Meine Sammlung mit Rechenhilfen und Rechenmaschinen

Hier sind alle bei mir versammelten Dinge aus Vor-Computer-Zeiten aufgeführt, die mal bei uns zum Rechnen benutzt wurden. Zu einigen davon ist im Netz praktisch nichts zu finden, aber ich habe zu allen Geräten Anleitungen (z.T. musste ich mir selbst welche schreiben).
In der Sammlung kann ich lediglich die Entwicklung der Rechentechnik in der „normalen” Bevölkerung darstellen. Für eine Leibnitz'sche Rechenmaschine, eine Pascaline oder Enigma reicht mein Geld nicht, für einen Colossus oder ENIAC reichen weder Geld noch Platz. Also beschränke ich mich gezwungenermaßen auf solche Technik, die „Jedermann” (zumindest mit dem nötigen Kleingeld dafür) haben konnte.
Schwerpunkt wird die reine Mechanik bleiben. Daher wird es hier höchstens als große Ausnahme mal ein elektromechanisches Gerät zu sehen geben - und auch nur diejenige Elektronik, die wirklich bei mir oder in unserer Familie mal benutzt wurde.

Was fehlt hier noch?

Bisher sind hier zu sehen:
Abakus
Aristo Rechenschieber
Tröger Rechenscheibe
Ott Planimeter
NCR Registrierkasse
Brunsviga A 58
Olympia 192-030
Addifix-9
Brunsviga 20
Schubert DRV
Odhner 239
Walther WSR 160
Numeria 7101
Mesko KR-19S
Facit CM2-16
Contex 10
Interton PC2008
Privileg SR54NC
Ibico 1217
Rebell Euro-Print 12
Hersteller,
Name/Modell/Typ,
ggf. Seriennummer

gebaut von - bis
Speicherwerke (Kapazität); Funktionen Besonderheiten Zustand, Sonstiges

Abakus (Suan Pan)
Nach den Fingern, den wohl ältesten Rechenhilfen der Menschheit, kam irgendwann das „Rechnen auf Linien” als erster Ansatz zur Technisierung auf. Spätestens die Sumerer kannten das Prinzip schon, sie benutzten Kiesel oder andere „Calculi” und legten diese auf auf Linien, die sie z.B. auf Tische oder Platten malten.
Die ersten richtigen „Geräte” mit fest eingebauten Kugeln findet man aber bei den Römern als „abacus”.
Vermutlich etwas nach 1000 n.Chr. (so genau weiß man es nicht, weil die erste unumstrittene Abbildung aus dem Jahr 1573 stammt) entwickelte sich in China dann diese Form, der Suan Pan. Ob die Idee von den Römern übernommen wurde - Handelsbeziehungen gab es schließlich - ist auch umstritten. Italienische und chinesische Historiker sehen das unterschiedlich.
Bis 2002 gab es in China noch verpflichtende Abakus-Prüfungen für bestimmte Buchhaltungsberufe. Noch heute gibt es im ostasiatischen Raum Spezialisten, die selbst bei komplizierteren Rechnungen jeden Taschenrechner alt aussehen lassen und entsprechende Schnellrechner-Wettbewerbe. Auch im Alltag wird hin und wieder noch mit dem Abakus gearbeitet - zumindest da, wo meist nur addiert und subtrahiert werden muss wie z.B. auf Märkten. Aber allmählich verdrängen auch dort die Taschenrechner die alten Methoden...

Guckst Du hier was damit alles geht!
Lotus Flower
Suan Pan

vor 1573 - heute
  • 13 Holzstäbchen und 91 Holzperlen
  •   Neuwertig, ungebraucht (war ein Geschenk),
    Anleitung aus dem Web geholt.
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    Rechenschieber Aristo 89
    Vor den Taschenrechnern gab es auch das hier - und zwar mehrere hundert Jahre lang. 1632 hatte William Oughtred die Idee, zwei gegeneinander verschiebbare logarithmische Skalen als Rechenhilfe zu benutzen - dazu mussten allerdings erst um 1615 herum durch Chuquet, Stifel, Bürgi und vor allem Napier die Logarithmen (wieder)entdeckt werden. Spätestens um 1900 war der Rechenschieber dann DAS Statussymbol schlechthin für jeden Ingenieur.
    Doch 1972 brachte Hewlett-Packard den ersten Taschenrechner heraus, der alles konnte, was auch der Rechenschieber kann - und noch mehr ... das war's dann: Fast über Nacht waren Rechenschieber völlig „out”.
    Nur in bestimmten Nischen werden noch Rechenschieber oder -scheiben genutzt - selbst moderne Flugzeuge haben z.B. für Notfälle noch eine E6B im Cockpit.
    Die komplizierte Bedienung der Rechenschieber hatte durchaus auch Vorteile. Wer mit diesem Gerät umgehen konnte wusste stets ganz gut, was er da berechnete. Und anders als bei Taschenrechner oder Computer behielt man ein Gespür für Fehlertoleranzen - und die von der Elektronik vorgetäuschte Genauigkeit (was nützen mir 11 Nachkommastellen, wenn die eingegebenen Messwerte nur auf zwei Stellen genau sind?) gab es da nicht.
    Dieser Rechenschieber von ca. 1960 ist mit knapp 16cm winzig klein und war eher ein Werbegeschenk, mit dem man einen gestandenen Ingenieur vermutlich beleidigt hätte. Die großen, oft bis 50cm langen Stäbe waren wesentlich genauer abzulesen und hatten viele zusätzliche Skalen.

    Artikel aus Spektrum der Wissenschaft
    Rückseite
    Aristo
    Nr. 89
    Nr. 5020

    1936-1977
  • Skalen: K A (B CI C) D L, hinten: (S ST T) d.h.: Kubik, Quadrat (2x), Kehrwert, Grundskala (2x), Log; hinten sin(auch für cos), sin für kleine Winkel und tan (auch für cot),
  • Lineal für cm und inch.
  • Der Benutzer musste immer wissen, wo die Kommastelle zu setzen war,
  • unter der Zunge Aufdruck: „WILHELM FISSENEWERT GÜTERSLOH Gelenkketten - Kettengetriebe”.
  • Fast wie neu,
    Originalhülle vorhanden, Originalanleitung nicht - allgemeine Anleitung für Rechenschieber aus dem Web geholt und um die Skalen dieses Gerätes ergänzt.
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    Tröger Rechenscheibe
    Eine Sonderform des vorigen Prinzips ist das hier: Durch die runde Form ist das ein quasi "endloser" Rechenschieber.
    Allerdings eine recht primitive Form mit nur drei Skalen, laut Hersteller gedacht „für den Gross- und Einzelhandel aller Branchen”.
    Damit hat mein Vater bis 1973 Preise und Handelsspannen berechnet, aber erst nach 1968 kann er die Scheibe gekauft haben: In der Anleitung stehen 11% Mehrwertsteuer (fast halb so viel wie heute, aber damals reichte das Geld für ordentliche Schulen und Autobahnen).
    Die Firma Tröger begann vor 1920 (Patent ab 1904) mit dem Bau ihrer „runden Rechenschieber”. Nach der Teilung Deutschlands wurde dann im Westen bis Ende 1974 weiter produziert. Es gibt verschiedene Modelle, das hier ist die letzte Baureihe.

