000 Mark.
    Diese Maschine stammt aus einem Forstamt in (der Nähe von?) Wittlich in der Eifel. Der Förster hat damit in den 50er-Jahren vermutlich u.a. Festmeter, Preise und Waldarbeiterlöhne berechnet.

    Hersteller war die Uhrenfabrik Mathias Bäuerle, die bereits 1863 gegründet wurde. Ab 1903 wurden dort neben Uhren, Uhrwerken und Schaltuhren auch Rechenmaschinen gebaut - damit war sie der weltweit vierte(!) Serienproduzent von Rechenmaschinen. Die Rechenmaschinen mit den Marken „Peerless” („ohnegleichen”, für den Export) und „Badenia” hatten anfangs eine ganze Reihe von Neuerungen zu bieten (z.B. Doppelzählwerke, Einstellkontrollen, Multiplikationsgetriebe). Ab 1952 wurden keine handbetriebenen Rechenmaschinen mehr gebaut, doch mit komplexen, elektromechanischen Automaten (Marke „EMBEE”) war man noch einmal recht erfolgreich. Schon 1964, also vergleichsweise früh, erkannte man die Zeichen der Zeit und stellte die gesamte Rechenmaschinen-Fertigung ein. Die Firma konzentrierte sich auf Maschinen für die Drucknachbereitung - und auch heute noch gibt es sie als Hersteller von Falzmaschinen.
    Funktionsbeschreibung Innenleben
    Badenia
    TH13
    Seriennummer 16666

    1930 - 1952
  • Eingabewerk 9-st.,
  • Umdrehungszählwerk 8-st.,
  • Resultatwerk 13-st.;
  • Schalter für Drehrichtungsumkehr und Stilllegung des U-Werks,
  • Schalter für Additionsmodus,
  • Schalter/Anzeige für Subtraktion,
  • Löschtaste für E-Werk,
  • 2 Löschschieber für U- und R-Werk.
  • Zehnerübertrag im R- und U-Werk,
  • Zahleneingabe mit Volltastatur,
  • alle Ziffern im R-Werk können per Hand eingestellt werden,
  • Kurbel zum Rechnen nur in eine Richtung drehbar, Subtraktion durch Drehen der eingedrückten Kurbel,
  • Schlittenverstellung durch Drehen der herausgezogenen Kurbel.
  • Kosmetisch passabler und funktional guter Zustand: Viele große und kleine Stoßstellen am Gehäuse (das aber recht massiv und daher unbeschädigt ist), Tasten mit z.T. deutlichen Gebrauchsspuren, aber alle noch intakt. Hier war richtig Arbeit nötig: Ein Halter eines der verschiebbaren Zahnräder war gebrochen und wurde gegen ein selbstgebasteltes Alu-Teil ausgetauscht. An einigen weiteren Stellen musste die Positionierung der Zahnräder ebenfalls nachjustiert werden. Die Eingabe war weitgehend blockiert (ausgeleierte Federn, verhakte Hebelchen) und auch viele Zehnerüberträge hakelten: Also hieß es Federn kürzen, Tasten aus- und richtig wieder einbauen, reinigen, schmieren. Der Klingelanschlag wurde mit einem Alu-Streifen verlängert - nun funktioniert alles (die Zehnerüberträge brauchen nach längerer Nichtbenutzung manchmal gutes Zureden, bis sie wieder durchgängig sind).
    Originalhaube und -anleitung fehlen, also Kurzanleitung selbst geschrieben.
     

    Rechenmaschine Numeria 7101

    Auch diese Maschine hat für jede Stelle eine eigene Zehnertastatur. Ein Nachteil dieser großen Tastenfelder ist der größere Platzbedarf, die Hand muss folglich auch mehr bewegt werden. Mechanisch war das jedoch viel einfacher zu bauen als die modernen Zehnertastaturen. Weiterer Vorteil: Die „klassischen Tricks” der Standard-Sprossenrad-Maschinen (mal schnell einen Wert in der Eingabe in einen ähnlichen umstellen, Wurzeln ziehen mit dem Toepler-Verfahren, Eingabe teilen für ein zusätzliches Zählwerk, ...) funktionieren hier alle noch.
    Wie bei der Badenia TH13 besteht hier die Möglichkeit, bei jeder Kurbeldrehung das Einstellwerk zu löschen. Deshalb kann sie auch als vollwertige Addiermaschine benutzt werden. Leider fehlen Zehnerübertrag im U-Werk und Rückübertragung, auch die Kapazität des U-Werks ist arg begrenzt (andere Modelle der Firma hatten da deutlich mehr Stellen in R- und U-Werk). Der Preis blieb wieder knapp unter den 600 Mark, das war angesichts der Konkurrenz auf dem deutschen Markt und dieser Minimalausstattung eigentlich vergleichsweise teuer.
    Eine lustige Idee sind die Kommaleisten, die sich drehen lassen - je nach Stellung sind die Kommata und 1000er-Trennungen dann an verschiedenen Stellen. Besonders innen ist diese Maschine aber ganz ungewöhnlich: Hier sind weder klassische Sprossenräder noch Staffelwalzen am Werk, sondern Axial-Sprossenräder - ein Prinzip, das man als Crossover zwischen beidem sehen kann.
    Diese Maschine wurde um 1956 bei Lagomarsino in Mailand gebaut. Ich bekam sie aus Oldenburg in Holstein, dort wurde sie in den 60er-Jahren von einem Malermeister für die Berechnung von Kostenvoranschlägen und Wochenlöhnen genutzt.

    Numeria ist kein einzelner Hersteller, sondern eine Marke, unter der Maschinen verschiedener Hersteller verkauft wurden, meist Geräte von Lagomarsino. Lagomarsino wiederum war ab 1896 erst nur Importeur, baute aber ab 1937 dann selbst Rechenmaschinen. Die ersten Numerias wurden 1940 von eine Firma namens SICMU produziert, bald aber übernahm Lagomarsino die Produktion. Heute findet sich keine Spur von Lagomarsino mehr, die Werkshallen an der Viale Umbria in Mailand sind abgerissen oder haben neue Nutzer. In der italienischen Wikipedia steht das Jahr 1970 als Zeitpunkt der Firmenauflösung.
    Infos zur Konstruktion
    leergeräumt - die Zifferncodierung ist sichtbar
    Axial-Sprossenräder, Detail von R- und U-Werk
    Numeria
    7101
    Seriennummer 43645

    1956 - ?
  • Eingabewerk (Tasten ersetzen ein Kontrollwerk) 10-st.,
  • Umdrehungszählwerk 6-st.,
  • Resultatwerk 14-st.;
  • alle Grundrechenarten,
  • Löschtaste für die Eingabe,
  • Löschkurbel für R- und U-Werk (je nach Drehrichtung).
  • Zehnerübertrag nur im R-Werk(!),
  • optional automatische Löschung des E-Werks nach jeder Kurbeldrehung,
  • ein „Zählerschieber” kann die Taste 1 der linken Kolonne vor Löschung schützen (provisorischer Postenzähler).
  • Kosmetisch mäßiger und funktional guter Zustand: Neben harmlosen Stoßstellen auch einige größere Lackschäden (z.T. mit Rostansätzen) an der Karosserie, die sich auch wegen des Schrumpflacks nur ungenügend reinigen ließ, Kurbel total abgestoßen und daher blank geschliffen (wird irgendwann wieder grün lackiert ... aber ich überlege noch, ob die ganze Karosserie neu lackiert werden soll); alles funktioniert wieder einwandfrei, nachdem ich sie fast völlig zerlegt, innen gereinigt, den Zählerschieber erneuert, die Wagenstange und -verkleidung gerade gebogen und eine ausgehängte Feder des Zehnerübertrags gerichtet habe. Uff!
    Originalhaube und -anleitung fehlen, daher Kurzanleitung selbst geschrieben.
     

