Alte Rechenhilfen, Rechenmaschinen und etwas Elektronik

Diese Sammlung gibt es natürlich vor allem, weil mir die Jagd nach den alten, technisch bemerkens­werten, vielleicht auch seltenen Geräten viel Spaß macht. Aber ich möchte auch gerne dabei helfen, einige der alten Fertigkeiten und Kenntnisse zu erhalten, deren Verlust heute droht. Das Erforschen des Innen­lebens der alten Geräte, die Reparatur der kleinen und großen Macken, das Wiederentdecken der nicht immer offensichtlichen Funktionen und Methoden und deren Dokumentation erhalten - so hoffe ich - einen kleinen Ausschnitt der Geschichte von Erfindungen, Technik und Industrie. Deshalb gibt es diese Webseite.
Mich interessiert ein musealer „Originalzustand” der Geräte kaum. Eine Maschine darf bei mir also verändert, aufgehübscht oder gar neu lackiert sein. Man darf auch sehen, dass sie benutzt, gewartet und repariert wurde. Wesentlich wichtiger finde ich das wundervolle Zusammenspiel der Kurbeln, Tasten, Hebelchen und Zahnräder: Es macht riesigen Spaß, wenn das auch nach mehr als einem halben oder ganzen Jahrhundert immer noch (oder noch schöner: nach erfolgreicher Reparatur wieder!) sauber läuft und korrekte Werte ausrechnet. Das kann vielleicht nur richtig nachvollziehen, wer selbst mal die Kurbeln dreht und die Mechanik sieht, hört und vor allem auch in den Fingern spürt.

Als Nebenaspekt verfolge ich gerne nach, wie die Maschinen gebaut, vermarktet und benutzt wurden: Wie teuer waren sie, wer nutzte sie wozu, welche Hersteller waren erfolgreich, warum? Zu den Bau­jahren, Produktionsmengen etc. finden sich im Internet allerdings oft unterschiedliche Angaben. Das erfordert eine Entscheidung, welchen Quellen eher vertraut wird. Manches ist ohnehin nur per Schätzung anzugeben, und auch dabei werde ich mich natürlich mal irren. Wenn jemand dann mehr weiß: Ich freue mich über Infos dazu!
(Kontaktmöglichkeiten im Impressum.)

Geräte mit Elektromotor gibt es hier nur wenige, denn die sind meist so komplex und schnell, dass ich deren Fehler nicht finde. Schwerpunkt meiner Sammlung ist daher die handbetriebene Mechanik, die ich so einiger­maßen reparieren kann.
Elektronische Geräte hingegen gibt es etwas öfter zu sehen: Meist solche, die wirklich bei mir oder in meinem Bekanntenkreis benutzt wurden, dazu noch einige mit den schönen alten Leuchtanzeigen: „Nixies“ und Panaplex-Anzeigen gefallen mir einfach zu sehr!

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Neu

Contex 230

4.8.2021
Facit NE

5.8.2021
Brunsviga 13

6.8.2021
ALFA C

7.8.2021
Everest Z5R

8.8.2021
Madas IX

19.8.2021

Geschichte

Die ersten Rechenmaschinen (17. Jahrhundert)

Die erste heute bekannte Rechenmaschine wurde im Jahr 1623 vom Mathematiker und Astronomen Wilhelm Schickard konstruiert. Damit war er seiner Zeit voraus, denn es gab kaum Bedarf nach solchen Maschinen. Für Johannes Kepler wollte er ein weiteres Exemplar bauen, aber dazu kam es nicht mehr: Schickard starb an der Pest und in den Wirren des 30jährigen Krieges ging die Maschine verloren. Die Erfindung wurde vergessen, bis man im 20. Jahrhundert Schickards Originalskizzen und einen Brief an Kepler fand.
1643 konstruierte Blaise Pascal die Pascaline, eine Maschine für Addition und Subtraktion. Die war zuerst nur als Einzelstück gedacht, aber es gab offenbar schon ein wenig Nachfrage nach Rechen­maschinen. Pascal ließ daher ungefähr 50 weitere Exemplare bauen.
Nächster Entwicklungsschritt war die Erfindung der Staffelwalze durch Leibniz im Jahr 1671. Im Laufe mehrerer Jahrzehnte(!) konstruierte er seine „machina arithmetica“, die erstmals alle vier Grundrechenarten beherrschte (die sogenannten „vier Spezies“ des Rechnens). Von ihr wurden aber wieder nur wenige Exemplare gebaut.