     
     
    Hans Tröger
    Rechenscheibe

    ca. 1950 - 1974
  • Zwei logarithmische Skalen für Multiplikation und Division,
  • Prozentwerte, Angabe von 1 inch, 1 oz, Pi und 1 lbs.
  •   leichte Gebrauchsspuren,
    Originalanleitung vorhanden.
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    Ott Planimeter
    Ein Rechenhilfsmittel der besonderen Art:
    Mit Planimetern bestimmt man Flächen, z.B. in Landkarten oder technischen Zeichnungen. Die gibt es in verschiedenen Arten, eine davon ist dieses Polarplanimeter.
    Man stellt die Armlänge auf den Kartenmaßstab ein, setzt die Spitze auf einen beliebigen Punkt am Rand der zu messenden Fläche, liest den Wert der Skala ab (oder stellt auf Null), führt die Spitze einmal möglichst exakt um diesen Rand und liest den Wert wieder ab. Mit einer kleinen Korrekturrechnung (die Angaben dazu stehen im Etui des Geräts) hat man schnell die Fläche ermittelt - hier im Bild die Fläche des Plattensees (übrigens 594 km²). Die Genauigkeit des Gerätes ist bei größeren Flächen meist höher als die genaueste Zeichnung...
    Dieses Planimeter wurde (vermutlich irgendwann in den 50er- oder 60er-Jahren) von der Firma A.Ott aus Kempten gebaut. Die Firma gibt es noch, sie gehört aber seit 2002 einer „Heuschrecke” und baut keine Planimeter mehr, sondern Messgeräte für Wasserwirtschaft und Meteorologie. Auch heute noch werden Planimeter (z.B. hier) hergestellt.

    Weitere Infos
     
    A.Ott
    Modell ???
    No.55425

  • 2 Noniusskalen an Arm und Messrad, zusätzliche Skala für Anzahl der Messraddrehungen.

  • mit Kalibrierungslineal und Ersatzspitzen.
  • Kosmetisch schlechter, funktional sehr guter Zustand: Schwarze Farbe überall stark abgestoßen, oberer Spitzenabschluss abgebrochen (kein Funktionsverlust),
    Etui intakt, aber ebenfalls stark abgestoßen,
    ohne Anleitung erhalten, aber nachgedruckt - im Internet gab es die Originalanleitung als PDF.
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    NCR Registrierkasse 1652
    Das hier rechnet auch - wenn auch nur Tagessummen.
    Diese Kasse fand mein Vater vor, als er 1972 ein Ladengeschäft in Frankfurt übernahm. Einige Monate tat sie dann noch ihren Dienst, dann kam eine „modernere” Registrierkasse und sie wanderte in den Keller.
    Die Liste der NCR-Seriennummern zeigt, dass die Kasse 1949 gebaut wurde - sie war also mindestens 22 Jahre im Einsatz. So lange hält heute keine mehr. Ach ja: Die Stempelfarbe musste ich etwas auffrischen und die Papierrollen (im ungebräuchlichen 4,4cm-Format) umspulen, mit ein wenig Öl funktioniert sie nun fast wieder wie am ersten Tag.
    Die National Cash Register Company gibt es unter diesem Namen seit 1884. Durch aggressives Marketing und Aufkauf vieler Konkurrenten (oft nach massiver Einschüchterung und anderen unsauberen Sachen - um in den USA wegen unlauterer Geschäftspraktiken zu Gefängnisstrafen verurteilt zu werden, muss man schon ziemlich was anstellen) erreichte NCR in den USA schon 1910 95% Marktanteil.
    Auch in Deutschland hießen die meisten Kassen „National”, sie wurden ab 1896 in Berlin, ab 1945 in Augsburg hergestellt. Ab 1953 war NCR einer der Pioniere der EDV-Entwicklung, 1997 zog sich NCR aus dem Computergeschäft zurück. Kassen werden immer noch gebaut, sie sehen heute aber etwas anders aus...

     
    Anzeige, Zahnsegmente, Summierwerk
    Nationale Registrierkassen GmbH Augsburg
    N-1652-B
    Seriennummer U 4502040

    ca. 1930 - ?
  • Eingabewerk (mit Kassierer- und Kundenanzeige) 4-st.,
  • Summierwerk 7-st.,
  • Druckwerk doppelt (für Bon und Journal).

  • Bondruck abschaltbar,
  • Ablesung und Löschung des Summierwerks mit zwei Schlüsseln,
  • ein kleines, nicht rückstellbares Zählwerk zählt die Nullstellungen,
  • manuelle Datumseinstellung des Druckwerks.
  • Kosmetisch mäßiger, funktional passabler Zustand: Alle Funktionen gehen, aber der Druck ist etwas schwach,
    Andruckleiste für Journaldruck mit Gummiblock ersetzt, Firmeneindruck im Bon („Reformhaus am Lokalbahnhof”) ist durch Entfernung der Andruckrolle stillgelegt,
    Schlüssel für Schublade und Druckwerk fehlen (werden zum Betrieb nicht benötigt),
    Karosserie mit starken Gebrauchsspuren, die Marmorplatte über der Schublade fehlt,
    Keine Anleitung vorhanden, Erklärung aller Funktionen selbst geschrieben.
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    Leibnitz, Poleni, Braun, Pascal ... sie und viele andere erfanden oder bauten ab etwa 1700 die ersten Rechenmaschinen, meist mit Staffelwalzen oder Sprossenrädern. Anfangs waren sie unzuverlässig, unerschwinglich teuer, stets nur Einzelstücke und daher meist nur „Spielzeug” an Fürstenhöfen.
    Ab 1820 baute der Versicherungsdirektor Thomas die erste kommerziell erfolgreiche Staffelwalzen-Maschine, erst nach 1870 begann die Serienproduktion von Sprossenrad-Maschinen. Die ersten Kunden waren Versicherungen, Banken und große Handelshäuser, bald kamen auch die europäischen Armeen dazu, die die Rechenleistung insbesondere für ihre Artillerie wollten.
    Parallel entwickelte sich ein Markt für reine Addiermaschinen: Die waren etwas einfacher zu bauen, entsprechend billiger und reichten in vielen Branchen meist aus.
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    Brunsviga A 58
    Diese Maschine hier ist so eine Addiermaschine mit Zahnstangen als Schaltprinzip.
    Die Brunsviga A 58 heißt anders als ihre „Geschwister” mit „AS” im Namen so, weil sie nur Addieren, aber nicht Saldieren (unter Null rechnen) kann (also ist es eine „Einspezies-Maschine”), die 8 bezieht sich wohl auf die Stellenzahl. Im Internet findet sich fast nichts über dieses Modell, außer in einer alten Verkaufsanzeige eines Auktionshauses in Saragossa (s.u.). Der Seriennummer nach müßte sie dann eine der späten Maschinen vom Anfang der 50er-Jahre sein.
    Brunsviga war eine Marke aus ... ganz erstaunlich! ... Braunschweig. Begonnen hat die Firma 1871 als Nähmaschinenhersteller Grimme, Natalis & Co., aber schon 1892 wurden (in Lizenz von Odhner) Sprossenrad-Maschinen gebaut, mit denen Brunsviga bekannt wurde. Ab 1950 hieß die Firma dann wie ihre Maschinen. Schon 1959 ging Brunsviga dann in der Firma Olympia auf, die eine einzige „klassische” Brunsviga (die 13RK) ins Lieferprogramm aufnahm, aber binnen weniger Jahre die Produktion aller handbetriebenen Vierspezies-Maschinen einstellte.
    Weitere Infos - Google Translator ist Dein Freund!
    (Chassis u.a. mit Aussparung für die Nichtrechentaste der AS - also offenbar für diese Gerätereihe gleich! Auch die Unterseite der grünen Tastaturdeckplatte hat Aussparungen für hier nicht vorhandene Tasten.)
    Brunsviga
    A 58
    Seriennummer 7767