    Rechenmaschine Nisa K5

    Und noch eine Maschine mit Volltastatur, nun aber wieder mit höherer Kapazität. Hier arbeiten wieder Staffelwalzen, diesmal als geteilte Staffelwalzen, was etwas Platz spart. Anders als bei der Badenia TH13 bewegen sich hier die Staffelwalzen (durch sich je nach Taste verschieden weit drehende Leisten unter der Tastatur) und nicht die Zahnräder des Ergebniswerks. Angenehm auch hier der optionale „Additionsmodus” (automatische Eingabelöschung nach der Kurbeldrehung). Die Maschine wirkt in Form- und Farbgebung recht modern und ansprechend, aber im U-Werk hat sie immer noch schwarze und rote Ziffern statt eines ordentlichen Zehnerübertrags (der kann im R-Werk ggf. simuliert werden). Dazu insgesamt viel Plastik statt Metall: Die Oberschale aus dünnem Kunststoff (lädt sich statisch auf, ist also wohl kein PVC) wirkt etwas klapperig, auch die Kurbel und das Schlittentransportrad sind aus demselben Material und es zeigen sich z.T. erste Ermüdungserscheinungen. Unterschale und Inneres sehen dagegen recht stabil aus, sind aber erkennbar auch auf Materialersparnis hin optimiert.
    Überall nahm die Qualität der mechanischen Rechner allmählich ab, weil man durch Einsparungen konkurrenzfähig bleiben wollte - ich vermute, bei dieser Maschine wurde das durch die üblichen Materialprobleme einer Planwirtschaft noch verschärft: Sie wurde ca. 1973 in der damaligen Tschechoslowakei gebaut. Ich kaufte sie aus einer Sammlung in München, wer sie früher benutzt hat und welchen Neupreis man damals dafür zahlen musste ist mir leider nicht bekannt.

    Nisa (tschechisch für Neiße) hat das Know-How der Rechnerfertigung vermutlich auf Umwegen von Rema übernommen. Das war ein kleiner Hersteller aus Hannover, dessen Patente 1922 (beim Kauf durch Brunsviga) frei wurden. Ab 1951 baute Nisa dann Rechner wie diesen hier, als Vorbild dienten die handbetriebenen Monroe-Maschinen. Bis 1976 wurden dann auch elektromechanische Rechner entwickelt und gebaut. Die Firma ging 1995 in Konkurs, aber eine Nachfolgefirma existiert heute noch als NISAFORM GmbH (Geschichte von Nisa auf deren Webseite - der Google Übersetzer hilft!), sie stellt Formen für Kunststoff- und Metallguss her.
    Diese Stellleisten werden durch die Tasten verschieden weit gedreht... ... und stellen diese Staffelwalzen nach links und rechts
    Nisa
    K5
    Seriennummer AC 71133

    1951 - ?
  • Eingabewerk (Tasten ersetzen ein Kontrollwerk) 10-st.,
  • Umdrehungszählwerk 10-st.,
  • Resultatwerk 20-st.;
  • alle Grundrechenarten,
  • Löschtaste für die Eingabe,
  • 2 Löschhebel für U- und R-Werk.
  • Zehnerübertrag nur im R-Werk(!) und nur 13 Stellen ab Rechenstelle,
  • optional automatische Löschung des E-Werks nach jeder Kurbeldrehung,
  • gleichzeitig 0 und 1 in Kolonne 10 drücken setzt einen provisorischen Zähler (1 ganz links wird nicht mehr gelöscht),
  • den „Zählerschieber” ziehen setzt das wieder zurück,
  • Kosmetisch guter und funktional sehr guter Zustand: Eigentlich sieht sie bis auf kleine Kratzer noch ausgesprochen gut aus, aber erste Haarrisse an Gehäuse und Schlittentransportrad mussten geklebt/verstärkt werden. Alles funktioniert einwandfrei, ein wenig Öl an die richtigen Stellen und ein paar neue Gummipuffer innen waren alles, was nötig war.
    Originalhaube und -anleitung fehlen, daher Kurzanleitung selbst geschrieben.
     

    Rechenmaschine Contex 10

    Und hier wieder eine Zehntasten-Maschine mit der „modernen” Tasten-Anordnung - diesmal eine, die alle vier Grundrechenarten (so einigermaßen) beherrscht. Sie hat weder Staffelwalzen noch Sprossenräder, sondern Zahnsegmente und - ähnlich wie bei der Precisa 103 - dient hier ein „Stiftschlitten” (oder „Pinbox”) der Umsetzung der Eingabe: Die Tasten setzen Stiftchen im verschiebbaren Schlitten, beim Druck der Rechentaste werden die Zahnsegmente von diesen Stiften (je nach Ziffer in den verschiedenen Stellungen) festgehalten, beim Loslassen der Rechentaste greifen die Zahnsegmente dann in die Zahlenrädchen und drehen sie entsprechend weit.
    Die Maschine ist mit viel Kunststoff innen wie außen auf Transportfähigkeit und niedrigen Preis hin gebaut, vergleichsweise leicht (knapp unter 3 kg) und damit eine Art früher Taschenrechner (für sehr, sehr große Taschen: 25x20,5x10cm³). Das U-Werk hat hier nur eine einzige Stelle, abgekürzte Multiplikation und additive Division sind daher nicht möglich. Die subtraktive Division ist dafür halbautomatisch und damit recht fehlersicher - allerdings muss man das Ergebnis Stelle für Stelle aufschreiben. Gut gelöst sind (wie bei der Numeria) Addition und Subtraktion mit automatischer Löschung der Eingabe - so macht das Addieren langer Zahlenkolonnen fast wieder Spaß. Das ist eine Maschine für Kaufleute, nicht für Physiker oder Astronomen.
    Dieses Gerät hat noch die große Nulltaste, die später etwas verkleinert wurde, um einer „Ganz nach links”-Taste Platz zu machen. Der Seriennummer nach stammt sie aus dem Jahr 1961, damals kostete so eine Maschine knapp unter 500 Mark. Sie stammt aus der kaufmännischen Verwaltung eines Tankstellen-Filialisten in Dortmund.

    Contex produzierte in Gentofte (Dänemark) von 1945 bis 1974 in großen Stückzahlen einige wenige Modelle hand- und motorgetriebener Addier- und Rechenmaschinen mit vielen neuartigen Details. Damit bediente man vor allem den Nischenmarkt für transportable Geräte äußerst erfolgreich. Als die Elektronik ihren Siegeszug antrat, versuchte man noch per Eigenentwicklung und Zukauf in diesem Markt Fuß zu fassen, aber vergeblich: 1977 taucht schon kein Contex-Rechner mehr in den einschlägigen Katalogen auf. Contex wurde letztlich von Ricoh aufgekauft, Firma und Marke gibt es immer noch: Heute baut man dort Großformat-Farbscanner.
    Download: PDF mit Infos zu allen Contex-Maschinen
    Pinbox gross
    Zahnsegmente und Pinbox
    Contex
    10
    Seriennummer 450971

    1957 - 1972
  • Eingabewerk (ohne Kontrollwerk) 10-st.,
  • Umdrehungszählwerk 1-st.,
  • Resultatwerk 11-st.;
  • alle Grundrechenarten,
  • Tasten für Löschung des R-Werks, Erhalt des E-Werks, Divisionsmechanik, Negativwert und Tabulatoren, Schieber zur Löschung der Eingabe.
  • Statt Kurbel eine Drucktaste mit kurzem Weg,
  • Eingabe wird bei Addition und Subtraktion automatisch gelöscht,
  • Hilfsschablone für die Kommastellen,
  • Zehnerübertrag im R-Werk,
  • einstelliges U-Werk mit schwarzen und roten Zahlen (je nach Rechenart abzulesen und zu notieren).
  • Kosmetisch mäßiger und funktional guter Zustand: Oberschale (Kunststoff) gut erhalten, Unterseite (Metall) aber stark abgestoßen, Zifferntasten teils etwas abgenutzt. Gummifüße durch neue ersetzt. alles funktioniert wieder einwandfrei (... nach erheblichem Wartungsaufwand: die lange Nichtbenutzung hinterließ viele schwergängige Rädchen und Stifte, vor allem in den höheren Stellen).
    Originalhaube (leicht beschädigt) und -anleitung vorhanden, hat inzwischen einen schönen (nicht originalen) Tragekoffer.
     

    Rechenmaschine Brunsviga 20

    Diese Maschine ist auch relativ alt, allerdings schon eine relativ weit entwickelte mit sehr hoher Kapazität und vielen Extras, die die frühen Maschinen um 1900 noch nicht kannten. Hersteller ist wieder Brunsviga - oder damals noch Grimme, Natalis & Co. Die Seriennummer datiert dieses Gerät hier auf 1948 oder 1949. Listenpreis damals: 1055 Mark! Mich hat sie dann 45 € gekostet, als der Haushalt des Vorbesitzers (ein bekannter Turnvereins-Vorsitzender und Lehrer aus Idstein) aufgelöst wurde.