Weitere Einzelstücke entstehen (18. Jahrhundert)

Viele neue Rechenmaschinen wurden konstruiert, z.B. auch durch Hahn und Müller. Doch der Stand der Technik ermöglichte noch nicht die für eine Serienfertigung notwendige Präzision und anscheinend war auch der Rechenbedarf noch nicht allzu hoch. Diese Rechenmaschinen blieben daher unerschwinglich teure Einzelstücke, die letztlich meist in den Kuriositäten­sammlungen der Fürsten verschwanden.

Beginn der Serienproduktion (19. Jahrhundert)

Doch allmählich wuchs in allen Industrie­ländern der Bedarf nach mechanischen Rechenhilfen: Versicherungs­risiken, Geschossbahnen, die Statik von Brücken und vieles mehr sollten nun immer öfter (und genauer) berechnet werden.
Mit der Weiterentwicklung präziser Fein­mechanik (für Nähmaschinen, Waffen, Uhren und anderes) entstanden auch die Voraussetzungen für eine Serien­produktion zuverlässiger Rechenmaschinen.
Verschiedene Erfinder entwickelten ganz unter­schiedliche Konstruktionen, die auf den großen Industrieausstellungen zueinander in Konkurrenz traten. Die erste wirkliche Serienfertigung gelang C.X.Thomas de Colmar in Paris, der ab 1820 eine Maschine auf Basis der Leibniz'schen Staffelwalze konstruierte. Er nannte sie „Arithmometre“ und fand ab 1850 erste Kunden: große Handelshäuser, Banken und Versicherungen, aber auch staatliche Stellen für ihre Statistiker, Artilleristen, Ingenieure, Landvermesser und Universitäten.
Der Arithmometer blieb einige Jahr­zehnte ohne Konkurrenz, dann liefen die Patente ab und andere Hersteller brachten Nachbauten auf den Markt. Vor allem aus Deutschland kamen ab etwa 1880 immer mehr und immer ausgereiftere Nachbauten auf den Markt. Zur gleichen Zeit begann erst in Russland und bald auch in Deutschland die Serienfertigung von W.T.Odhners Sprossenrad-Maschinen, die zur zweiten Gruppe erfolgreicher Maschinen wurden. Ebenfalls noch vor der Jahrhundertwende kamen vor allem aus den USA die ersten großen Addiermaschinen auf den Markt.

Blüte und Untergang der Mechanik (20. Jahrhundert)

Mit dem immer schneller steigendem Rechenbedarf wuchs auch das Angebot an mechanischen Rechen­maschinen. Neu entwickelte Zusatzeinrichtungen. Motorisierung und Automatisierung verbesserten deren Leistungsfähigkeit, nach Ablauf der Patente fanden sich dann oft weitere Entwickler, die daraus eine unüberschaubare Anzahl von Abwandlungen schufen - die am Markt mal mehr, mal weniger erfolgreich wurden.
Die Methoden der Fabrikation wurden effizienter und ermöglichten immer höhere Präzision. Das verbesserte die Zuverlässigkeit der Maschinen und ließ die Preise sinken, was den Absatz der Maschinen noch förderte. Der Wettbewerb um günstige Preise führte allerdings gelegentlich (besonders in der letzten Phase) auch wieder zu Qualitätsverschlechterungen.