    1936 - 1952
  • Eingabewerk 7-st.,
  • Summierwerk 8-st.;
  • Addition, Subtraktion, Zwischensumme, Summe,
  • R-Taste für Weiterverwendung der eingetippten Zahl.
  • Keine Anzeige, stattdessen Ausdruck auf Papierstreifen,
  • Subtraktion unter Null ergibt „nur” das Neunerkomplement (damit kann man aber umgehen),
  • fehlerhafte Tastendrücke nur durch vorsichtiges Drücken der Summentaste zu korrigieren, da eine Korrekturtaste fehlt,
  • Kurbel abnehmbar.
  • Kosmetisch guter, funktional passabler Zustand: Die Typen 4 und 3 der „1 Mark”-Stelle hakeln etwas,
    Originalabdeckung vorhanden, -anleitung fehlt (Kurzanleitung selbst geschrieben).
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    Addiermaschine Olympia 192-030
    Und die nächste Weiterentwicklung - mit einer kleinen Verbesserung (die Saldiermöglichkeit) und einer wirklich großen Errungenschaft, die wir alle heute noch auf den Computertastaturen haben: die moderne Zehnertastatur!
    Da die riesigen Tastenfelder der alten Addiermaschinen zwar einem geübten Bediener schnellste Eingaben ermöglichten (sogar einfache Multiplikation war möglich), dafür aber sehr langes Training nötig war, versuchte man schon früh, die Tastenzahl zu reduzieren um die Eingabe zu vereinfachen. Anfangs experimentierte man mit diversen Tastenanordnungen; diese hier hat sich letztlich durchgesetzt weil dabei die Hand wenig bewegt werden muss. Billiger in der Herstellung war das trotz der gesparten Tasten nicht unbedingt, weil das Problem der Übersetzung mechanisch nicht ganz anspruchslos ist.
    Die Olympia 192-030 ist nun eine echte „Zweispezies-Maschine”, d.h. sie kann auch saldieren. 192 bezeichnet die Gerätebasis (Kapazität 9/10, eine Nulltaste) innerhalb der Baureihe, 030 bedeutet Handantrieb.
    Im Internet finde ich über genau diese Maschine nichts, aber Olympia hat in einem Vierteljahrhundert unzählige verschiedene Varianten dieser und anderer Baureihen gebaut: teils mit Handkurbel wie hier, teils mit Elektromotor (gelegentlich auch beides gleichzeitig), mal in diesem robusten grünen Schrumpflack, mal in glatt und hellgrau oder später auch im weißen, eckigen Plastikgehäuse, mit verschiedenen Kapazitäten der Rechenwerke und mit unterschiedlichsten Formular- oder Papierstreifenhaltern.
    Das Baujahr dieses Gerätes ist nicht ganz klar. Schon im Büromaschinen-Lexikon von 1958 finden sich nur neuere Modelle, aber die Aufzählung dort ist nicht vollständig. Ich vermute mal zweite Hälfte der 50er-Jahre, damalige Preise lagen knapp unter 600 Mark. Es stammt aus einem ehemaligen Süßwaren-, Tabak- und Jagdwaffenladen mit Gasthaus(!) in der Nähe von Osnabrück, nach Erstkäufer und dessen Erbe bin ich wohl der dritte Besitzer.
    Auch hier - wie weiter unten bei der Walter-Maschine - besteht ein starker Bezug zur Waffenherstellung: Die bei Olympia gebauten Rechenmaschinen wurden von Ingenieuren entwickelt, die vorher bei den Mauser-Werken waren und ab 1949 mit ihrer eigenen Firma „Feinwerkbau” für große Firmen als Entwickler und Zulieferer tätig waren. Diese kleine Firma ist heute ein bekannter Hersteller hochpräziser Sportwaffen.
    Olympia wurde 1903 als Tochtergesellschaft der AEG unter dem Namen „Union Schreibmaschinen-GmbH” gegründet, hieß ab 1936 „Olympia Büromaschinenwerke AG”, wurde mit Rechen- und Schreibmaschinen äußerst erfolgreich - und verschwand als Produktionsstätte 1991 in den beginnenden Wirren der AEG-Zerschlagung. Die Marke Olympia blieb zwar bis heute erhalten - wie AEG ja auch - aber in den Zeiten der Käufe, Verkäufe, Fusionen, Teilungen, Übernahmen und Rückübernahmen weiß man kaum noch, wer was unter welchem Namen produziert.

    (Chassis schon mit den Aussparungen für den Stromanschluss - Modelle auf gleicher Basis gab es auch als elektrisch betriebene)
    Zahnstangen
    Olympia
    192-030
    Seriennummer 120806

    1953 - 1978 (Baureihe D1)
  • Eingabewerk 9-st.,
  • Saldierwerk 10-st.;
  • Addition, Subtraktion, Zwischensumme, Summe,
  • R-Taste für Weiterverwendung der eingetippten Zahl,
  • Nichtrechentaste,
  • Korrekturschieber.
  • Keine Anzeige, stattdessen Ausdruck auf Papierstreifen,
  • Rotdruck subtrahierter Werte und negativer Summen,
  • Zeilenvorschub einstellbar (0, 1, 2-zeilig).
  • Kosmetisch guter, funktional sehr guter Zustand: Kaum Stoßstellen, Tastatur fast wie neu,
    Abreißkante der Papierrolle (aus Plexiglas) war gebrochen, durch passend zurechtgeschliffenes Sägeblatt (!) ersetzt., neue Farbrolle, neue Papierrolle - jetzt einwandfreier Druck,
    Originalabdeckung und -anleitung fehlen (Haube aus Wachstuch schneidern lassen, Kurzanleitung selbst geschrieben).
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    Zahlenschieber Addifix-9
    Das Addieren und Subtrahieren ging aber auch kleiner - sogar klein genug, um wirklich in die Hemdtasche zu passen:
    Dieser Zahlenschieber ist ein wirklicher „Taschenrechner” mit gerade mal 13cm x 8,8cm, nur 0,5 cm dick und 80 g leicht. Er kann sogar mit einer etwas höheren Kapazität rechnen als die große A58.
    Zahlenschieber waren billiger herzustellen als die großen, mit hoher Präzision gebauten Maschinen, daher schon früh für jeden erschwinglich (Listenpreis 1951: 8,50 Mark - heute 10-20 €) und entsprechend weit verbreitet. Das Prinzip war bereits vor 1600 bekannt, aber erst 1847 fand man einen Weg für den „halbautomatischen” Zehnerübertrag. Ab 1889 wurde in größerem Maßstab produziert, ab 1920 wurden Zahlenschieber durch die Firma „Addiator” und andere Firmen zum erfolgreichen Massenprodukt. Anfang der 70er-Jahre stellten aber fast alle Firmen schnell und nahezu zeitgleich die Produktion ein - die Elektronik trat ihren Siegeszug an. Dennoch wurden bis 1990 noch vereinzelt Zahlenschieber für den Export gebaut: In manchen Weltgegenden war man immer noch froh über einfache Geräte, die ohne Netzstrom oder Batterien funktionierten.
    „Addifix” ist der Name, unter dem u.a. das Kaufhaus Neckermann ab 1959 die Geräte von Addimult vertrieben hat. Die Seriennummer datiert das Gerät hier auf 1964-1965. Neckermann ist Geschichte, aber Addimult gibt es heute noch, weil sie damals rechtzeitig und erfolgreich auf ganz andere Produkte (siehe www.addimult.de) umgestellt hat.
    Viele, viele Anleitungen... Rückseite
    Neckermann
    Addifix-9
    Seriennummer 793647

    1951 (als „Addimult Sumax”) - ca. 1973
  • Eingabe über 8 Zahlenschieber mit voller Länge, dazu 9. Schieber für Zehnerübertrag,
  • Addition, Subtraktion (nicht unter Null!),
  • Löschschieber.
  • eine Seite zum Addieren, die andere Seite zum Subtrahieren,
  • mit Eingabegriffel aus Metall und Halterung dafür.
  • Kosmetisch guter und funktional sehr guter Zustand: Einige Kratzer, durchgängig (nach Korrektur eines verbogenen Zahns) überraschend leichtgängige Funktion,
    Originalgriffel und -hülle vorhanden, Anleitung (eines Addiators) nachgedruckt.
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    Rechenmaschine Brunsviga 20
    Gegen Ende der Rechnerentwicklung standen in europäischen Büros und Forschungseinrichtungen meist Maschinen mit Sprossenrädern (in den USA blieben Comptometer und später dann komplexe Staffelwalzen-Automaten etwas verbreiteter). Mit ihnen konnte man gut multiplizieren, dividieren und relativ leicht Quadratwurzeln ziehen. Addieren und Subtrahieren waren natürlich auch möglich (daher die Bezeichnung als „Vierspezies-Maschine”), aber auf Dauer deutlich mühsamer als mit einer Addiermaschine.
    Diese Maschine hier ist so eine - allerdings schon eine relativ späte mit sehr hoher Kapazität und vielen Extras, die die frühen Sprossenrad-Maschinen noch nicht hatten. Hersteller ist wieder Brunsviga - oder damals noch Grimme, Natalis & Co. Die Seriennummer datiert dieses Gerät hier auf 1949.
    Vorbesitzer war ein bekannter Turnvereins-Vorsitzender und Lehrer (Mathe???) aus Idstein. Listenpreis in den 50er-Jahren: knapp 1000 Mark! Mich hat sie dann 45 € gekostet.
    Die Büromaschinen-Händler verewigten sich mit z.T. sehr aufwendigen Metallschildchen an den verkauften Maschinen. Die Firma Berg in bester Frankfurter Lage (heute links das Architekturmuseum, rechts das Museum für Kommunikation) gibt es heute jedoch auch nicht mehr.
    Weitere Infos U-Werk, Kontrollwerk, Sprossenzahnräder
    Brunsviga
    20
    Seriennummer 230471