    Die Büromaschinen-Händler verewigten sich gerne mit z.T. sehr aufwendigen Metallschildchen an den verkauften Maschinen. Hier war es die Firma Berg in bester Frankfurter Lage (heute ist links das Architekturmuseum, rechts das Museum für Kommunikation), die gibt es heute jedoch auch nicht mehr.
    Weitere Infos U-Werk, Kontrollwerk, Sprossenzahnräder
    Brunsviga
    20
    Seriennummer 230471

    1934 - 1963
  • Eingabewerk (mit Kontrollwerk) 12-st.,
  • Umdrehungszählwerk 11-st.,
  • Resultatwerk 20-st.;
  • alle Grundrechenarten,
  • 3 Löschhebel und ein Gesamtlöschhebel für die drei Werke.
  • Rückübertragung vom R-Werk in die Eingabe (Eingabelöschhebel dazu weiter durchziehen),
  • Ziffern im R-Werk direkt einstellbar,
  • Rote Ziffern im U-Werk, wenn erste Kurbeldrehung negativ ist,
  • Zehner-Übertrag im U-Werk vollständig, im R-Werk nur über 15 Stellen,
  • 10+10-Splittung des R-Werks möglich - dann kann die rechte Hälfte separat gelöscht werden und die linke Hälfte z.B. als Speicher dienen.
  • Kosmetisch passabler, funktional sehr guter Zustand: Nullen und einige andere Ziffern des Kontrollwerks deutlich ausgebleicht, einige größere Stoßstellen am Gehäuse und eines der Gummirädchen am R-Werk ist sehr spröde, aber keinerlei Rost und keine Ölverharzungen, die Probleme machen könnten (das ist das häufigste Problem dieser Geräte). Sie war innen extrem eingestaubt - das ließ sich jedoch gut beheben und hat glücklicherweise die Leichtgängigkeit aller Sprossen, Hebel und Gestänge nicht beeinträchtigt: Immer noch sehr leichter Lauf der Kurbel und aller Einstellschieber.
    Originalhaube und -anleitung fehlen, daher einen schönen, angemessen massiven Kasten gebaut; von Herrn Weiss (www.mechrech.de - ein ganz großes DANKE!); eine Anleitung - sogar mit Beispielen zur Lösung quadratischer Gleichungen - als PDF erhalten und ausgedruckt.
     

    Rechenmaschine Rokli 7R

    Eine deutlich kleinere (und weniger als halb so schwere) Maschine: Nur die häufig zu findende Standardkapazität 10/8/13, doch recht gut ausgestattet mit Einstellkontrolle, kompletten Zehnerüberträgen und Rückübertragung.
    Diese Maschine ist ein echter Kellerfund und sammelte dort viele Jahre lang Staub, daher ist ihre frühere Verwendung unbekannt. Die beiden netten Damen, die sie mir verkauften, vermuten aber, dass ein Verwandter sie aus seinem Büro beim Maschinenhersteller Naxos Union mit nach Hause brachte, nachdem sie dort nicht mehr gebraucht wurde (das war wohl auch jemand, der funktionierende Sachen nicht einfach wegwerfen wollte). Gebaut wurde die Maschine 1955 oder 1956, der Preis lag ziemlich sicher wieder knapp unter der „magischen” 600 Mark-Grenze (die zugekaufte Nachfolgemaschine 7RS kostete auch wieder 598 Mark). Sie ist deutlich weniger aufwendig beschriftet als das erhaltene prachtvolle Exemplar aus früheren Jahren - ich vermute dahinter eine Maßnahme, um die Produktionskosten zu senken.

    Rokli steht für Robert Kling - einen Hersteller aus Oberbiel bei Wetzlar, der ab 1918 Kugellager herstellte (damals noch in Wetzlar) und 1949 in die Rechnerproduktion einstieg, weil die Kugellagerherstellung von den Siegern des 2. Weltkriegs verboten wurde. Schon neun Jahre später wurde die Produktion wieder eingestellt, stattdessen kaufte man fünf Jahre lang Schubert-Maschinen (z.B. wie die folgende) und verkaufte die unter dem eigenen Firmennamen. Dann begann man im belgischen Zweigwerk wieder mit der Produktion elektromechanischer Addiermaschinen und Registrierkassen. Es wurden auch wieder Rechenmaschinen anderer Hersteller zugekauft: Unter der neuen Marke „Kling” gab es eine schrill-orange Rechenmaschine, die eindeutig vom jugoslawischen Hersteller Calcorex stammt (und technisch recht fortschrittlich ist - sie hat feststehende Einstellhebel!). 1974 kaufte FAG Kugelfischer die Firma auf, spätestens da endeten Rechenmaschinen-Produktion und -Verkauf. Heute heißt die Firma dort IBC Wälzlager GmbH und stellt immer noch Kugellager aller Art her.
      Innenleben
    Rokli
    7R
    Seriennummer 013031

    ca.1950 - 1958
  • Eingabewerk (mit Kontrollwerk) 10-st.,
  • Umdrehungszählwerk 8-st.,
  • Resultatwerk 13-st.;
  • alle Grundrechenarten,
  • 3 Löschhebel für die drei Werke.
  • Rückübertragung vom R-Werk in die Eingabe,
  • Zehnerübertrag im R- und U-Werk,
  • Umschalter für Drehrichtung des U-Werks.
  • Kosmetisch guter und funktional sehr guter Zustand: Einige Stoßstellen, Zahlenreihen der „1Mark”- „10Pfennig”- und „1Pfennig”-Stellen durch häufige Benutzung etwas abgegriffen. Die Gummifüße waren spröde und mussten ersetzt werden. Das lange Einstauben hat die Leichtgängigkeit nicht merklich beeinträchtigt, eine gründliche Reinigung und etwas Öl waren alles, was nötig war. Die unglaublich hässliche, sanitärgrüne Schlittenfreigabetaste habe ich aber schwarz eingefärbt :)
    Originalhaube und -anleitung nicht vorhanden, daher (wie üblich) eine Kurzanleitung geschrieben.
     

    Rechenmaschine Schubert DRV

    Eine ganz ähnliche Maschine, ebenfalls mit der Standardkapazität 10/8/13, sehr sorgfältig verarbeitet, gut ausgestattet mit Extras, aber auch schon mit einigen Plastikteilen innen wie außen.
    Vielleicht auch wegen dieser Plastikteile blieb der Preis dieser Maschine 1959 gerade noch unter den 600 Mark - eine Preisgrenze, die man mit solchen Maschinen der „oberen Mittelklasse” damals offenbar oft zu unterbieten versuchte. Elektromechanische Vierspezies-Maschinen waren damals gerne mal um den Faktor Drei bis Vier teurer (und viel größer und viel lauter), die im folgenden Jahrzehnt allmählich häufiger werdenden elektronischen Geräte kosteten anfangs nochmal doppelt so viel. Da griff doch viele Jahre lang so mancher lieber noch zur Kurbel...
    An den Preisen lässt sich hier gut der endgültige Siegeszug der Elektronik sehen: 1973 kostete diese Maschine immer noch 660 Mark (nun netto - denn da gab es schon die MWSt.), 1974 wurden die Restbestände für 210 Mark verramscht, 1975 gab es kein Angebot von Schubert mehr.
    Diese Maschine stammt aus einem Büro bei toom/REWE. Das genaue Baujahr ist unklar, die grünen Hebelchen und die Seriennummer lassen eine Zeit um 1960 vermuten. Der extrem gute Erhaltungszustand der Maschine liegt vielleicht mit daran, dass sie Anfang der 60er-Jahre eigentlich schon fast ein Fehlkauf gewesen wäre - um diese Zeit stiegen die meisten Firmen bereits auf die schnelleren elektrischen Maschinen mit mehr Funktionen um, sofern sie sich das leisten konnten - und REWE war bestimmt finanziell gut genug situiert dafür.
    Robert Kling hat diese Maschine zwischen 1959 und 1963 übrigens auch verkauft - dort hieß sie „Rokli 7RS”.