Egal ob hand- oder motorbetrieben, Sparversion oder Superausstattung, Sprossenrad, Staffelwalze oder Schaltklinke: 1961 begann das schnelle Ende der Mechanik. In diesem Jahr kamen die ersten ANITAs und deren „Kollegen“ in die Büros. Innerhalb eines Jahrzehnts machten sie alle mechanischen Rechenmaschinen obsolet, fast alle Firmen stellten schnell die Produktion ein. Nur im damaligen „Ostblock“ erfolgte diese Entwicklung deutlich später, noch in den 70er-Jahren wurden dort mechanische Rechenmaschinen gebaut.
Rechenschieber und Logarithmentafeln hielten sich in den Ingenieur­büros, Schulen und Universitäten noch etwas länger, weil die frühen elektronischen Geräte noch zu wenige Funktionen hatten. Die integrierten Schaltkreise elektronischer Rechner wurden aber bald kleiner, leistungsfähiger und preiswerter. Am 12. Juli 1972 startete in den USA der Verkauf des Hewlett-Packard HP‑35, der alles (insbesondere Logarithmen, Potenzen und Kreisfunktionen) genauer und schneller rechnete als ein Rechenschieber. Allerdings kostete er anfangs noch knapp 400 $.
Am 13. Juni 1976 erschien dann mit dem TI‑30 der erste wissenschaftliche Taschenrechner, der gerade mal 25 $ kostete. Auch die Rechenschieber und Logarithmentafeln wurden nun schnell wertlos und verschwanden.
Neben den Vorteilen (Genauigkeit, Schnelligkeit, leichtes Erlernen, immer mehr Funktionen) bringen die modernen Tisch- und Taschenrechner aber auch Nachteile mit sich: Das fehlende Gefühl für das, was man da gerade rechnet führt hin und wieder zu folgenreichen Fehlern. Jedem Display wird vollkommen vertraut, kaum jemand kann bei dem hohen Rechentempo noch einen Überschlag im Kopf machen, ob das Eingetippte und Angezeigte auch stimmen kann. Zudem wird von der Elektronik oft eine Genauigkeit vorgetäuscht, die gar nicht existiert: Was nützen z.B. 11 Nachkommastellen, wenn die eingegebenen Messwerte nur auf zwei Stellen genau waren?

Warum waren die USA und Japan in der Elektronik so lange führend?

Auch europäische Rechenmaschinen-Hersteller versuchten sich an der Produktion elektronischer Rechner, doch fast überall traf man ganz schnell Vereinbarungen mit verschiedenen japanischen Elektronikproduzenten. Das geschah nicht wegen fehlender Kompetenz in der Elektronik, sondern weil die Herstellung der frühen elektronischen Geräte noch aufwendigste Handarbeit (und daher in Europa unbezahlbar) war. Die japanischen Löhne hingegen waren konkurrenzlos niedrig, also kauften dortige Firmen US‑amerikanische Chips und bauten um diese herum Rechner, die dann von den europäischen Firmen (im Vergleich zur Eigen­produktion) recht günstig angeboten werden konnten. Damit lieferten die großen, etablierten Vertriebs­netze der Büromaschinen-Hersteller den japanischen Firmen Starthilfe, was den Untergang noch beschleunigte: Lange vor der Einführung rationellerer Herstellungsweisen waren die alten Industrien komplett vom Markt gefegt.
Auch in den USA war das Lohnniveau eigentlich zu hoch für die aufwendige Handarbeit beim Bau der elektronischen Geräte. Doch dort wurde vom Staat (vor allem dem Militär) gegengesteuert, denn man wollte das damalige Fast-Monopol der Chip-Fertigung und andere Kompetenzen so lange wie möglich im Land behalten. Also gab es hohe Subventionen und viele teure Aufträge für die einheimischen Firmen. So konnten amerikanische Hersteller einige Zeit mithalten oder gar die Technologieführerschaft erringen. Noch viele Jahre mussten auch die japanischen Hersteller die „Chips“ überwiegend in den USA kaufen.

Grafik der Produktionsjahre meiner Geräte (ab 1904):
Anmerkung zu den Jahreszahlen

Viele Rechenmaschinen wurden sowohl technisch als auch im Design ständig weiter entwickelt. Da ist es nicht immer klar, was als Markteinführung bzw. Produktionsbeginn gelten soll: Ist z.B. die Brunsviga B mit der neuen Eingabelöschung ein neues oder doch nur ein verbessertes Modell? Macht das neue Gehäuse eine Monroe LN 160 zu einer neuen Maschine? Sind Vor- und Nachkriegs­modelle der Thales CER das Gleiche?
Ich halte mich in solchen Fällen meist an die Hersteller­bezeichnungen und daran, ob sich an der Technik etwas Wesentliches geändert hat. Dabei bleibt gelegentlich eine Art „Grauzone“, in der das Ansichtssache bleibt.
Dazu kommt als noch größeres Problem die oft uneinheitliche Quellenlage ... also sind alle Jahreszahlen mit etwas Vorsicht zu genießen!