    1934 - 1963
  • Eingabewerk (mit Kontrollwerk) 12-st.,
  • Umdrehungszählwerk 11-st.,
  • Resultatwerk 20-st.;
  • alle Grundrechenarten,
  • Löschhebel für die drei Werke.
  • Rückübertragung vom R-Werk in die Eingabe,
  • Ziffern in R-Werk direkt einstellbar,
  • Rote Ziffern im U-Werk, wenn erste Kurbeldrehung negativ ist,
  • Gesamtlöschhebel für alle drei Werke gleichzeitig,
  • 10+10-Splittung des R-Werks möglich - dann kann die rechte Hälfte separat gelöscht werden und die linke Hälfte z.B. als Speicher dienen,
  • Zehner-Übertrag im U-Werk, im R-Werk stets nur für 15 Stellen.
  • Kosmetisch passabler, funktional sehr guter Zustand: Nullen und einige andere Ziffern des Kontrollwerks deutlich ausgebleicht, einige größere Stoßstellen am Gehäuse und eines der Gummirädchen am R-Werk ist sehr spröde, aber keinerlei Rost und keine Ölverharzungen, die Probleme machen könnten (das ist das häufigste Problem dieser Geräte).
    Sie war nur innen extrem eingestaubt - das ließ sich jedoch gut beheben und hat glücklicherweise die Leichtgängigkeit aller Sprossen, Hebel und Gestänge nicht beeinträchtigt: Immer noch beeindruckend leichter Lauf der Kurbel und aller Einstellschieber.
    Nachgedruckte Anleitung (sogar mit Beispielen zur Lösung quadratischer Gleichungen - DANKE an Herrn Weiss von mechrech.de!) vorhanden, Originalhülle fehlt, daher einen schönen, angemessen massiven Kasten dafür gebaut.
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    Rechenmaschine Schubert DRV
    Eine deutlich kleinere (und nur halb so schwere) Maschine aus späteren Jahren: Standardkapazität 10/8/13, mit einer ganzen Reihe an Extras ausgestattet, aber auch schon mit einigen Plastikteilen innen wie außen.
    Nicht nur diese preiswerten Plastikteile machten es möglich, dass der Preis der Maschine 1959 gerade noch unter der damaligen Grenze für die Sofortabschreibung (600 Mark netto) blieb. Elektromechanische Maschinen waren gerne mal um den Faktor Vier teurer, die im folgenden Jahrzehnt allmählich häufiger werdenden elektronischen Geräte kosteten teilweise nochmal doppelt so viel. Da griff doch viele Jahre lang so mancher lieber noch zur Kurbel...
    An den Preisen lässt sich aber auch der endgültige Siegeszug der Elektronik festmachen: 1973 kostete diese Maschine noch 660 Mark netto, 1974 wurden die Restbestände für 210 Mark verramscht, 1975 gab es kein Angebot mehr.
    Diese Maschine stammt aus einem Büro bei toom/REWE. Das genaue Baujahr ist unklar, die grünen Hebelchen und die Seriennummer lassen Ende 50er-/Anfang 60er-Jahre vermuten - später gab es dann schon häufiger elektrische Vierspezies-Maschinen, so dass REWE wohl keine Kurbelmaschine mehr gekauft hätte.
    Der Konstrukteur Emil Schubert arbeitete zuerst beim Rechenmaschinen-Hersteller „Triumphator” und produzierte ab 1911 in seiner eigenen Firma („Thales”) Rechenmaschinen, für deren Konstruktionsmerkmale er eine ganze Reihe Patente erhielt. In den 30er-Jahren verlor er die Kontrolle über seine Firma, baute aber wieder eine Rechenmaschinen-Produktion auf, diesmal unter eigenem Namen. Die Konstruktion der DRV stammt noch von ihm, den Produktionsbeginn hat er aber nicht mehr erlebt. Heute gibt es die Firma nicht mehr, irgendwann in den 70er-Jahren verliert sich ihre Spur.
    Weitere Infos  
    Schubert
    DRV
    Seriennummer 154277

    1953 - 1973
  • Eingabewerk (mit Kontrollwerk) 10-st.,
  • Umdrehungszählwerk 8-st.,
  • Resultatwerk 13-st.;
  • alle Grundrechenarten,
  • Löschschieber bzw.-kurbeln für die drei Werke.
  • Rückübertragung vom R-Werk in die Eingabe,
  • Zehnerübertrag im R- und U-Werk,
  • wahlweise gemeinsame Löschung von U- und R-Werk,
  • Umschalter für Drehrichtung des U-Werks,
  • Schlittentabulator doppelt (für optionale Einhandbedienung).
  • Kosmetisch und funktional sehr guter Zustand: Das Gehäuse sieht fast wie am ersten Tag aus, null Rost, keinerlei Verharzungen - eine gut gelagerte und gepflegte Maschine!
    Eine gründliche Reinigung, etwas Öl für den Schlitten und neue Schmierung der Hauptwelle waren alles, was nötig war.
    Originalabdeckung vorhanden, -anleitung nicht, aber die gab es im Web.
    Die Maschine „wohnt” nun in einem alten Holzkoffer (zusammen mit einer weiteren Sprossenradmaschine).
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    Rechenmaschine Odhner 239
    In den letzten Jahren der handbetriebenen Maschinen versuchte man, mit „modernen” Formen und günstigen Preisen (sprich: oft billigen Materialien und schlechter Vearbeitung) der Konkurrenz der elektrischen (und dann auch der elektronischen) Geräte standzuhalten.
    Diese Maschine hier ist so eine. Ihre fast schon futuristische Keilform wurde von den damals sehr gefragten Designern Bernadotte und Bjørn entworfen. Von billiger Verarbeitung kann aber keine Rede sein: Die Maschine wirkt sehr solide, nichts wackelt und sie funktioniert auch nach einem halben Jahrhundert immer noch einwandfrei.
    Die Seriennummer deutet auf ein Baujahr um 1958. Damals und auch noch zehn Jahre später kostete so ein Gerät etwas unter 500 Mark.
    Die 239 war das damalige Spitzenmodell der Firma - die „39” steht für Zehnerübertrag im Umdrehungszählwerk, Rückübertragung und Einstellkontrolle. Sie hat aber nur die damals standardmäßige 10/8/13-Kapazität. Man findet sie heute noch relativ häufig bei Internet-Auktionen oder Trödlern. Eine perfekt erhaltene 239 darf auch heute noch deutlich über 150 € kosten, die angebotenen Geräte sind aber oft in schlechtem Erhaltungszustand (und dann oft zu teuer).
    Das etwas seltsame „Original” im Firmennamen hat gleich zwei gute Gründe. Der schwedische Entwickler W.T.Odhner war derjenige, der um 1870 herum das Sprossenrad zur Produktionsreife brachte und entsprechende Patente anmelden konnte, ab etwa 1890 baute er in St.Petersburg die ersten Maschinen. Seine Firma gab aber auch Lizenzen an andere Hersteller, darunter auch an Brunsviga, Thales und Facit. Diese Lizenznehmer wurden teils wirtschaftlich erfolgreicher als Odhner selbst. Dann kam noch dazu, dass die Firma während der Oktoberrevolution enteignet wurde: Die Sowjets bauten nun (mit den vorhandenen Maschinen und dem vorhandenen Wissen der Arbeiter, aber natürlich ohne Lizenz) die Rechenmaschinen auf „volkseigene” Rechnung. Odhners Sohn verließ das Land und gründete in Göteborg „Original-Odhner”.
    Schon 1942 wurde Odhner von Facit aufgekauft, aber Produktion und Marke blieben erhalten. Als aber 1973 Facit von Electrolux gekauft wurde, wurde die Produktion aller mechanischen Rechner ganz schnell eingestellt.
    Weitere Infos alle Werke und Sprossenzahnräder
    Original-Odhner
    239
    Seriennummer 883439