    Der Konstrukteur Emil Schubert lernte sein Handwerk beim Rechenmaschinen-Hersteller „Triumphator” und produzierte ab 1911 in eigener Firma („Thales”) Rechenmaschinen, für deren fortschrittliche Konstruktionsmerkmale er eine ganze Reihe Patente erhielt. 1936 wurde er (wegen „politischer Unzuverlässigkeit”!) aus seiner Firma gedrängt, er gründete aber schon bald eine neue Firma unter eigenem Namen und baute wieder neue Rechenmaschinen. Die Konstruktion der DRV stammt noch von ihm, den Produktionsbeginn hat er leider nicht mehr erlebt. Die Firma gibt es heute noch, sie stellt Werkzeugmaschinen her.
    Weitere Infos  
    Schubert
    DRV
    Seriennummer 154277

    1953 - 1973
  • Eingabewerk (mit Kontrollwerk) 10-st.,
  • Umdrehungszählwerk 8-st.,
  • Resultatwerk 13-st.;
  • alle Grundrechenarten,
  • 3 Löschhebel für die drei Werke.
  • Rückübertragung vom R-Werk in die Eingabe,
  • Zehnerübertrag im R- und U-Werk,
  • wahlweise gemeinsame Löschung von U- und R-Werk,
  • Umschalter für Drehrichtung des U-Werks,
  • Schlittentabulator doppelt (für optionale Einhandbedienung).
  • Kosmetisch und funktional sehr guter Zustand: Das Gehäuse sieht fast wie am ersten Tag aus, null Rost, keinerlei Verharzungen - eine gut gelagerte und gepflegte Maschine!
    Eine gründliche Reinigung, etwas Öl für den Schlitten und neue Schmierung der Hauptwelle waren alles, was nötig war. Sehr leichter Lauf aller Teile.
    Originalhaube vorhanden, Originalanleitung nicht - letztere gab es aber im Internet zum Nachdrucken.
     
    Ahemmm, ja - davon habe ich tatsächlich zwei. Der Sohn eines Bilanzbuchhalters aus Hamburg hat die Rechenmaschine, die sein Vater um 1960 herum benutzte, bei ebay angeboten und keiner wollte einen vernünftigen Preis bieten. Da konnte ich einfach nicht nein sagen...
    Auch diese DRV, Baujahr ca. 1959, ist wieder in gutem Zustand und sehr leichtgängig. Die paar Maschinen, die ich mal auf Flohmärkten ausprobieren konnte, liefen ebenfalls wunderbar leicht. Das mag Zufall sein, aber ich denke es hat - natürlich neben der guten Pflege durch die Vorbesitzer - auch damit zu tun, dass Schubert damals Wert auf richtig gute Arbeit gelegt hat!
        Bild vom Innenleben folgt...
    Schubert
    DRV
    Seriennummer 147108

    1953 - 1973
  • Eingabewerk (mit Kontrollwerk) 10-st.,
  • Umdrehungszählwerk 8-st.,
  • Resultatwerk 13-st.;
  • alle Grundrechenarten,
  • 3 Löschhebel für die drei Werke.
  • Rückübertragung vom R-Werk in die Eingabe,
  • Zehnerübertrag im R- und U-Werk,
  • wahlweise gemeinsame Löschung von U- und R-Werk,
  • Umschalter für Drehrichtung des U-Werks,
  • Schlittentabulator doppelt (für optionale Einhandbedienung).
  • Kosmetisch und funktional ebenfalls sehr guter Zustand. Eine gut gepflegte Maschine! Einmal innen gründlich reinigen (vor allem die eingestaubten Nuller), neu schmieren und einen der Schlittenhebel wieder gerade biegen - das war's. Originalhaube fehlt.
     

    Rechenmaschine Original-Odhner 239

    In den letzten Jahren der handbetriebenen Maschinen versuchte man, mit „modernen” Formen und günstigen Preisen (sprich: oft billigen Materialien und schlechter Vearbeitung) der Konkurrenz der elektrischen (und dann auch der elektronischen) Geräte standzuhalten.
    Diese Maschine hier zeigt das auch: Ihre fast schon futuristische Keilform wurde von den damals sehr gefragten Designern Bernadotte und Bjørn entworfen. Von billiger Verarbeitung kann aber keine Rede sein: Die Maschine wirkt sehr solide, nichts wackelt und sie funktioniert auch nach über einem halben Jahrhundert immer noch einwandfrei und beeindruckend leichtgängig.
    Die Seriennummer deutet auf ein Baujahr um 1958. Damals und auch noch zehn Jahre später kostete so ein Gerät etwas unter 500 Mark. Modell 239 war trotz dieses vergleichsweise günstigen Preises das damalige Spitzenmodell der Firma - die „39” steht für Zehnerübertrag im Umdrehungszählwerk, Rückübertragung und Einstellkontrolle. Sie hat die damals standardmäßige 10/8/13-Kapazität. Man findet sie heute noch relativ häufig bei Internet-Auktionen oder Trödlern. Eine perfekt erhaltene 239 wie diese hier darf auch heute noch über 100 € kosten, die angebotenen Geräte sind aber oft (obwohl als „gut erhalten” angepriesen) in relativ schlechtem Zustand (und dafür oft zu teuer).

    Zum Hersteller steht weiter oben schon was ...
    Weitere Infos alle Werke und Sprossenzahnräder
    Original-Odhner
    239
    Seriennummer 883439

    1955 - 1968
  • Eingabewerk (mit Kontrollwerk) 10-st.,
  • Umdrehungszählwerk 8-st.,
  • Resultatwerk 13-st.;
  • alle Grundrechenarten,
  • 2 Löschkurbeln für U- und R-Werk.
  • Rückübertragung vom R-Werk in die Eingabe,
  • Zehnerübertrag im R- und U-Werk,
  • Löschung des E-Werks über Schieber und Hauptkurbel.
  • Kosmetisch und funktional sehr guter Zustand: Gummifüße altersgemäß etwas hart, bis auf kleinste Stoßstellen sieht das Gehäuse fast wie neu aus, auch hier wieder kein Rost und keine Verharzungen.
    Ein wenig Öl und alles lief wieder „wie geschmiert”.
    Originalhaube und -anleitung vorhanden, kommentierte und erweiterte Anleitung als PDF und Ausdruck vorhanden. Die Maschine ist inzwischen auf einem einfachen Holzbrett montiert und besitzt einen - stilgerecht alten - Koffer als Transportbehälter.
     

    Rechenmaschine Walther WSR160

    Und die nächste Sprossenrad-Maschine: Das erfolgreichste (daher auch heute noch beim bekannten Auktionshaus mit den vier Buchstaben recht häufig angebotene) und zugleich letzte Modell der handbetriebenen Walther-Maschinen, WSR für "Walther Schnellrechenmaschine" und "16" wegen der hohen Kapazität im R-Werk (die Null hintendran kann ich nicht erklären - vielleicht klingt „160” einfach besser als „16”?). Diese hier stammt aus dem Jahr 1960.
    Im Vergleich zu den vorigen Maschinen hat sie wieder eine etwas höhere Kapazität und einige Verbesserungen in der Bedienung. Darunter am wichtigsten sind wohl die feststehenden Einstellhebel: Die konnten so etwas größer ausfallen, was beim längeren Rechnen die Fingerkuppen schonte. Das hier ist eines der Spitzengeräte der Maschinen des „klassischen Odhner-Typs”.
    Anfangs war sie für knapp 600, später 700 Mark zu haben - elektromechanische Vierspezies-Maschinen dieser Zeit waren deutlich teurer (und größer, und lauter).