Galerie

Reihenfolge innerhalb der Gruppen nach Produktionsbeginn

Rechenhilfen, mathematische Instrumente, Tafeln

Was gehört zu dieser Gruppe?

Geräte wie Abakus, Zahlenschieber o.ä. (aber auch elektronische Tischrechner) werden vielfach als Rechenmaschinen bezeichnet. Das ist aber nicht korrekt (und stört massiv bei der Suche auf ebay), denn eine „Maschine“ hat stets eine Übertragung von Kräften zwischen ihren bestimmenden Teilen, ob nun über Hebel, Zahnräder, Seilzüge oder sonstwie. Eine echte Rechenmaschine hat daher mindestens eine Baugruppe, in der die Wert­speicherung und der Zehnerübertrag mechanisch erfolgen und sie ermöglicht damit mindestens eine der vier Grundrechenarten.
Hier sind diejenigen Objekte versammelt, die diese Definition nicht erfüllen, aber auch keine elektronischen Geräte sind.

mehr zu den Kugelrechnern

Die ältesten „Rechenhilfen“ der Menschheit sind sicher die eigenen Finger. Irgendwann fing man an, Stöckchen, Steinchen, Muscheln usw. zu benutzen. Spätestens die Sumerer entwickelten dann Regeln für deren Benutzung: Sie ritzten oder malten Linien für unterschiedliche Wert­stufen (z.B. 1 ‑ 12 ‑ 60...) und legten entsprechend mehr oder weniger Kiesel­steinchen darauf.
Die Römer nannten solche Steinchen ganz einfach „kleiner Kieselstein”: auf lateinisch „calculus”. Als später Muscheln, Münzen oder anderes anstatt der Steinchen benutzt wurden blieben das „calculi” - und deshalb „kalkulieren” wir.
Ebenfalls von den Römern kennen wir das erste „richtige Gerät” mit fest eingebauten calculi, den „Abacus”.
Daher wird Abakus gerne als Oberbegriff für alle Varianten des Geräts benutzt. Nicht alle davon sind Geräte von gestern: Man schätzt, dass immer noch rund 40% der Weltbevölkerung zumindest ab und zu eine der Abakus-Varianten nutzen, obwohl einfache Solar-Taschenrechner (z.B. der hier) durch Massenfertigung inzwischen spottbillig sind.

mehr zu den Zahlenschiebern

Schon früh wurden diese kleinen, billigen Rechen­hilfen „für Jedermann“ entwickelt und vertrieben.
Das Prinzip des Zahlenschiebers war bereits vor 1600 bekannt, aber erst 1847 fand Hermann Kummer einen Weg für den „halbautomatischen“ Zehner­übertrag (die „Kurve“ ganz oben in der Rille). Ab 1889 wurden Zahlenschieber in größeren Mengen produziert, ab 1920 wurden sie zum erfolg­reichen Massenprodukt.
Anfang der 70er-Jahre stellten die meisten Firmen die Produktion ein, denn die Elektronik trat ihren Siegeszug an. Einzelne Zahlenschieber wurden aber noch bis Ende der 80er-Jahre gebaut: In manchen Weltgegenden war man noch lange froh über preiswerte Geräte, die ohne Strom und Batterien funktionierten und in den USA gab es noch Bedarf nach speziellen Zahlenschiebern für die komplizierten amerikanischen Längenmaße.