    1955 - 1968
  • Eingabewerk (mit Kontrollwerk) 10-st.,
  • Umdrehungszählwerk 8-st.,
  • Resultatwerk 13-st.;
  • alle Grundrechenarten,
  • Löschschieber bzw.-kurbeln für die drei Werke.
  • Rückübertragung vom R-Werk in die Eingabe,
  • Zehnerübertrag im R- und U-Werk.
  • Kosmetisch und funktional sehr guter Zustand: Gummifüße sind altersgemäß etwas hart, das Gehäuse sieht bis auf kleinste Stoßstellen ziemlich neu aus, auch hier wieder kein Rost und keine Verharzungen.
    Ein wenig Öl und alles läuft wieder „wie geschmiert”.
    Originalabdeckung und -anleitung vorhanden, kommentierte und erweiterte Anleitung als PDF und Ausdruck vorhanden.
    Die Maschine ist inzwischen auf einem Holzbrett montiert und besitzt einen - stilgerecht alten - Koffer als Transportbehälter.
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    Rechenmaschine Walther WSR 160
    Und die nächste Sprossenrad-Maschine: Das erfolgreichste (daher auch heute noch beim bekannten Auktionshaus mit den vier Buchstaben recht häufig angebotene) und zugleich letzte Modell der handbetriebenen Walther-Maschinen, WSR für "Walter Schnellrechenmaschine" und "16" wegen der hohen Kapazität im R-Werk (die Null hintendran kann ich nicht erklären - vielleicht war's ein Marketing-Gag?). Diese hier stammt aus dem Jahr 1960.
    Im Vergleich zu den vorigen Maschinen hat sie wieder eine etwas höhere Kapazität und ein paar kleine Verbesserungen in der Bedienung. Vor allem aber hat sie feststehende Einstellhebel: Die konnten so deutlich größer ausfallen schonten beim längeren Rechnen die Fingerkuppen.
    Damals war sie für knapp 600, später 700 Mark zu haben (also wieder knapp unter der Abschreibungsgrenze) - elektromechanische Vierspezies-Maschinen waren wesentlich teurer und größer.
    Walther fing 1886 als Büchsenmacherei an, baute aber ab 1924 auch Rechenmaschinen (schon ab 1929 auch elektromechanische, ab 1970 auch elektronische, bis 1971 auch noch die WSR160) und konnte damit in den beiden Nachkriegszeiten überleben. Die später abgespaltene Büromaschinen-Fertigung konnte aber Mitte der 70er-Jahre trotz (oder wegen?) ihrer hochwertigen Geräte nicht mehr mit der billigen japanischen Konkurrenz mithalten - heute baut Walther wieder nur Waffen.
    Weitere Infos alle Werke und Sprossenzahnräder
    Walther
    WSR 160
    Seriennummer 152531

    1955 - 1971
  • Eingabewerk (mit Kontrollwerk) 10-st.,
  • Umdrehungszählwerk 8-st.,
  • Resultatwerk 16-st.;
  • alle Grundrechenarten,
  • Löschhebel für die drei Werke (U- und R-Werk gemeinsam, optional auch einzeln).
  • Rückübertragung vom R-Werk in die Eingabe,
  • Zehnerübertrag im R- und U-Werk,
  • optionaler Schlittenrücklauf beim Löschen,
  • Ziffern in R-Werk direkt einstellbar,
  • nicht mitdrehende Eingabehebel im E-Werk,
  • Umschalter für Drehrichtung des U-Werks.
  • Kosmetisch guter und funktional sehr guter Zustand: zwei Füße hatten keine Gummis mehr und wurden ersetzt, zwei Hebel sind ohne Plastikkappe; nicht verharzt und leichtgängig.
    Im U-Werk waren einige Zahnräder zählaufend, ebenso ein Zahnrad im Kontrollwerk und die Löschwahlhebelchen - das ist dank WD40, Reinigung und etwas gutem Maschinenöl nun behoben.
    Originalabdeckung vorhanden, zwei Anleitungen (aus unterschiedlichen Jahren, beide im Web zu finden) nachgedruckt.
    Diese Maschine teilt sich einen hölzernen Transportkoffer mit der „Schubert” :)
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    Rechenmaschine Numeria 7101
    Nun schon mit Tasten statt Einstellschiebern - und davon gleich ganz viele. Dieses riesige Tastenfeld ist eine andere Lösung, um die mitdrehenden, kleinen Zahlenschieber zu vermeiden. Nachteil ist der größere Platzbedarf, aber dafür funktionieren hier noch die „klassischen Tricks” der Sprossenrad-Maschinen (mal schnell einen Wert in der Eingabe in einen ähnlichen umstellen, Wurzeln ziehen mit dem Toepler-Verfahren, Eingabe teilen für ein zusätzliches Zählwerk, ...). Weil die Maschine zudem die Möglichkeit bietet, bei jedem Kurbeln das Einstellwerk zu löschen, kann sie auch als vollwertige Addiermaschine benutzt werden - eine super-praktische Sache! Rückübertragung und Zehnerübertrag im U-Werk fehlen hier leider, und die Kapazität des U-Werks ist recht begrenzt (andere Numerias hatten mehr Stellen in R- und U-Werk). Der Preis blieb wieder knapp unter der magischen 600 Mark-Grenze, aber das war auf dem deutschen Markt eigentlich zu teuer.
    Eine recht lustige Sache sind die Kommaleisten, die sich drehen lassen - je nach Stellung sind die Kommata und 1000er-Trennungen dann an verschiedenen Stellen. Besonders innen ist diese Maschine aber ganz ungewöhnlich: Hier sind weder klassische Sprossenräder noch Staffelwalzen am Werk, sondern Axial-Sprossenräder - ein Prinzip, das man als Crossover zwischen beidem sehen kann.
    Diese Numeria wurde vermutlich kurz vor 1960 bei Lagomarsino in Mailand gebaut. Sie stammt aus Oldenburg in Holstein, dort wurde sie in den 60er-Jahren von einem Malermeister für die Berechnung von Kostenvoranschlägen und Wochenlöhnen genutzt. Ich habe sie von seinem Schwiegersohn erworben.
    Numeria ist kein einzelner Hersteller, sondern eine Marke, unter der Maschinen verschiedener Hersteller verkauft wurden, meist Geräte von Lagomarsino. Lagomarsino wiederum war ab 1896 Importeur und baute ab 1937 selbst Rechenmaschinen. Die ersten Numerias wurden 1940 von eine Firma namens SICMU produziert, bald aber übernahm Lagomarsino die Produktion. Heute findet sich keine Spur von Lagomarsino mehr, die Werkshallen an der Viale Umbria sind abgerissen oder haben neue Nutzer. In der italienischen Wikipedia steht das Jahr 1970 als Zeitpunkt der Firmenauflösung.
    Infos zur Konstruktion Axial-Sprossenräder, Detail von R- und U-Werk leergeräumt - die Zifferncodierung ist sichtbar
    Numeria
    7101
    Seriennummer 43645