    Walther fing 1886 als Büchsenmacherei an, baute aber ab 1924 auch Rechenmaschinen (schon ab 1929 auch elektromechanische, ab 1970 auch elektronische, bis 1971 trotzdem auch noch die WSR160) und konnte damit in den beiden Nachkriegszeiten überleben. Die als eigene Firma abgespaltene Büromaschinen-Fertigung konnte Mitte der 70er-Jahre trotz (oder wegen?) ihrer hochwertigen elektronischen Geräte nicht mehr mit der billigen japanischen Konkurrenz mithalten - heute baut Walther wieder nur Waffen.
    Weitere Infos alle Werke und Sprossenzahnräder
    Walther
    WSR 160
    Seriennummer 152531

    1955 - 1971
  • Eingabewerk (mit Kontrollwerk) 10-st.,
  • Umdrehungszählwerk 8-st.,
  • Resultatwerk 16-st.;
  • alle Grundrechenarten,
  • 2 Löschhebel für die drei Werke (U- und R-Werk gemeinsam, optional auch einzeln).
  • Rückübertragung vom R-Werk in die Eingabe,
  • komplett durchgehender Zehnerübertrag im R- und U-Werk,
  • optionaler Schlittenrücklauf beim Löschen,
  • Ziffern in R-Werk direkt einstellbar,
  • nicht mitdrehende Eingabehebel im E-Werk,
  • Umschalter für Drehrichtung des U-Werks.
  • Kosmetisch guter und funktional sehr guter Zustand: Ganz kleine Lackschäden an einigen Kanten, zwei Füße hatten keine Gummis mehr und wurden ersetzt, eine fehlende Plastikkappe durch Schrumpfschlauch ersetzt; nicht verharzt und schön leichtgängig.
    Im U-Werk waren einige Zahnräder zählaufend, ebenso ein Zahnrad im Kontrollwerk und die Löschwahlhebelchen - das ist dank WD40, Reinigung und etwas gutem Maschinenöl nun behoben.
    Originalhaube vorhanden, zwei Anleitungen (aus unterschiedlichen Jahren, beide im Web zu finden) nachgedruckt.
     

    Rechenmaschine Mesko KR-19S

    Diese Maschine hat nun Tasten statt Einstellschieber. Nur zehn Tasten (hier ein Layout, das von Dalton entwickelt wurde) reichen für alle Stellen, weil die Sprossenräder auf einer verschiebbaren Achse laufen und Stelle für Stelle nacheinander eingestellt werden. Das schont die Finger und ermöglicht schnellere Eingaben, leider dadurch fallen aber die oben genannten, schönen „Tricks” der klassischen Sprossenrad-Maschinen weg. Außerdem konnte man bei dieser Bauart noch keine Rückübertragung realisieren.
    Das Gerät schreit förmlich „Ostblock!” wegen des - für unsere Sehgewohnheiten - recht grobschlächtigen Designs, der teils billigen Materialien und der extrem einfachen, andererseits aber sehr massiven und damit robusten Bauweise. Und tatsächlich ist diese Maschine ein um 1960 in Polen gebauter „Klon” der Facit C1-19. Ob dafür eine Lizenz von Facit erworben wurde, wage ich zu bezweifeln.
    Sie stammt aus einer Bäckerei in Halle-Diemitz - damit hat der Bäckermeister möglicherweise nicht nur die Buchhaltung gemacht, sondern auch seine Rezepturen gerechnet. Eigentlich wäre das etwas „Overkill” gewesen - Maschinen mit derart großer Kapazität waren eher für Ingenieurbüros oder wissenschaftliche Einrichtungen gedacht. Doch wahrscheinlich war die Bäckerei nicht der Erstnutzer und bekam da ein „abgelegtes” und recyceltes Gerät: Der Schlitten hat eine andere Seriennummer (33703) eingestanzt als auf dem Typenschild steht, also sind hier mal ein intaktes Chassis und ein intakter Schlitten aus zwei defekten Maschinen zusammengeschraubt worden.

    Auch hier wieder Bezüge zur Waffenfabrikation: Mesko war ab 1924 eine staatliche Munitionsfabrik und später ein bedeutender Hersteller von Industriemaschinen und Haushaltsgeräten (z.B. auch für Bauknecht). Nach einigen Umbenennungen und Umstrukturierungen ist Mesko heute vor allem wieder ein wichtiger Hersteller von Munition und Raketensystemen.
      alle Werke und Sprossenzahnräder
    Mesko
    KR-19S
    Seriennummer 33726

    ca. 1958 - 1965
  • Eingabewerk (mit Kontrollwerk) 10-st.,
  • Umdrehungszählwerk 10-st.,
  • Resultatwerk 19-st.;
  • alle Grundrechenarten,
  • 3 Löschhebel für die drei Werke.
  • Zehnerübertrag im R- und U-Werk,
  • Tabulatortaste (E-Werk nach ganz links für Division),
  • Anzeige für Drehsinn des U-Werks.
  • Kosmetisch und funktional sehr guter Zustand: Ganz wenige Stoßstellen, eine verdeckte Stelle ohne Lack, alles funktioniert leichtgängig und einwandfrei. Die Divisionstaste wieder korrekt funktionieren zu lassen hat mich allerdings einige Stunden Schrauberei gekostet - dabei war's nur ein ausgehakter Schieber. Man soll halt nie Abdeckungen öffnen, unter denen lose Federchen oder Hebelchen lauern könnten!
    Die Maschine hatte im Originalzustand keinerlei Stellennummerierung, was die Kommafindung erschwerte . Nun hat sie aber eine: siehe Bild.
    Originalhaube und -anleitung fehlen, daher bekam sie eine selbstgeschneiderte Staubschutzhaube spendiert; Kurzanleitung (wie immer natürlich auch mit einem Wurzelzieh-Algorithmus) selbst geschrieben.
     

    Rechenmaschine Facit C1-13

    Eine Sprossenrad-Maschine mit gleichem Konstruktionsprinzip und der gleichen Tastenanordnung wie die Mesko KR-19S, nun aber vom Erfinder dieses Prinzips, gebaut im Facit-Werk in Düsseldorf.
    Die C1-13 hat wieder die verschiebbare Sprossenrad-Walze. Die Konstruktion wirkt solide und wertig (auch hier stammt das Gehäusedesign von Bernadotte). Eine Blende hält unbenutzte Stellen im Eingabewerk unsichtbar und kein Schlitten muss hin und her bewegt werden. Dafür ist die Kapazität deutlich geringer als bei der Mesko.
    Diese Maschine stammt, wie auch die Badenia TH13 weiter oben, aus dem Forstamt in Wittlich. Sie ist aber ungefähr ein Jahrzehnt jünger: Mit diesem Gehäuse wurde die C1-13 von 1960 bis 1964 gebaut.
    Die C1-13 gilt als die als letzte gebaute handbetriebene Rechenmaschine der Welt: In Indien soll sie noch bis 1982 hergestellt worden sein (dort dann allerdings mit einem eckigen Plastikgehäuse). Ich konnte das aber bisher nicht verifizieren: Vielleicht hat man dort auch einfach nur Restbestände verkauft?
      alle Werke und Sprossenzahnräder
    Facit
    C1-13
    Seriennummer A-282227

    1957 - 1967
  • Eingabewerk (mit Kontrollwerk) 9-st.,
  • Umdrehungszählwerk 8-st.,
  • Resultatwerk 13-st.;
  • alle Grundrechenarten,
  • 3 Löschhebel für die drei Werke.
  • Zehnerübertrag im R- und U-Werk,
  • Tabulatortaste (E-Werk nach ganz links für Division),
  • Anzeige für Drehsinn des U-Werks.
  • Kosmetisch guter und funktional sehr guter Zustand: Gehäuse nur mit leichten Gebrauchsspuren, alles funktioniert leichtgängig und einwandfrei. Bis es so weit war, war allerdings etwas Arbeit und viel WD40 nötig: Das Innere war so extrem verharzt, dass sich zuerst absolut nichts mehr bewegte (WD40 verwende ich nur ungern und sehr sparsam, weil es oft auch Farben u.ä. anlöst - und nach einiger Zeit verharzt es gerne selbst wieder). Einige Ziffern der Sprossenrad-Walze waren aus unbekanntem Grund abgeschliffen - die musste ich nachmalen.
    Originalhaube und -anleitung fehlen, daher Anleitung (leider nur englisch) aus dem Internet heruntergeladen und nachgedruckt.
     

    Rechenmaschine Facit CM2-16

    Diese Maschine war die erste Vierspezies-Maschine von Facit mit der heute üblichen Tasten-Anordnung. Und bei ihr wurde nun endlich auch eine technische Lösung für die Rückübertragung gefunden - und das dann sogar aus beiden Werken! Sie war deshalb - trotz des hohen Preises von ca. 850 Mark - eines der erfolgreicheren Modelle der Firma und ist auch heute noch häufiger im Internet-Auktionshaus mit den vier bunten Buchstaben zu finden. Dieses Exemplar wurde 1960 gebaut.
    Mit dieser Maschine dürfte die Spitze der Entwicklung handbetriebener Maschinen erreicht worden sein. Gelegentlich wurde die gleiche Technik etwas später noch in moderner aussehende Plastikgehäuse gepackt, aber technisch gab es nun keine Weiterentwicklung mehr.