mehr zu den Rechenschiebern

Bereits 1632 hatte William Oughtred die Idee, zwei gegen­einander verschiebbare logarithmische Skalen als Rechen­hilfe zu benutzen. Spätestens um 1900 waren Rechenstäbe dann für jeden Ingenieur DAS Statussymbol schlechthin (so ähnlich wie das Stethoskop für Ärzte).
Sie waren zwar ungenauer als Rechenmaschinen (man konnte nur auf drei bis fünf Stellen genau ablesen), aber mit entsprechender Übung viel schneller zu bedienen. Selbst bei komplizierten Rechnungen konnten die Ergebnisse oft nach wenigen Handgriffen abgelesen werden. Die Stellung des Kommas musste man dabei allerdings im Kopf behalten und überschlägig mitrechnen - was auch Vorteile hatte: Man wusste so stets gut, was man da eigentlich berechnete.
Auch die Mondraketen wurden noch mit Hilfe von Rechenschiebern entwickelt, aber inzwischen haben die Taschenrechner sie fast völlig verdrängt. Nur in manchen Nischen werden noch spezielle Geräte genutzt, so haben z.B. selbst moderne Flugzeuge für Notfälle noch so etwas wie eine E6B im Cockpit.
Viele Infos zu Rechenschiebern gibt es bei Rechenschieber.org.

Kleinaddierer

Was gehört zu dieser Gruppe?

Nicht immer waren große, teure Rechenmaschinen nötig, oft konnte man sich auch keine leisten. Dann benutzte man entweder einfache Rechen­hilfen aus der vorigen Gruppe oder die hier versammelten kleinen Maschinen, die im Resultatwerk einen Zehner­übertrag haben. Mit ihnen kann man ganz gut addieren, oft auch einigermaßen subtrahieren. Multiplikation oder gar Division sind damit aber entweder gar nicht oder nur sehr behelfsmäßig möglich.
Was Kleinaddierer hauptsächlich von den „großen“ Addiermaschinen unterscheidet ist die meist geringe Stellenzahl, manchmal auch die eingeschränkte Funktion oder umständliche Bedienung.

Ein- bis Dreispeziesmaschinen

Was gehört zu dieser Gruppe?

Die Maschinen dieser Gruppe heißen im englischen "adding machines" - selbst wenn sie Subtraktions- und Multiplikationsmechanismen haben. Das erklärt sich aus der Entwicklung: An deren Anfang standen Maschinen, die wirklich nur addieren konnten (meist über eine Zahnstangen-Mechanik). Dann wurden Umkehrmechanismen für die Subtraktion eingebaut, später kamen Einrichtungen für die Multiplikation (und ggf. Speicherwerke) dazu. Besonders für den kaufmännischen Bereich waren solche Maschinen bestens geeignet.
In der letzten Ausbaustufe beherrschten die Maschinen (dann stets elektrisch angetrieben) auch die automatische Division - aber dann gehören sie nicht mehr hier her.

mehr zu den „key-driven adding machines“ (Comptometer-Typ)

Eine Sonderstellung nehmen die Geräte ein, bei denen schon der Tastendruck zum Antreiben der Mechanik ausreicht. Diese Gruppe stellt bis heute die schnellsten Addiergeräte, denn wenn ein geübter Bediener darauf addiert hält kein Taschenrechner mit. Auch für die anderen Grundrechenarten gab es besondere und recht schnelle Verfahren, die man in speziellen Kursen erlernen konnte. Durch das intensive Training und die Verankerung dieser Verfahren im Unbewußten (was erst das Tempo ermöglichte) waren die Kursteilnehmer begehrte Mitarbeiter.

Staffelwalzen-Maschinen

Was gehört zu dieser Gruppe?

Schon 1671 erfand Gottfried Wilhelm Leibniz die Staffelwalze: Eine Walze mit neun verschieden langen „Rillen“, an der ein Zahnrad so entlang geschoben wird dass es je nach Stellung von keiner bis allen neun Rillen gedreht wird. So kann man die Ziffern 0 bis 9 ins Resultatwerk übertragen (in diesem Youtube-Video wird die Funktion sehr schön gezeigt).
Die erste in Serie gebaute Rechenmaschine (ab ca. 1850) hatte Staffelwalzen. Die wurden im Laufe der Jahrzehnte weiter entwickelt: Sie wurden beweglich, geteilt, verdoppelt, vereinfacht, in der Zahl verringert und zuletzt miniaturisiert. Trotzdem ist das Prinzip dahinter immer noch das von Leibniz erfundene.