    1956 - ?
  • Eingabewerk (Tasten ersetzen ein Kontrollwerk) 10-st.,
  • Umdrehungszählwerk 6-st.,
  • Resultatwerk 14-st.;
  • alle Grundrechenarten,
  • Löschtaste für die Eingabe,
  • Löschkurbel für R- und U-Werk (je nach Drehrichtung).
  • kein Zehnerübertrag im U-Werk(!),
  • Sperrtaste für linke Kolonne des E-Werks (Fehlervermeidung bei bestimmten Rechnungen),
  • optional automatische Löschung des E-Werks nach jeder Kurbeldrehung.
  • Kosmetisch mäßiger und funktional guter Zustand: neben harmlosen Stoßstellen auch einige Lackschäden (z.T. mit Rostansätzen) an der Karosserie, die sich auch wegen des Schrumpflacks nur ungenügend reinigen ließ, Kurbel total abgestoßen und daher blank geschliffen (wird irgendwann wieder grün lackiert ... aber ich überlege noch, ob die ganze Karosserie neu lackiert werden soll); aber alles funktioniert wieder einwandfrei, nachdem ich sie fast völlig zerlegt, innen gereinigt, den Sperrschieber erneuert, die Wagenstange und -verkleidung gerade gebogen und eine ausgehängte Feder des Zehnerübertrags gerichtet habe. Uff.
    Originalabdeckung und -anleitung fehlen, Kurzanleitung selbst geschrieben.
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    Rechenmaschine Mesko KR-19S
    Diese Sprossenrad-Maschine hat auch Tasten, aber nun viel weniger. Diese Zehnertastatur (ein Layout, das zuerst von Dalton benutzt wurde) vereinfacht zwar die Eingabe etwas, aber dadurch fallen nun die oben genannten, schönen „Tricks” der klassischen Sprossenrad-Maschinen weg. Wichtigste Konstruktionsmerkmale sind die auf einer Achse verschiebbare Walze und die geteilten Sprossenräder - damit wurde die Einstellung über die wenigen Tasten überhaupt erst möglich. Doch auch hier wusste man noch nicht, wie man eine Rückübertragung einbauen könnte
    Das Gerät schreit förmlich „Ostblock!” wegen des - für unsere Sehgewohnheiten - recht grobschlächtigen Designs, der teils billigen Materialien und der extrem einfachen, andererseits aber sehr massiven und damit robusten Bauweise. Und tatsächlich ist diese Maschine ein in Polen gebauter „Klon” der Facit C1-19. Die Seriennummer lässt vermuten, dass sie irgendwann Mitte der 50er-Jahre entstanden ist. Was sie wohl damals gekostet hat?
    Ich jedenfalls bekam sie für 35 €. Sie stammt aus einer Bäckerei in Halle-Diemitz - damit hat der Bäckermeister möglicherweise nicht nur die Buchhaltung gemacht, sondern auch seine Rezepturen gerechnet. Eigentlich etwas „Overkill” - Maschinen mit derart großer Kapazität waren teuer und eher für Versicherungsbüros oder wissenschaftliche Einrichtungen gedacht.
    Mesko war zuerst eine Munitionsfabrik. später bedeutender Hersteller von Haushaltsgeräten aller Art (z.B. auch Herde der Marke "Bauknecht") und Industriemaschinen. Nach einigen Umbenennungen und Umstrukturierungen ist Mesko heute vor allem wieder ein wichtiger Hersteller von Munition und Raketensystemen.
      alle Werke und Sprossenzahnräder
    Mesko
    KR-19S
    Seriennummer 33726

  • Eingabewerk (mit Kontrollwerk) 10-st.,
  • Umdrehungszählwerk 10-st.,
  • Resultatwerk 19-st.;
  • alle Grundrechenarten,
  • Löschhebel für die drei Werke.
  • Zehnerübertrag im U-Werk,
  • Anzeige für Drehsinn des U-Werks.
  • Kosmetisch und funktional sehr guter Zustand: Nur wenige Stoßstellen, eine verdeckte Stelle ohne Lack, alles funktioniert leichtgängig und einwandfrei.
    Die Divisionstaste wieder korrekt funktionieren zu lassen hat mich allerdings einige Stunden Schrauberei gekostet - dabei war's nur ein ausgehakter Schieber. Man soll halt nie Abdeckungen öffnen, unter denen lose Federchen oder Hebelchen lauern könnten!
    Originalabdeckung und -anleitung fehlen, Kurzanleitung (natürlich mit einem Wurzelzieh-Algorithmus) selbst geschrieben.
    Die Maschine hat im Originalzustand keinerlei Stellennummerierung - das macht die Kommafindung oft sehr schwierig. Nun hat sie aber eine... siehe Bild.
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    Rechenmaschine Facit CM2-16
    Diese Maschine war die erste Vierspezies-Maschine von Facit mit der heute üblichen Tasten-Anordnung. Und bei ihr wurde nun endlich auch eine technische Lösung für die Rückübertragung gefunden - und das dann gleich aus beiden Werken! Sie war damit - trotz des hohen Preises von ca. 850 Mark - eines der erfolgreicheren Modelle der Firma und ist daher auch heute noch häufiger zu finden. Dieses Exemplar wurde 1960 gebaut.
    Damit war die Spitze der Entwicklung handbetriebener Maschinen erreicht. Gelegentlich (so auch hier) wurde die gleiche Technik etwas später noch in moderner aussehende Plastikgehäuse gepackt - aber technisch gab es keine Weiterentwicklung mehr.
    Facit verkaufte ab 1920 Rechenmaschinen und war vermutlich der größte und erfolgreichste Hersteller solcher Maschinen. Von einem Facit-Entwicklungschef stammt der verhängnisvolle Satz, der so ähnlich auch den Chefs anderer übermächtig erfolgreicher Firmen entfuhr: "Nie wird eine elektronische Rechenmaschine die hochwertigen mechanischen Rechenmaschinen von Facit ersetzen können."
    Nun ja: Die letzten elektromechanischen Rechner von Facit wurden 1972, die letzten handbetriebenen Maschinen 1982 (in Indien) gebaut. 1973 wurde die ins Trudeln geratene Firma dem Elektrolux-Konzern einverleibt. Auch der Verkauf elektronischer Rechner anderer Firmen unter eigenem Namen rettete Facit nicht, 1999 war endgültig Schluss.
    Infos zu allen Facit-Maschinen So sah's innen aus:
    Zustand vorher... die bewegliche Walze
    Facit
    CM2-16
    Seriennummer 1004683