    Alex Wibel aus Stockholm verkaufte ab 1918 Rechenmaschinen vom Odhner-Typ unter der Marke „Facit”. 1924 (andere Quellen sagen 1922) kaufte AB Atvidaberg Industrier aus der gleichnamigen Ortschaft die Marke auf und machte sie im nächsten halben Jahrhundert zur wohl erfolgreichsten europäischen Marke solcher Maschinen - auch wegen der fortschrittlichen Konstruktion: Ab 1932 wurden nur noch Maschinen mit Zehner-Tastatur gebaut. Im Laufe der Zeit wurden weitere schwedische Hersteller wie z.B. Original-Odhner, Halda (Schreibmaschinen) und Addo aufgekauft, die Produktpalette um weitere Büromaschinen und -möbel erweitert. 1965 wurde auch hier der Marken- zum Firmennamen, die Firma und die Profite wuchsen bis 1970 stetig weiter. Der große Erfolg der mechanischen Rechner ließ Facit dann aber offenbar den Trend zur Elektronik verschlafen - und das, obwohl Facit um 1960 kurzzeitig sogar eine eigene Mainframe-Produktion (mit dem schnellsten Computer der Welt) hatte. Von einem Facit-Entwicklungschef der 60er-Jahre stammt der verhängnisvolle Ausspruch „Nie wird eine elektronische Rechenmaschine die hochwertigen mechanischen Rechenmaschinen von Facit ersetzen können”.
    Also geschah, was geschehen musste: Die letzten elektromechanischen Facit-Rechner wurden 1972, die letzten handbetriebenen Maschinen 1977 gebaut. Auch der Verkauf elektronischer Rechner von Sharp und Omron unter eigenem Namen rettete die Marke nicht mehr: 1973 wurde die ins Trudeln geratene Firma dem Elektrolux-Konzern einverleibt und zerschlagen, die einzelnen Zweige wurden an verschiedene Firmen (u.a. an Ericsson) verkauft. 1998 erlosch die Marke vollständig. Als Rechtsnachfolger galt PartnerTech AB, doch auch die sind seit 2015 wieder an Scanfil plc verkauft...
    Infos zu allen Facit-Maschinen
    Zustand vorher...
    die bewegliche Walze
    Facit
    CM2-16
    Seriennummer 1004683

    1959 - 1967
  • Eingabewerk (mit Kontrollwerk) 11-st.,
  • Umdrehungszählwerk 9-st.,
  • Resultatwerk 16-st.;
  • alle Grundrechenarten,
  • 3 Löschhebel für die drei Werke.
  • Zehnerübertrag im R- und U-Werk,
  • Rückübertragung aus R- oder U-Werk in die Eingabe,
  • 2 Tabulatortasten (für Division / für Rückübertrag)
  • Anzeige für Drehsinn des U-Werks.
  • Kosmetisch passabler und funktional sehr guter Zustand: Einige Stoßstellen, vordere Gummifüße hart, hintere Gummirollen mussten ersetzt werden, unter den Tasten war etwas Flugrost - aber alles funktioniert (wieder...) einwandfrei und leichtgängig.
    Originalhaube und -anleitung fehlen, daher Anleitung aus dem Web herunter geladen, ergänzt und nachgedruckt.
    Schon früh wurden die Kurbeln durch Elektromotoren ersetzt, um die Rechengeschwindigkeit zu steigern und den Kraftaufwand zu verringern. Diese elektromechanischen Rechner waren teurer (und oft sehr laut), konnten aber auch von Modell zu Modell mehr - zum Schluss sogar automatische Multiplikation, automatische Division, vereinzelt sogar automatisches Wurzelziehen. Das waren dann Maschinen aus mehreren tausend Präzisionsteilen, die in aufwendigster Arbeit zusammengesetzt werden mussten und regelmäßige Wartung brauchten (und an deren Reparatur ich mich nicht wagen könnte).

    Doch egal ob hand- oder motorbetrieben, egal ob Sparversion oder Superausstattung, egal ob Sprossenrad, Staffelwalze oder Schaltklinke: Ab 1961 kamen die ersten ANITAs und bald auch deren „Kollegen” in die Büros und machten binnen kurzer Zeit alle Arten mechanischer Rechenmaschinen obsolet. Nur die Rechenschieber und Logarithmentafeln hielten sich noch einige Zeit in den Ingenieurbüros, Forschungseinrichtungen, Schulen und Universitäten, weil die frühen elektronischen Geräte noch zu wenige Funktionen hatten.

    Doch die integrierten Schaltkreise der elektronischen Rechner wurden allmählich immer kleiner, leistungsfähiger und preiswerter. Am 12. Juli 1972 startete der Verkauf des Hewlett-Packard HP-35, der alles (insbesondere Logarithmen, Potenzen und Trigonometrie) genauer und schneller rechnete als die Rechenschieber - allerdings kostete er anfangs noch knapp 400 Dollar. Am 13. Juni 1976 erschien dann mit dem TI-30 der erste wissenschaftliche Taschenrechner, der weniger kostete als ein üblicher Rechenschieber (25 Dollar). Diese wurden damit fast über Nacht wertlos und verschwanden schnell. Das gleiche Schicksal ereilte die Logarithmentafeln.
    Neben ihren Vorteilen bringen die modernen Tisch- und Taschenrechner aber auch Nachteile mit sich: Das mangelnde Gefühl für Genauigkeit und das, was man da eigentlich rechnet hatte ich schon erwähnt. Jedem Display wird vollkommen vertraut - z.B. macht kaum noch jemand einen Überschlag im Kopf, ob das Angezeigte auch stimmen kann. Tippfehler und Einheitenverwechslungen gibt es aber nun mal, hin und wieder werden die dann fatal...

    Taschenrechner Interton PC2008

    Der aller-allererste Taschenrechner in unserem Haushalt kam 1973, kostete damals heftige 150 Mark und sollte die oben gezeigte Tröger Rechenscheibe ersetzen.
    Es ist kein Zufall, das genau zu dieser Zeit viele der hier genannten Firmen, z.B. auch Tröger, Schubert oder Facit/Odhner, die Produktion einstellten (oder zumindest auf andere Produkte umschwenkten). Das erste Vorführen dieses (heute primitiv anmutenden) Taschenrechners in der Schule führte zu einem Massenauflauf von Mitschülern und Lehrern. So etwas hatte da noch keiner gesehen: Alle vier Grundrechenarten binnen Sekundenbruchteilen auf acht Stellen, die Eingabe super einfach - und alles wog weniger als ein gutes Pausenbrot! Es war kein Wunder, dass alle mechanischen Vierspezies-Maschinen so schnell wertlos wurden.
    Die Rechenscheibe wurde allerdings einstweilen noch nicht überflüssig, denn der Taschenrechner blieb in meiner Schultasche.
    Eine Wurzeltaste gibt es hier noch nicht - aber in der Betriebsanleitung wird erklärt, wie man mit dem Heron'schen Näherungsverfahren Quadratwurzeln ziehen kann (das Toepler-Verfahren klappt hier natürlich nicht mehr).
    Dieser Rechner ist nicht das Exemplar, das ich 1973 (bei Saturn Frankfurt) gekauft habe, das ist leider verschollen. Er stammt von einem Bankmitarbeiter, den ihn all die Jahre immer noch als Reserve-Rechner herumliegen hatte. Immer wieder schön, dass auch manch Anderer funktionierende Geräte nicht wegwerfen kann!

    Die Firma Interton gibt es übrigens immer noch - aber sie macht heute nur noch das, was sie vor einigen Taschenrechnern (und einer einigermaßen erfolgreichen Spielekonsole) auch schon gemacht hat: Hörgeräte!