Sprossenrad-Maschinen

Was gehört zu dieser Gruppe?

Der schwedische Entwickler W.T.Odhner brachte um 1870 herum das Sprossenrad mit neun ein- und ausfahrbaren „Zähnchen“ zur Produktionsreife (in diesem Youtube-Video wird die Funktion eines Sprossenrades gut erklärt).
Ab etwa 1890 stellte er in St.Petersburg seine ersten Maschinen her. Wegen des beweglichen Schlittens waren sie vor allem für Aufgaben geeignet, bei denen viel multipliziert oder dividiert werden musste.
Odhner vergab auch Lizenzen an andere. Diese (und nach Ablauf der Patente auch weitere) Firmen entwickelten die Maschinen ständig weiter und wurden teils erfolgreicher als Odhner selbst.

Geräte mit Tasteneingabe

Weil die Eingabe mit den kleinen Stellschieberchen recht mühselig ist wollte man auch Sprossenrad-Maschinen mit der Tasten-Eingabe ausstatten. Karl Rudin gelang kurz nach 1930 die Konstruktion einer zuverlässigen Mechnik. Sein System wurde zuerst bei Facit gebaut und später häufig kopiert. Es verbesserte die Eignung dieser Maschinen für Addition und Subtraktion erheblich.
Auch wenn diese Maschinen ganz anders aussahen und bedient wurden: Innen werkelten immer noch (evtl. abgewandelte) Sprossenräder des „Odhner-Typs“.

pinwheel.exe

bei D.E.Dirkse  

sonstige Vierspezies-Maschinen

Was gehört zu dieser Gruppe?

Mehrere andere Systeme zur Werteingabe ins Resultatwerk wurden entwickelt, haben aber den Markt nie so dominieren können wie die Staffelwalze und das Sprossenrad. Dabei hatten einige davon sogar Vorteile für das Rechnen mit Motorantrieb oder die Automatisierung.
Hier sind solche Maschinen versammelt, soweit deren Mechanik alle vier Grundrechenarten ermöglicht.

Elektronik

Was gehört zu dieser Gruppe?

Die folgenden Rechner zeigen die (vor allem aus Japan und den USA vorangetriebene) Entwicklung der rechnenden Elektronik, daneben aber auch, wie manche europäischen Rechenmaschinen-Hersteller dabei mitzuhalten versuchten.
Zugegeben: Einige der Geräte wollte ich auch einfach haben, weil ich Nixie-Röhren wunderschön finde ... deshalb sind es ein paar Beispiele mehr als eigentlich nötig.

  (Fast nur) Notebooks... meine Computer von 1984 bis heute

Liste

F = mit Infos zu Firmen (Hersteller/Vertrieb)

 F  Addiator (Basismodell)
 F  Addifix-9
 F  Addimult Ziffrex
 F  Addo-X 2341E
     Addo-X 9354
 F  ALCO
 F  ALFA C
 F  Archimedes H
 F  Aristo 89
     Aristo Scholar
     Badenia TEH10
 F  Badenia TH13
     Brunsviga 10 (1933)
     Brunsviga 10 (1952)
     Brunsviga 13
     Brunsviga 13B
     Brunsviga 13RK
     Brunsviga 13RM
     Brunsviga 20
     Brunsviga A 58
     Brunsviga B (1904)
 F  Brunsviga B (1909)
     Brunsviga D 13 R-1
     Brunsviga D 13 Z/2
     Brunsviga M III
     Brunsviga MD
     Brunsviga MH
     Brunsviga MR
     Brunsviga Nova II
 F  Burroughs Calculator 5205
     Burroughs Portable 90801
 F  Busicom HL-21
 F  Casio fx-1
     Casio fx-82SOLAR
     Casio HL-805
 F  Comptator
 F  Comptometer H
     Comptometer J
     Consul Rechenaffe
     Contex 10
     Contex 230
 F  Contex A
     Contex D11
 F  Curta I
 F  Denon DEC-61A4
 F  Diehl EvM15
 F  Direct-II
 F  Elektronika Mk59
 F  Everest Z4
     Everest Z5
     Everest Z5R
     Faber-Castell 4/54
     Faber-Castell 52/82
 F  Faber-Castell Addiator 1/87A
     Faber-Castell Addiator 67/22R
     Facit 1004
     Facit 1129
     Facit 1131
     Facit C1-13
     Facit C1-19
     Facit CM2-16
     Facit NE
 F  Facit TK (1938)
     Facit TK (1953)
 F  Fei Yu Pai JSY-20
 F  Formelscheiben GdED
 F  Friden H8
     Friden STW10
 F  General Teknika 1200
     General Teknika 1218
 F  Genie 510
 F  GZSM „Felix“ A3
     GZSM KSM-1
     Hamann Automat T
 F  Hamann Manus „C”
     Hamann Manus R
 F  Ibico 1217
 F  Interton PC2008
 F  Komet TA
 F  Kuhrt A2
 F  Liebermann TE 8000
 F  Lightning Adding Machine
 F  Lindström Record
 F  Lipsia Addi 7
 F  Litronix 1100A
 F  Madas IX
 F  Madix HM
 F  Marchant H9
 F  Melitta VII/16
 F  Mercedes-Euklid 4
     Mercedes-Euklid 29
 F  Mesko KR-19S
 F  Mira Visier
 F  M.J.Rooy
 F  Monroe LN-160X
     Napier'sche Stäbchen
 F  NCR 1652
 F  Neckermann Haushaltkalkulator
 F  Nisa K2
     Nisa K5
     Norma Grafia 190
 F  Norma Merkuria 190
     Numeria 5905
 F  Numeria 7101
 F  Odhner 27
     Odhner 239
 F  Olympia 192-030
     Olympia AM 209
 F  Ott Planimeter
 F  Pilot P1
     Precisa 103
 F  Precisa 117
     Precisa 164-12
 F  Privileg 03987
     Privileg PR55NC
     Privileg SR54NC
     Produx axbxc
 F  Produx Multator II
     Produx Multator-4
 F  Rebell Euro-Print 12
 F  Record LM
 F  Rema 1
 F  Remington 1001
 F  Resulta BS 7
     Resulta BS 7 Export
 F  Rheinmetall Id
     Rheinmetall D IIc
     Rheinmetall „DS Ie“
 F  Rokli 7R
     Rokli 7RS
     Rokli 16R
 F  Royal MK12
 F  Schetmash (Kursk) „Felix“ M
 F  Schetmash (Penza) VK-1
 F  Schubert DRV
 F  Schumm Rechenbox
     Sharp CS-241
     Sharp CS-243V
     Sharp CS-6301
     Sharp ElsiMate EL-8048
 F  Sharp QT-8D
     Sharp QT-8B
 F  Siebert Rechentafeln
 F  Silver-Reed Mini
 F  Stima CMSIII
     Stima MSIII
     Stschoty
     Suan Pan
 F  Sumlock 909/C
 F  Summira 7
 F  Thales C
     Thales CER
     Thales DER
     Thales GEO
     TIM 1
 F  TIM II
 F  Tomoe Soroban
 F  Triumphator C
     Triumphator CRN1
     Triumphator HZN
     Triumphator KA
 F  Tröger Rechenscheibe
 F  TRS Calcorex
     Walther Comptess
     Walther ETR4
     Walther RKZ
 F  Walther RMK
     Walther WSR160
 F  X x X
 F  Zivy Zähler

Abzugeben

Diese Exemplare warten auf ein neues Zuhause - machen Sie mir ein Angebot, falls Sie Interesse daran haben:

Links

Museen und Referenzseiten


die Referenz für Rechenmaschinen und ‑hilfen, Online-Wiki
Online-Version des Standardwerks von „Ernst Martin“
DAS deutsche Rechenmaschinen-Museum!
mit den Sammlungen „adding machines“ und „calculating machines“
die Referenz für elektronische Rechner
Archiv des Büromaschinen-Lexikons bei Markus Sigg

Sehenswerte Sammlungen

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John Wolff








美好的一天。別哭,他們結束了。微笑,他們一直。
孔夫子