    1959-1967
  • Eingabewerk (mit Kontrollwerk) 11-st.,
  • Umdrehungszählwerk 9-st.,
  • Resultatwerk 16-st.;
  • alle Grundrechenarten,
  • Löschhebel für die drei Werke.
  • Rückübertragung aus R- oder U-Werk in die Eingabe,
  • 2 Tabulatortasten (E-Werk nach ganz links / E-Werk voll sichtbar)
  • Anzeige für Drehsinn des U-Werks.
  • Kosmetisch passabler und funktional guter Zustand: Einige Stoßstellen, vordere Gummifüße hart, hintere Gummirollen mussten ersetzt werden, unter den Tasten etwas Flugrost - aber alles funktioniert (wieder...) einwandfrei und leichtgängig.
    Originalabdeckung und -anleitung fehlen, letztere aus dem Web herunter geladen, ergänzt und nachgedruckt.
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    Rechenmaschine Contex 10
    Wieder eine Zehntasten-Maschine mit der „modernen” Tasten-Anordnung - nun aber mit Zahnsegmenten statt Sprossenrädern und einer anderen, recht interessanten Umsetzung der Eingabe: Die Tasten setzen Pins in einer verschiebbaren „Pinbox”, beim Druck der Rechentaste werden die Zahnsegmente von diesen Pins (je nach Ziffer in verschiedenen Stellungen) festgehalten und erst beim Loslassen greifen die Zahnsegmente in die Zahlenrädchen und drehen sie.
    Die Maschine ist mit viel Kunststoff innen wie außen auf Transportfähigkeit und niedrigen Preis hin gebaut, vergleichsweise leicht (knapp unter 3 kg) und damit eine Art früher Taschenrechner (für sehr, sehr große Taschen: 25x20,5x10cm³). Das U-Werk hat hier nur eine einzige Stelle, abgekürzte Multiplikation und additive Division sind daher nicht möglich und die subtraktive Division ist zwar halbautomatisch und daher recht fehlersicher, aber mühsam. Gut gelöst sind (wie bei der Numeria) Addition und Subtraktion mit automatischer Löschung der Eingabe - so macht das Addieren langer Zahlenkolonnen fast wieder Spaß. Das ist eine Maschine für Kaufleute, nicht für Physiker oder Astronomen!
    Dieses Gerät hat noch die große Nulltaste, die später etwas verkleinert wurde, um einer „Ganz links”-Taste Platz zu machen. Der Seriennummer nach stammt sie aus dem Jahr 1961, so eine Maschine kostete damals knapp unter 500 Mark. Sie stammt aus der kaufmännischen Verwaltung eines Tankstellen-Filialisten in Dortmund.
    Contex produzierte in Gentofte (Dänemark) von 1945 bis 1974 in großen Stückzahlen einige wenige Modelle hand- und motorgetriebener Addier- und Rechenmaschinen mit vielen neuartigen Details. Damit bediente man vor allem den Nischenmarkt für transportable Geräte äußerst erfolgreich. Als die Elektronik ihren Siegeszug antrat, versuchte man noch per Eigenentwicklung und Zukauf in diesem Markt Fuß zu fassen, aber vergeblich: 1977 taucht schon kein Contex-Rechner mehr in den einschlägigen Katalogen auf. Contex wurde letztlich von Ricoh aufgekauft, die Firma (und die Marke) gibt es aber immer noch: sie baut heute Großformat-Farbscanner.
    Download: PDF mit Infos zu allen Contex-Maschinen Zahnsegmente und Pinbox
    Pinbox gross
    Contex
    10
    Seriennummer 450971

    1957-1972
  • Eingabewerk (ohne Kontrollwerk) 10-st.,
  • Umdrehungszählwerk 1-st.,
  • Resultatwerk 11-st.;
  • alle Grundrechenarten,
  • Tasten für Löschung des R-Werks, Erhalt des E-Werks, Divisionsmechanik, Negativwert und Tabulatoren, Schieber zur Löschung der Eingabe.
  • Statt Kurbel eine Drucktaste mit kurzem Weg,
  • Eingabe wird bei Addition und Subtraktion automatisch gelöscht,
  • Hilfsschablone für die Kommastellen,
  • einstelliges U-Werk mit schwarzen und roten Zahlen (je nach Rechenart abzulesen).
  • Kosmetisch passabler und funktional sehr guter Zustand: Oberschale (Kunststoff) sehr gut erhalten, Unterseite (Metall) dafür stark abgestoßen, Zifferntasten teils etwas abgenutzt, Gummifüße durch neue ersetzt; alles funktioniert einwandfrei (... nach einigem Wartungsaufwand: die lange Nichtbenutzung hinterließ viele schwergängige Rädchen und Pins, vor allem in den höheren Stellen).
    Originalabdeckung (leicht beschädigt) und -anleitung vorhanden, hat inzwischen einen (nicht originalen) Tragekoffer.
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    Zuletzt wurden die Kurbeln durch Elektromotoren ersetzt, um die Rechengeschwindigkeit zu steigern und den Kraftaufwand zu verringern. Die elektromechanischen Rechner konnten dann auch von Modell zu Modell mehr - automatische Multiplikation, automatische Division, z.T. sogar automatisches Wurzelziehen.
    Doch egal ob hand- oder motorbetrieben, egal ob Sparversion oder Superausstattung, egal ob Sprossenwalze oder Schaltklinke: Alle mechanischen Rechenmaschinen wurden durch die schnelle Entwicklung der Elektronik (1963 erste Rechner mit Transistoren, Ende der 60er Jahre dann ICs) binnen kurzer Zeit obsolet.

    Elektromechanische Rechner sammle ich (noch?) nicht -
    1. interessieren die mich derzeit nicht so wirklich,
    2. finde ich es schwierig genug, die kurbelbetriebenen Geräte zu reparieren, und
    3. wenn's Strom braucht, dann nehme ich lieber gleich „was Elektronisches” zur Hand.


    Und nun wird's dann auch wirklich elektronisch ...
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    Taschenrechner Interton PC2008
    Der aller-allererste Taschenrechner in unserem Haushalt kam 1973 und ersetzte die oben gezeigte Rechenscheibe. Das war - gar nicht zufällig - auch das Jahr, in dem Facit/Odhner die Produktion mechanischer Geräte einstellte. Beim ersten Vorführen in der Schule gab es einen Massenauflauf - so etwas hatte da noch keiner: Alle vier Grundrechenarten extrem schnell auf acht Stellen, die Eingabe super einfach - und alles wog weniger als ein gutes Pausenbrot!
    Diese - heute primitiv anmutenden - Geräte bedeuteten das Aus aller mechanischen Vierspezies-Maschinen, und zwar binnen weniger Jahre.
    Eine Wurzeltaste gibt es hier noch nicht - aber in der Betriebsanleitung wird erklärt, wie man mit dem Heron'schen Näherungsverfahren Quadratwurzeln ziehen kann (das Toepler-Verfahren klappt hier nicht mehr und wäre ohnehin viel aufwendiger)
    Dieser Rechner ist nicht das Exemplar, das ich 1973 (bei Saturn) gekauft habe. Er stammt von einem Bankmitarbeiter, den ihn all die Jahre immer noch als Reserve-Rechner herumliegen hatte.
    Die Firma Interton gibt es übrigens noch - aber sie macht heute nur noch das, was sie vor diversen Taschenrechnern und einer Spielekonsole auch schon immer gemacht hat: Hörgeräte!

    Weitere Infos (weit runterscrollen)
     
    Interton
    PC2008
    Seriennummer 245016

    1973 (- ?)
  • Anzeigeregister 8-st.,
  • Rechenregister,
  • Konstantenspeicher;
  • Grundrechenarten, Prozent, Promille.
  • Eingabe- und Gesamtlöschung getrennt,
  • Wahl zwischen Fließkomma und 2 Nachkommastellen,
  • Konstante abschaltbar,
  • LED-Anzeige,
  • Chipsatz: TMR012, 2x SN75491, CA3082 - und dazu ganze 5 Transistoren!
  • kosmetisch guter und funktional sehr guter Zustand: im Batteriefach leichte Säureschäden und die vier Gummifüße haben sich alle in Wohlgefallen aufgelöst; Funktion perfekt.
    Originalhülle und Anleitung vorhanden.
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    Taschenrechner Privileg SR54NC
    Knapp zwei Jahre später, im 10. oder 11. Schuljahr, bekam ich dann schon diesen hier: Einen vollwertigen wissenschaftlichen Taschenrechner mit allem, was in der Schule gebraucht wurde. Das ist der Grund, warum ich nie den Umgang mit dem Rechenschieber lernen musste.
    Komplexere Funktionen rechnen hier oft noch mehrere Sekunden lang, aber die Genauigkeit ist erstaunlich hoch (arcsin (arccos (arctan (tan (cos (sin (9) ) ) ) ) ) ergibt hier 8.99999614252, was massiv besser ist als die damaligen HP-Rechner und immer noch eine Stelle genauer als mein Sharp 1401). Größtes Plus: die umgekehrte polnische Notation als Eingabelogik!
    Das „SR” im Namen steht für „Slide Rule” - also Rechenschieber. Und so kam es auch: Binnen weniger Tage - und zwar mit dem Erscheinen des Hewlett-Packard HP 35 am 12. Juli 1972 - wurden die mechanischen Rechenschieber weitgehend wertlos, weil die Taschenrechner die wissenschaftlichen Funktionen genauer berechneten und ohne lange Lernphase bedient werden konnten.
    Nachteile hat das aber auch: Fast keiner lernt heute mehr, was er da eigentlich rechnet und welche Genauigkeit denn nun wirklich „drin” ist...
    Von Quelle gab es unter der Marke „privileg” eine Unzahl verschiedener Rechner verschiedenster Hersteller. Wer diesen hier gebaut hat? Der Rechner ist in Funktionen und Tastenbelegung jedenfalls baugleich mit dem Corvus 500, über den es im Netz viel mehr Infos gibt...

    Weitere Infos
     
    Privileg
    SR54NC


    1975 - 1975
  • 4 Stackregister (eines davon für die 12-stellige Anzeige zuständig),
  • 11 Speicher (davon 4 für statistische Berechnungen und 1 als „Last x”);
  • Grundrechenarten, Prozent, Delta-Prozent, Pi, Winkelfunktionen, Hyperbelfunktionen, 10er- und natürlicher Logarithmus, Quadratwurzel, Potenzen, Fakultät, Kehrwert, Mittelwert, Standardabweichung, 2-dimensionale Statistik, Umrechnungen: Deg/Rad/Grd, XY-/Polar-Koordinaten, °C/°F. l/gal, cm/in, kg/lb - und dazu überall wo es sinnvoll ist die Umkehrfunktionen!
  • wunderbare Stackverwaltung mit Stackrotation, X-Y-Austausch, Last x und Vorzeichenwechsel,
  • LED-Anzeige,
  • Chips: Mostek MK50075N, MK50104P, MK50103N.
  • Kosmetisch guter, funktional sehr guter Zustand: Originalakkus tot und entfernt, Netzanschluss neu verdrahtet damit er auch ohne Akkus läuft (Betrieb mit 3 AA-Batterien oder -Akkus weiterhin möglich); alle Funktionen laufen einwandfrei, ein einzelner Leuchtpunkt eienes Segmentes ist tot.
    Die Originalhülle war in den 80ern schon marode, als passender Ersatz fand sich damals ... ehrlich! ... das Etui eines Rasierwasser-Geschenksets :).
    Anleitung (mit handschriftlichen Korrekturen) vorhanden.
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    Tischrechner Ibico 1217
    Im Geschäft brauchten meine Eltern keine Logarithmen oder Winkelfunktionen, sondern einen stabilen Tischrechner, mit dem man Preise kalkulieren und Inventuren ausrechnen (und unbedingt auch drucken) konnte. Das erledigte bei uns zu Hause viele Jahre eine Addo-X, die irgendwann mal kaputt war und dann Jahrzehnte in der Ecke stand (erst vor wenigen Jahren, nach dem Tod meines Vaters, haben wir die weggeworfen - wenn's was ändern würde, täte ich mich nun ärgern). Computer gab's (für normale Leute jedenfalls) damals noch nicht, also kam wieder ein Tischrechner ins Haus. Solche Geräte waren damals Standard in den Büros, und im kaufmännischen Bereich sind sie das heute noch, weil sich Alltagsrechnungen damit meist schneller und komfortabler rechnen lassen als am Computer.
    Ich glaube nicht, dass Ibico („Inter Binding Corporation”!) selbst diesen Rechner produzierte - das Gerät sieht gar zu sehr nach Sanyo (heute Teil von Panasonic) als Hersteller aus...
    Die „Inter ...” wurde 1998 von der „General Binding Corporation” (GBC) gekauft. Im Netz gibt es Ibico nur noch als Firma in Karachi (jawoll - das in Pakistan), Tischrechner sucht man dort jedoch vergebens. Dennoch gibt es auch heute noch Ibico-Tischrechner neu zu kaufen, wer auch immer die heute produziert (manchmal werden sie auch als GBC-Tischrechner angeboten). Das Handelsregister im Kanton Basel-Land führt eine Ibico GmbH in Allschwil, in Gelnhausen soll es einen weiteren Firmensitz geben - aber alles weist immer wieder auf GBC und auf Leitz-ACCO. Man kommt bei all dem Kaufen, Verkaufen, Aufspalten und Verschmelzen gar nicht mehr hinterher mit den Firmen. Vielleicht werden heute ja alle Tischrechner der Welt in zwei, drei Fabriken gebaut und nur noch mit verschiedenen Schildchen beklebt?

     
    Ibico
    1217
    Seriennummer 6 05268

    1976 - ?
  • Anzeigeregister 12-st.,
  • Rechenregister,
  • Konstantenspeicher,
  • saldierender Speicher;
  • Grundrechenarten, Prozent, Postenzähler.
  • Registeraustausch, Wahl von 0-6 Nachkommastellen (kein Fließkomma!), 5/4-Rundung, Konstante und Speichersaldo an-/abschaltbar,
  • Digitron-Anzeige,
  • Chips: Sharp LI2004, LI2005, 3x Sanyo B1288, Hitachi HD3233P, Toshiba 4358P (die letzten beiden für die Anzeige),
  • Drucker ist ein Epson Model 310 mit schwarz-rot-Druck.
  • Kosmetisch mäßiger, funktional sehr guter Zustand: Gehäuse stark vergilbt, Kommataste mit leichten Sprüngen; alle Funktionen einwandfrei.
    Originalabdeckung und (etwas zerfledderte) -Anleitung vorhanden, bessere Anleitung selbst geschrieben.
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    Tischrechner Rebell Euro-Print 12
    Ähnlich wie der vorige, aber etwas moderner (stromsparende LCD-Anzeige z.B.), viel kleiner, mit Batterien betreibbar und daher portabel. Den kauften wir im eigenen Laden für das Ausrechnen der Inventuren (das dauerte dann so ungefähr zwei Wochen - das Warenwirtschaftssystem dagegen brauchte anfangs etwa 2 Stunden, später ungefähr noch 10 Sekunden). Ich benutze ihn derzeit immer noch zweimal pro Woche als Taschenrechner auf dem Wochenmarkt.
    Im ganzen, weiten Netz habe ich dazu keine Info gefunden - kein einziges Bild, keine Anleitung, keine Angaben zu Verbrauchsmaterialien. Inzwischen habe ich immerhin herausgefunden, welcher Drucker drin ist.
    Rebell (die Marke gibt es auch heute noch, wurde aber von der tschechischen Moravia aufgekauft) hat diesen Rechner nicht gebaut, sondern als OEM-Ware vertrieben - daher weiß ich nichts über den wirklichen Hersteller. „Made in China” sagt das Etikett ... und an den Chip komme ich nicht heran, weil die Platine ins Gehäuse geklebt ist.

    Rebell im Web - leider ist da nichts zu den alten Geräten zu finden - schade!
     
    Rebell
    Euro-Print 12
    keine Seriennummer

    1998 - 1998
  • Anzeigeregister 12-st.,
  • Rechenregister,
  • Konstantenspeicher,
  • saldierender Speicher;
  • Grundrechenarten, Prozent, Mark-Up, Umrechnung zwischen zwei Währungen.
  • komfortable Endziffernkorrektur für die Eingabe (auch bei Ergebnissen einsetzbar), Wahl von 0-6 Nachkommastellen oder Fließkomma, Wahl von Auf-/Ab-/5/4-Rundung,
  • Flüssigkristall-Anzeige,
  • Chipsatz nicht ohne Zerstörung zu ermitteln,
  • Drucker ist ein Alps PTMFL63 mit Typenkette,
  • durch die dafür optimale Art der automatischen Konstantenspeicherung können per Näherungsrechnung Quadrat- und Kubikwurzeln (und theoretisch alle weiteren ganzzahligen Wurzeln) super-duper-einfach berechnet werden.
  • Kosmetisch und funktional sehr guter Zustand: Nur im Drucker war eine Halterung des Elektromotors gebrochen - der wird nun mit einem Plastikkeil innen so am Gehäuse fixiert, dass alles perfekt funktioniert.
    Originalhülle und -anleitung fehlen, als Hülle dient ein Stoffbeutel mit passender Größe, eine Anleitung (die vermutlich besser ist als die „ab Werk” jemals war) selbst geschrieben :)
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