    Weitere Infos (weit runterscrollen)
     
    Interton
    PC2008
    Seriennummer 245016

    1973 (- ?)
  • Anzeigeregister 8-st.,
  • Rechenregister,
  • Konstantenspeicher;
  • Grundrechenarten, Prozent, Promille.
  • Eingabe- und Gesamtlöschung getrennt,
  • Wahl zwischen Fließkomma und 2 Nachkommastellen,
  • Konstante abschaltbar,
  • LED-Anzeige,
  • Chipsatz: TMR012, 2x SN75491, CA3082 - und dazu ganze 5 Transistoren!
  • Kosmetisch guter und funktional sehr guter Zustand: im Batteriefach leichte Säureschäden und die vier Gummifüße haben sich alle in Wohlgefallen aufgelöst; Funktion perfekt.
    Originalhülle und -anleitung vorhanden.
     

    Taschenrechner Privileg SR54NC

    Drei Jahre nach Erscheinen des HP-35 bekam ich dann meinen ersten vollwertigen wissenschaftlichen Taschenrechner. Das „SR” im Namen steht für „Slide Rule” und diese Taschenrechnergeneration mit ihren vielen Funktionen war es dann auch, die das Ende der Rechenschieber besiegelte. Den damaligen Preis weiß ich nicht mehr, aber es waren sicher keine 150 Mark mehr, sondern eher ein Drittel. Rechenschieber waren genau so teuer, konnten aber so viel weniger, dass sie gar keine Konkurrenz mehr sein konnten.
    In Konkurrenz stand dieses Gerät jedoch ganz sicher zu den damals führenden Taschenrechnern von Hewlett-Packard. Es hat ebenfalls UPN als Eingabelogik, durch einen damals revolutionären Chipsatz bietet es noch mehr Leistung und Funktionen. Manche dieser Funktionen rechnen hier noch mehrere Sekunden lang (unter irrem Display-Geflacker), aber die Genauigkeit ist schon erstaunlich hoch: arcsin (arccos (arctan (tan (cos (sin (9) ) ) ) ) ) ergibt hier 8.99999614252, was massiv genauer ist als die damaligen HP-Rechner (die kommen nur auf 9.004076644) und immer noch eine Stelle genauer als der vergleichsweise viel jüngere Casio fx-82 weiter unten.
    Ich weiß wirklich nicht, warum dieser Chipsatz sich nicht weiter verbreitet hat. Es sind insgesamt nur fünf Rechnermodelle (plus zwei Klone) damit bekannt.

    Von Quelle gab es unter der Marke „privileg” eine Unzahl von Rechnern verschiedenster Hersteller. Wer diesen hier gebaut hat? Der Rechner ist in Funktionen und Tastenbelegung jedenfalls baugleich mit dem Corvus 500. Das Gehäuse dagegen deutet eher auf Commodore als „Lohnhersteller” für Quelle.

    Weitere Infos
    Privileg
    SR54NC


    1975
  • 4 Stackregister (eines davon für die 12-stellige Anzeige zuständig),
  • 11 Speicher (davon 4 für statistische Berechnungen und 1 als „Last x”);
  • Grundrechenarten, Prozent, Delta-Prozent, Pi, Winkelfunktionen, Hyperbelfunktionen, 10er- und natürlicher Logarithmus, Quadratwurzel, Potenzen, Fakultät, Kehrwert, Mittelwert, Standardabweichung, 2-dimensionale Statistik, Umrechnungen: Deg/Rad/Grd, XY-/Polar-Koordinaten, °C/°F. l/gal, cm/in, kg/lb - und dazu überall wo es sinnvoll ist die Umkehrfunktionen!
  • „Umgekehrte Polnische Notation” als Eingabelogik und eine wunderbare Stackverwaltung mit Stackrotation, X-Y-Austausch, Last x und Vorzeichenwechsel,
  • LED-Anzeige mit 12 Stellen,
  • Chips: Mostek MK50075N, MK50104P, MK50103N.
  • Kosmetisch passabler, funktional sehr guter Zustand: Gummifüße völlig zerfallen und entfernt, Typenschild fehlt, weil ich es bereits als Schüler durch eine Liste wichtiger Formeln ersetzt hatte. Originalakkus tot und ebenfalls entfernt, Netzanschluss innen provisorisch neu verdrahtet damit er auch ohne Akku läuft (Betrieb mit 3 AA-Batterien oder -Akkus ist weiterhin möglich). Alle Funktionen laufen einwandfrei, ein einzelner Leuchtpunkt eines Segmentes ist tot.
    Die Originalhülle wurde damals schon marode, als passender Ersatz fand sich das Etui eines ... ehrlich! ... Rasierwasser-Geschenksets :); Original-Anleitung (mit handschriftlichen Korrekturen) vorhanden.
     

    Tischrechner Ibico 1217

    Im Geschäft brauchten meine Eltern keine Logarithmen oder Winkelfunktionen, sondern einen stabilen Tischrechner, mit dem man Preise kalkulieren und Inventuren ausrechnen (und unbedingt auch drucken) konnte. Das erledigten bei uns zu Hause viele Jahre die oben gezeigte Rechenscheibe und eine Addo-X, die irgendwann Anfang der 70er-Jahre kaputt ging und dann Jahrzehnte in der Ecke stand (vor wenigen Jahren, nach dem Tod meines Vaters, wurde sie leider weggeworfen). Kurzzeitig war ein elektromechanischer Tischrechner von Olympia im Haus, aber der machte es nicht lange: Mein Vater war ein echter „early adopter” und sobald er sich Elektronik leisten konnte kaufte er die. Computer gab's (für normale Leute jedenfalls) damals noch nicht, also kam als Nachfolger der Olympia ein elektronischer Tischrechner ins Haus.
    Solche Geräte wurden damals schnell Standard in den Büros. Mindestens im kaufmännischen Bereich sind sie das auch heute noch, weil sich Alltagsrechnungen damit schneller und komfortabler rechnen und ausdrucken lassen als am Computer. Es gibt eine ungeheure Zahl verschiedener Tischrechner mit verschiedensten Funktionen. Dieser hier war für damalige Verhältnisse recht gut ausgestattet, heute darf man weitere finanzielle Funktionen (Steuer- , Währungs- oder Kostenrechnung) erwarten.

    Ibico („Inter Binding Corporation”) hat diesen Rechner sicher nicht selbst produziert - das Gerät sieht gar zu sehr nach Sanyo (heute Teil von Panasonic) oder TEAL als Hersteller aus. Die „Inter ...” wurde 1998 von der „General Binding Corporation” (GBC) gekauft. Im Netz gibt es Ibico nur noch als Firma in Karachi, Tischrechner sucht man dort aber vergebens. Dennoch gibt es auch heute noch Ibico-Tischrechner neu zu kaufen, wer auch immer die heute produziert (manchmal werden sie auch als GBC-Tischrechner angeboten). Das Handelsregister im Kanton Basel-Land führt eine Ibico GmbH in Allschwil, in Gelnhausen soll es einen weiteren Firmensitz geben - aber alles weist immer wieder auf GBC und auf Leitz-ACCO. Man kommt bei all dem Kaufen, Verkaufen, Aufspalten und Verschmelzen gar nicht mehr hinterher mit den Firmen. Vielleicht werden heute ja alle Tischrechner der Welt in einer Fabrik gebaut und nur noch mit verschiedenen Schildchen beklebt?

     
    Ibico
    1217
    Seriennummer 6 05268

    1976
  • Anzeigeregister 12-st.,
  • Rechenregister,
  • Konstantenspeicher,
  • saldierender Speicher;
  • Grundrechenarten, Prozent, Postenzähler.
  • Registeraustausch, Wahl von 0-6 Nachkommastellen (kein Fließkomma!), 5/4-Rundung, Konstante und Speichersaldo an-/abschaltbar,
  • Digitron-Anzeige mit 12 Stellen,
  • Chips: Sharp LI2004, LI2005, 3x Sanyo B1288, Hitachi HD3233P, Toshiba 4358P (die letzten beiden für die Anzeige),
  • Drucker ist ein Epson Model 310 mit schwarz-rot-Druck.
  • Kosmetisch mäßiger, funktional sehr guter Zustand: Gehäuse stark vergilbt, Kommataste mit leichten Sprüngen; alle Funktionen und Anzeige immer noch einwandfrei.
    Originalhaube und -anleitung vorhanden (beide etwas zerfleddert), bessere Anleitung selbst geschrieben.
     

    Tischrechner Rebell Euro-Print 12

    Ähnlich wie der vorige, doch etwas moderner (stromsparende LCD-Anzeige z.B.), viel kleiner, mit Batterien betreibbar und daher portabel. Den kauften wir im eigenen Laden für das Ausrechnen der Inventuren (das dauerte dann so ungefähr zwei Wochen - das Warenwirtschaftssystem dagegen brauchte anfangs etwa 2 Stunden, später ungefähr noch 10 Sekunden). Ich benutze ihn derzeit immer noch hin und wieder als Taschenrechner auf dem Wochenmarkt.
    Im ganzen, weiten Netz habe ich dazu keine Info gefunden - kein einziges Bild, keine Anleitung, keine Angaben zu Verbrauchsmaterialien. Inzwischen habe ich immerhin herausgefunden, welcher Drucker drin ist.

    Rebell (die Marke gibt es auch heute noch, wurde aber von der tschechischen Moravia aufgekauft) hat diesen Rechner nicht gebaut, sondern als OEM-Ware vertrieben - daher weiß ich nichts über den wirklichen Hersteller. „Made in China” sagt das Etikett ... und an den Chip komme ich leider nicht heran, weil die Platine ins Gehäuse geklebt ist : (

    Rebell im Web - leider ist da nichts zu den alten Geräten zu finden - schade!
     
    Rebell
    Euro-Print 12


    1998
  • Anzeigeregister 12-st.,
  • Rechenregister,
  • Konstantenspeicher,
  • saldierender Speicher;
  • Grundrechenarten, Prozent, Mark-Up, Umrechnung zwischen zwei Währungen.
  • komfortable Endziffernkorrektur für die Eingabe (auch bei Ergebnissen einsetzbar), Wahl von 0-6 Nachkommastellen oder Fließkomma, Wahl von Auf-/Ab-/5/4-Rundung,
  • LCD-Anzeige mit 12 Stellen,
  • Chipsatz nicht ohne Zerstörung zu ermitteln,
  • Drucker ist ein Alps PTMFL63 mit Typenkette,
  • durch die dafür optimale Art der automatischen Konstantenspeicherung können per Näherungsrechnung Quadrat- und Kubikwurzeln (und theoretisch alle weiteren ganzzahligen Wurzeln) sehr einfach berechnet werden.
  • Kosmetisch und funktional sehr guter Zustand: Im Drucker war eine Halterung des Elektromotors gebrochen, der wird nun mit einem Plastikkeil innen so am Gehäuse fixiert, dass alles wieder perfekt funktioniert.
    Originalhülle und -anleitung fehlen, als Hülle dient nun ein genau passender Stoffbeutel („Vietnam Airlines”!), eine Anleitung (vermutlich ausführlicher als die originale) selbst geschrieben :)
     

    Taschenrechner Genie 510

    Für Notfälle immer im Marktwagen: Ein einfacher Winzrechner ( mit nur 33 g und 9,5 x 6 x 0,5 cm³ fast schon Scheckkartenformat). Rechner dieser Klasse sind Massen- und Wegwerfware - fast so häufig wie Kugelschreiber und oft ebenso billig gebaut. Aber dieser Zwerg wirkt vergleichsweise solide gebaut, hat etwas mehr als die Minimalausstattung und eine ganz passable Tastatur. Er wird immer noch als Neuware angeboten, und das wohl schon seit Jahren. Speicher und alle Funktionen sind in einem Chip integriert - der stammt offenbar von Xerox (der Rechner wird bei Amazon auch als Staples 120 und mit Aufdruck „Xerox 120” verkauft).

    Genie ist eine aktuell aktive Firma für Büroartikel in Wiesbaden. Sie tritt auch als Hersteller sehr unterschiedlicher Taschenrechner auf, aber offensichtlich kauft auch sie alles bei diversen chinesischen Herstellern ein - oder wie man das heute vornehm ausdrückt: Sie lässt die Geräte „in Lohnfertigung” herstellen.

    Genie im Web - aber nicht mal eine Supportseite mit Gebrauchsanleitungen ist das zu finden!
    Genie
    510


    ? - 2018
  • Anzeigeregister 8-st.,
  • Rechenregister,
  • Konstantenspeicher,
  • saldierender Speicher;
  • Grundrechenarten, Prozent, Quadratwurzel, Vorzeichenwechsel.
  • LCD-Anzeige mit 8 Stellen,
  • Chipsatz? Auf der Platine steht XRX-120-8...
  • Speicher- und Konstantenverwaltung auch hier geeignet, um sogar Kubikwurzeln relativ einfach zu berechnen.
  • Kosmetisch und funktional praktisch neuwertig. Anleitung fehlt (eigentlich verzichtbar, weil die Tasten fast selbsterklärend sind), daher selbst eine geschrieben.
     

    Taschenrechner Casio fx-82SOLAR

    Zum Vergleich ein wissenschaftlicher Taschenrechner, den es auch heute (Stand 2018) noch neu zu kaufen gibt:
    Der Rechner ist mit Funktionen reich ausgestattet, aber Speicherausstattung und Genauigkeit sind eher mäßig:
    arcsin (arccos (arctan (tan (cos (sin (9) ) ) ) ) ) ergibt hier 9.000015685, das konnte der Privileg SR54NC schon vier Jahrzente früher eine Stelle genauer.

    Casio (eine verwestlichte Schreibweise für den Gründer der Firma) wurde 1946 gegründet - also als Japan so ziemlich in Trümmern lag. Bereits 30 Jahre später war die Firma einer der Platzhirsche im Geschäft mit elektronischen Geräten, und heute ist sie das immer noch: Uhren, Taschenrechner, Musikinstrumente, Kameras und vieles mehr werden gebaut.

    Weitere Infos
     
    Casio
    fx-82SOLAR


    ? - 2016
  • Anzeige, 6 interne Rechenregister, saldierender Speicher,
  • Grundrechenarten, Prozent, Pi, Winkelfunktionen, Hyperbelfunktionen, 10er- und natürlicher Logarithmus, Quadrat- und Kubikwurzel, Potenzen, Fakultät, Kehrwert, Permutationen, Kombinationen, „Zufalls”zahl, 1-dimensionale Statistik mit 6 Ergebnissen, Umrechnungen: Deg/Rad/Grd, XY-/Polar-Koordinaten, Sexagesimal-/Dezimal-Winkel - und dazu überall wo es sinnvoll ist die Umkehrfunktionen!
  • Kann mit Brüchen und Grad-Minuten-Sekunden rechnen,
  • X-Y-Austausch, Stellenkorrektur und Vorzeichenwechsel,
  • LCD-Anzeige mit 10+2 Stellen,
  • Auf der Platine steht RCA500384-001V03 - das ist wohl der Chip?
  • Kosmetisch und funktional sehr guter Zustand: Alles praktisch neuwertig, nur auf der Hülle ein paar leichte Kratzer.
    Hardcover vorhanden, Anleitung von der Casio-Webseite herunter geladen (bravo, Casio!) und ausgedruckt.
    Wie geht's wohl weiter mit dem Rechnen und der Rechentechnik?
    Inzwischen werden ja selbst die einfachen Taschenrechner schon langsam zur „Technik von gestern”, denn jedes Smartphone hat einen besseren Rechner integriert.
    Und mein Eindruck ist, dass selbst die immer weniger benutzt werden: Immer weniger Leute rechnen noch selbst. Das macht stattdessen der Computer im Büro oder der Computer des Lieferanten: Ein Eintrag in die Excel-Tabelle, fertig. Ob's stimmt? Egal!
    Selbst in den Naturwissenschaften und im kaufmännischen Bereich wird deutlich weniger selbst gerechnet als z.B. vor 50 Jahren - in ersterem entwickelt man eher mal Computermodelle und lässt das dann „laufen” (wenn das Ergebnis nicht gut ausschaut, kann man ja noch die Vorgaben anpassen), in letzterem geben Hersteller meist fertige Preisempfehlungen vor und die Filialisten haben ohnehin feste Preisvorgaben aus der Zentrale. In den Kassen wird meist nur noch eingescannt und (sofern überhaupt noch bar gezahlt wird) sogar das Wechselgeld wird angezeigt - auch hier rechnet keiner mehr.
    Ob in den Schulen, im Handwerk und den Ingenieurbüros heute noch so viel wie früher gerechnet wird, entzieht sich hingegen meiner Kenntnis...

    Hier geht's zu meinen Computern...

    ... und hier zum Rechnerlexikon: