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Rechenhilfen, Rechenmaschinen und etwas Elektronik

Warum diese Sammlung?
Zuerst einmal deshalb, weil die Jagd nach alten und dennoch gut erhaltenen, technisch bemerkenswerten, vielleicht auch seltenen Geräten Spass macht.
Aber auch, weil ich etwas von dem erhalten und ggf. weitertragen will, was es „früher mal” an Fertigkeiten und Kenntnissen gab, das nun verloren zu gehen droht. Das Erforschen des Innenlebens der alten Geräte, die Reparatur der kleineren und größeren Macken, das Wiederentdecken der nicht immer offensichtlichen Funktionen und Methoden und ihre Dokumentation zeigen einen kleinen Ausschnitt aus der Geschichte der Erfindungen, der Technik, der Industrie, der Organisation.
In der Sammlung kann ich lediglich die Entwicklung der Rechentechnik in der „normalen” Bevölkerung darstellen. Für eine Leibnitz'sche Rechenmaschine oder Pascaline reicht mein Geld nicht, für eine von Babbage's Differenzmaschinen reichen weder Geld noch Platz. Also beschränke ich mich auf solche Technik, die „normale Leute” (zumindest die mit dem nötigen Kleingeld dafür) haben konnten.

Eine Maschine darf bei mir ruhig verändert, aufgehübscht oder neu lackiert sein. Mich interessiert ein musealer „Originalzustand” nur am Rande, viel wichtiger ist mir das faszinierende Zusammenspiel der Schieber, Tasten, Hebelchen, Zahnräder und Kurbeln, jenes irgendwie ... nun, sagen wir „satte” Gefühl, wenn alles auch nach über einem halben Jahrhundert immer noch (oder wieder) sauber läuft und korrekte Werte anzeigt. Das kann möglicherweise nur nachvollziehen, wer selbst mal die Kurbel dreht und die Mechanik hört, sieht und vor allem auch in den Fingern spürt.
Als Nebensapekt verfolge ich gerne nach, was damals wirtschaftlich gelaufen ist: Wie teuer waren die Maschinen, wer nutzte sie, welche Hersteller waren wann und wie lange erfolgreich, was waren die Bedingungen für Erfolg oder Misserfolg? Zu den Baujahren, Produktionszeiträumen, Daten der Firmengeschichten etc. finden sich im Internet allerdings oft unterschiedliche Angaben. Ich versuche dann einzuschätzen, welchen Quellen eher zu vertrauen ist - dabei kann ich mich natürlich auch irren. Wenn jemand da (oder auch sonst) etwas besser weiß: Ich nehme gerne Infos dazu entgegen!

Die Geschichte der Rechenmaschinen ist in den USA deutlich anders verlaufen als in Europa. Dort beherrschten lange die Comptometer den Markt (während sie in Europa fast unerschwinglich teuer und selten blieben), bis dann elektromechanische Halb- und Vollautomaten das Szepter übernahmen. Diese Geschichte kann ich bislang weder nachvollziehen noch darstellen. Schwerpunkt bleibt also Europa - und da die handbetriebene Mechanik: Die elektrifizierten Geräte sind mir zu groß, zu schnell, zu gefährlich (Schutzisolation war früher kein Thema). Daher wird es hier höchstens als Ausnahme mal ein elektromechanisches Gerät zu sehen geben - und von den elektronischen „Killern der Mechanik” auch weitgehend nur diejenigen, die wirklich bei mir oder in unserer Familie benutzt wurden oder werden ... plus das eine oder andere wunderschöne Gerät, dessen Erwerb ich nicht widerstehen kann...

Bisher sind hier zu sehen:

  Rechenhilfen und mathematische Instrumente
Suan Pan
Aristo Rechenschieber
Tröger Rechenscheibe
Siebert Rechentafeln
Ott Planimeter
  Zahlenschieber und Kleinaddierer
Addifix-9
Resulta BS 7
Triumphator KA
   
  Addiermaschinen u. ä.
NCR 1652
Brunsviga A 58
Precisa 103
Olympia 192-030
 
  Vierspezies-Maschinen ohne (klassische) Sprossenräder
Badenia TH13
Mercedes-Euklid 29
Nisa K5
Hamann Manus R
 
Numeria 7101
Contex 10
     
  Sprossenrad-Maschinen „Typ Odhner” (mit Einstellschiebern)
Brunsviga 20
Odhner 27
Rokli 7R
Schubert DRV (2x)
 
DEMNÄCHST:
Melitta VII/16
Odhner 239
Walther WSR160
   
  Sprossenrad-Maschinen mit Tastatur:
Facit 1-13
Mesko KR-19S
Facit CM2-16
   
  Elektromechanik:
Olympia AM 209
       
  Elektronik:
Facit 1131
Interton PC2008
Privileg SR54NC
Ibico 1217
 
Rebell Euro-Print 12
Genie 510
Casio fx-82SOLAR
  pinwheel.exe :)

 

Hersteller,
Name/Modell/Typ,
ggf. Seriennummer

gebaut (von - bis)
Speicherwerke (Kapazität); Funktionen Besonderheiten Zustand, Sonstiges

Suan Pan („Abakus”)

Nach den Fingern, den wohl ältesten Rechenhilfen der Menschheit, kam irgendwann das Rechnen auf Linien als erster Ansatz zur Technisierung auf. Spätestens die Sumerer kannten das Prinzip: Sie benutzten z.B. Kiesel und legten diese auf auf Linien, die sie auf Tische oder Platten ritzten oder malten.
Die Römer nannten diese Steine ganz einfach „kleiner Kieselstein” ... auf lateinisch „calculus”. Und wenn später Muscheln, Münzen oder sonstwas anstatt der Steinchen benutzt wurden blieben das „calculi” - und deshalb „kalkulieren” wir.
Die ersten „richtigen Geräte” mit fest eingebauten calculi findet man dann auch bei den Römern als „abacus”.
Vermutlich etwas nach 1000 n.Chr. (so genau weiß man es nicht, weil die erste unumstrittene Abbildung erst aus dem Jahr 1573 stammt) entwickelte sich in China dann diese Form, der Suan Pan. Ob die Idee von den Römern übernommen wurde - Handelsbeziehungen gab es schließlich - ist auch umstritten. Italienische und chinesische Historiker sehen das oft unterschiedlich.
Bis 2002 gab es in China noch verpflichtende Abakus-Prüfungen für bestimmte Buchhaltungsberufe. Immer noch gibt es im ostasiatischen Raum Spezialisten, die selbst kompliziertere Rechnungen im Handumdrehen machen und entsprechende Schnellrechner-Wettbewerbe finden statt. Auch im Alltag wird hin und wieder noch mit dem Suan Pan gearbeitet - zumeist da, wo eher nur addiert und subtrahiert werden muss, z.B. auf Märkten. Aber selbst da setzen sich die Taschenrechner inzwischen durch: Die kleinen elektronischen Teile sind durch Massenfertigung inzwischen viel billiger als ein Suan Pan und auch ungeübte Anwender kommen damit gut zurecht.

Guckst Du hier was damit alles geht!
Rechenbeispiele
Lotus Flower
Suan Pan

vor 1573 - heute
  • 13 Holzstäbchen und 91 Holzperlen,
    oder technisch: ein 13-stelliges Rechenregister mit direkter manueller Eingabe
  •   Neuwertig, praktisch ungebraucht,
    Anleitung aus dem Internet geladen und ausgedruckt.

    Rechenschieber Aristo 89

    Bereits 1632 hatte William Oughtred dann die Idee, zwei gegeneinander verschiebbare logarithmische Skalen als Rechenhilfe zu benutzen - der Rechenschieber war geboren. Spätestens um 1900 waren Rechenschieber dann DAS Statussymbol schlechthin für jeden Ingenieur (so ähnlich wie das Stethoskop für Ärzte) - bis die Taschenrechner kamen...
    Nur in bestimmten Nischen werden noch spezielle Rechenschieber oder -scheiben genutzt - selbst moderne Flugzeuge haben z.B. für Notfälle noch so etwas wie eine E6B im Cockpit.
    Die komplizierte Bedienung der Rechenschieber hatte durchaus auch Vorteile. Wer den Umgang mit diesem Gerät gelernt hatte wusste stets ganz gut, was er da berechnete. Und anders als bei Taschenrechner oder Computer behielt man ein Gespür für Fehlertoleranzen - die von der Elektronik vorgetäuschte Genauigkeit (was nützen mir 11 Nachkommastellen, wenn die eingegebenen Messwerte nur auf zwei Stellen genau sind?) gab es da nicht.
    Dieser Rechenschieber von ca. 1950 ist mit knapp 16 cm winzig klein und war ein Werbegeschenk, mit dem man einen gestandenen Ingenieur eventuell beleidigt hätte. Die großen, oft bis 50 cm langen Stäbe waren wesentlich genauer abzulesen und hatten meist viele zusätzliche Skalen.

    Dennert & Pape war einer der bedeutensten deutschen Hersteller von Rechenschiebern, diese wurden unter der Marke „Aristo” vertrieben. Mitte der 70er-Jahre verdrängten die elektronischen Geräte sehr schnell die Rechenschieber. Dennert und Pape versuchte noch, durch selbst gebaute und zugekaufte Taschenrechner im Geschäft zu bleiben, doch die Konkurrenz aus Fernost war übermächtig: 1978 endete die Produktion beider Produktlinien. Heute gibt es die Marke Aristo immer noch, aber nun gehört sie der Firma GEOtec aus Österreich.

    Ein Artikel aus Spektrum der Wissenschaft
    und der Eierkoch-Rechenschieber samt den Formeln, auf denen er beruht - mit PDF zum Selbstbau!
    Rückseite
    Aristo
    Nr. 89
    Datumscode 5020

    1936 - 1977
  • Skalen: K A (B CI C) D L, hinten: (S ST T) d.h.: Kubik, Quadrat (2x), Kehrwert, Grundskala (2x), Log; hinten sin (auch für cos), sin für kleine Winkel, tan (auch für cot),
  • Lineal für cm und inch.
  • Der Benutzer musste immer wissen, wo die Kommastelle zu setzen war,
  • Sondermarkierungen auf Skala C: 1,13 (C) und 3,57 (C1) für Zylindervolumina; 3438 (r', o.Bez.) und 206255 (r'', o.Bez.) für sin und tan sehr kleiner Winkel (Quelle).
  • unter der Zunge Aufdruck: „WILHELM FISSENEWERT GÜTERSLOH Gelenkketten - Kettengetriebe”.
  • Kosmetisch guter, funktional sehr guter Zustand: Sehr geringe Gebrauchsspuren, einwandfreie Funktion.
    Originalhülle vorhanden, -anleitung nicht, daher eine allgemeine Anleitung für Rechenschieber aus dem Web geholt, auf die Skalen dieses Gerätes angepasst und nachgedruckt.

    Tröger Rechenscheibe

    Eine Sonderform des vorigen Prinzips ist das hier: Durch die runde Form ist das ein quasi "endloser" Rechenschieber.
    Allerdings eine recht primitive Form mit nur drei Skalen, laut Hersteller gedacht „für den Gross- und Einzelhandel aller Branchen”.
    Damit hat mein Vater bis etwa 1973 Preise und Handelsspannen berechnet. Erst nach Juni 1968 kann er die Scheibe gekauft haben: In der Anleitung stehen 11% Mehrwertsteuer (fast halb so viel wie heute, aber damals reichte das Geld für ordentliche Schulen und Straßen).

    Die Firma Tröger begann vor 1920 (Patent ab 1904) in Mylau mit dem Bau ihrer „runden Rechenschieber”. Nach der Teilung Deutschlands wurde dann im Westen bis Ende 1974 weiter produziert. Es gibt verschiedene Modelle, das hier ist die letzte Baureihe.
       
    Hans Tröger
    Rechenscheibe

    ca. 1950 - 1974
  • Zwei logarithmische Skalen für Multiplikation und Division,
  • Prozentwerte, Angabe von 1 inch, 1 oz, Pi und 1 lbs.
  •   Kosmetisch guter, funktional sehr guter Zustand: leichte Gebrauchsspuren, Skalen intakt, leichtgängige Funktion.
    Originalanleitung vorhanden.

    Siebert Rechentafeln

    Zwischen 1610 und 1614 wurden durch Chuquet, Stifel, Bürgi und vor allem Napier die Logarithmen wiederentdeckt. Von da ab bis etwa 1973 waren Logarithmentafeln ein wichtiges Rechenhilfsmittel, weil sich dadurch komplexere Rechenoperationen vereinfachen ließen. Wikipedia erklärt Funktion und Geschichte der Tafeln viel besser als ich es könnte.
    Auch wir haben die in der Schule - trotz aufkommender Taschenrechner - noch kurz benutzt, das hier ist mein Exemplar aus der Oberstufe.

    Den Schulbuchverlag Klett gibt es noch, Logarithmentafeln sind dort jedoch nicht mehr im Programm.
     
    Helmut Sieber / Klett-Verlag
    Mathematische Tafeln
    ISBN 3-12-716200-6

    1973 - 1976
  • Tafeln mit Primzahlen, Winkelfunktionen, Abschreibungsfaktoren, 10er-Logarithmen usw.
  • astronomische Daten, Periodensystem, physikalische Tabellen und Größen,
  • herausnehmbare Formelsammlung

  •  
    Kosmetisch schlechter, funktional guter Zustand: Schon reichlich zerfleddert, aber (auch dank des robusten Kunststoff-Umschlags) immer noch gut zu verwenden.

    Ott Planimeter

    Ein Rechenhilfsmittel der besonderen Art:
    Mit Planimetern bestimmt man Flächen, z.B. in Landkarten, in technischen Zeichnungen oder auch in der Lederindustrie. Planimeter gibt es in verschiedenen Arten, eine davon ist dieses Polarplanimeter.
    Man stellt die Armlänge auf den Kartenmaßstab ein, setzt die Spitze auf einen beliebigen Punkt am Rand der zu messenden Fläche, liest den Wert der Skala ab (oder stellt auf Null), führt die Spitze einmal möglichst exakt um diesen Rand und liest den Wert wieder ab. Mit einer kleinen Korrekturrechnung (die Angaben dazu stehen im Etui des Geräts) hat man schnell die Fläche ermittelt - hier im Bild die Fläche des Plattensees (übrigens 594 km²). Die Genauigkeit des Gerätes ist bei größeren Flächen meist höher als die der Zeichnung.

    Dieses Planimeter wurde (vermutlich irgendwann in den 50er- oder 60er-Jahren) von der Firma A.Ott aus Kempten gebaut. Die Firma gibt es noch, sie gehört seit 2002 einer „Heuschrecke” und baut keine Planimeter mehr, sondern Messgeräte für Wasserwirtschaft und Meteorologie. Doch auch heute noch werden anderswo Planimeter (z.B. hier) hergestellt.

    Weitere Infos
     
    A.Ott
    Modell ???
    No.55425

  • 2 Noniusskalen an Arm und Messrad, zusätzliche Skala für Anzahl der Messraddrehungen.
  • mit Kalibrierungslineal und Ersatzspitzen.
  • Kosmetisch schlechter, funktional sehr guter Zustand: Schwarze Farbe überall sehr stark abgestoßen, oberer Spitzenabschluss abgebrochen (kein Funktionsverlust), alle Skalen einwandfrei.
    Etui intakt und ebenfalls stark abgestoßen, Anleitung nachgedruckt - im Internet gab es die Originalanleitung als PDF.

    Zahlenschieber Addifix-9

    Dieser Zahlenschieber ist ein wirklicher „Taschenrechner” mit gerade mal 13 cm  x  8,8 cm, nur 0,5 cm dick und 80 g leicht. Solche Zahlenschieber waren viel billiger herzustellen als die großen, mit hoher Präzision gebauten Maschinen, daher schon früh für wirklich jeden erschwinglich (Listenpreis 1951: 8,50 Mark - heute zahlt man 10-20 € dafür) und entsprechend weit verbreitet. Das Prinzip war bereits vor 1600 bekannt, aber erst 1847 fand man einen Weg für den „halbautomatischen” Zehnerübertrag (die „Kurve” ganz oben in der Rille). Ab 1889 wurde in größerem Maßstab produziert, ab 1920 wurden Zahlenschieber durch die Firma „Addiator” (deren Markenname zum Synonym für diese Gerätegattung wurde) und andere Firmen zum erfolgreichen Massenprodukt. Anfang der 70er-Jahre stellten die meisten Firmen schnell und nahezu zeitgleich die Produktion ein - die Elektronik trat ihren Siegeszug an. Dennoch wurden bis 1990 noch vereinzelt Zahlenschieber für den Export gebaut: In manchen Weltgegenden war man immer noch froh über billige, einfache Geräte, die ohne Netzstrom oder Batterien funktionierten.

    „Addifix” ist der Name, unter dem u.a. das Kaufhaus Neckermann ab 1959 die Geräte von Addimult vertrieben hat. Die Seriennummer datiert das Gerät hier auf 1964-1965. Neckermann ist Geschichte, Addimult dagegen gibt es heute noch, weil sie damals rechtzeitig und erfolgreich auf ganz andere Produkte (siehe Homepage) umgestellt hat.

    Viele, viele Anleitungen...
    Rückseite
    Neckermann
    Addifix-9
    Seriennummer 793647

    1951 (als „Addimult Sumax”) - ca. 1973
  • Eingabe über 8 Zahlenschieber mit voller Länge, dazu 9. Schieber für Zehnerübertrag,
  • Addition, Subtraktion (nicht unter Null!),
  • Löschschieber.
  • eine Seite zum Addieren, die andere Seite zum Subtrahieren,
  • mit Eingabegriffel aus Metall und Halterung dafür.
  • Kosmetisch guter und funktional sehr guter Zustand: Einige Kratzer, durchgängig (nach Korrektur eines verbogenen Zahns) überraschend leichtgängige Funktion,
    Originalgriffel und -hülle vorhanden, Anleitung fehlt, eine Addiator-Anleitung im Internet gefunden und nachgedruckt.

    Addiermaschine Resulta BS 7

    Wenn es nicht ganz so klein sein musste, dann gab es z.B. das hier:
    Die Resulta ist (zumindest für die Addition) etwas komfortabler zu bedienen als ein kleiner Addiator und noch recht preisgünstig zu produzieren (gestanztes Blech, einfache Mechanik). Der passable Preis (86 Mark) und ihr geringer Platzbedarf haben für weite Verbreitung gesorgt.
    Die Resulta BS 7 (B = hat Einstellkontrollwerk, S = mit Subtraktion, 7 = Stellenzahl) gibt es in mehreren Varianten mit immer neuen kleinen Verbesserungen, diese hier wurde von Ende 1951 bis 1954 gebaut. An allen Resultas wurde unten im Sockel von Hand das Herstellungsdatum eingekratzt: Hier steht 153g, also ist das Gerät vom Januar 1953 (das „g” steht für denjenigen Mitarbeiter, der die Endkontrolle gemacht hat).
    Dieses Gerät erfüllt als erstes in dieser Sammlung die Definition von „Maschine”, auf die man sich bei Rechengeräten geeinigt hat: Sie hat einen Zehnerübertrag in mindestens einem ihrer Rechenwerke und die Weitergabe/Berechnung der Eingaben erfolgt mittels Mechanik. Die Übertragung der Ziffern ins Rechenwerk geschieht hier mittels Zahnscheiben, in die die Einstellsegmente beim Herunterziehen eingreifen. Ganz ideal ist die Bedienung noch nicht: Für die Subtraktion muss ein Hebel umgestellt werden, um dann ein Ergebnis abzulesen muss man diesen Hebel wieder zurück stellen. Bei späteren Varianten war das dann besser gelöst (durch eine umschaltbare Blende im R-Werk).

    Hersteller war die 1911 gegründete „Maschinen- und Werkzeugfabrik Paul Brüning” in Berlin. Resulta-Kleinaddiermaschinen wurden - anfangs noch unter dem Namen „Minerva” - von 1927 bis 1969 gebaut, zuerst im Wedding, dann in Reinickendorf. Nach 1969 wurden noch bis 1984 Formteile für die Elektroindustrie hergestellt, danach verliert sich die Spur der Firma.

    Viele Infos zu allen Resultas
    und eine Werbung:
    Innenleben
    Resulta
    BS 7


    1936 - 1956
  • Eingabewerk (mit Kontrollwerk) 7-st.,
  • Resultatwerk 7-st.;
  • Umschalter Addition/Subtraktion
  • Löschtaste für E-Werk,
  • Löschkurbel für R-Werk.
  • nur mit Stift oder Griffel zu bedienen,
  • Löschtaste des E-Werks kann fixiert werden.
  • Kosmetisch guter und funktional sehr guter Zustand: Durch die Griffel recht viele Kratzer unter dem Eingabefeld, zwei kleine Dellen im Deckblech, der schwarze Schrumpflack des Gehäuses wirkt dagegen fast neu; alle Funktionen gehen leicht und fehlerfrei (der Zehnerübertrag über 6 Stellen ist natürlich schwierig).
    Originalgriffel, -haube und -anleitung fehlen; ein Palm-Griffel (Kunststoff, viel besser!) ist nun dabei, Kurzanleitung aus dem Internet heruntergeladen und ausgedruckt.

    Addiermaschine Triumphator KA

    Die Triumphator KA (für „Kleinaddierer”) hat Einstellhebel, was viel bequemer ist als mit dem Griffel zu arbeiten. Auch sie hat noch eine recht einfache Mechanik, war damit noch günstig zu produzieren und konnte 1958 für 110 Mark angeboten werden.
    Die Übertragung der Zahlen in den Ergebnis-Speicher geschieht hier über seitlich auslenkbare Zahnsegmente direkt während des Einstellens. Zum Addieren werden dann einfach die Zahnsegmente per Lösch-/Bestätigungstaste ausgekoppelt und federn auf Null zurück - dann wird die nächste Zahl eingestellt und unten erscheint die Summe. Die Subtraktion ist etwas umständlicher: Auskoppeln (diesmal mit der Minus-Taste), die Hebelchen einstellen, wieder einkoppeln (Taste loslassen), Hebelchen zurückstellen.
    Ähnliche Maschinen gab es ab den 30er-Jahren des 20. Jahrhunderts, der Seriennummer nach wurde dieses Modell hier um 1959 gebaut.

    Triumphator war eigentlich eher bekannt als bedeutender Hersteller großer Sprossenrad-Maschinen. Die Firma hat eine Besonderheit, was das Verhältnis zur Elektronik angeht: 1900 wurde sie in Leipzig als Fabrik zur Herstellung von Elektronenröhren (ja, die wurden wirklich schon 1900 erfunden!) gegründet, war damit aber nicht erfolgreich. Also wechselte man von der Elektronik zur Mechanik: Schon 1909 firmierte sie als Rechenmaschinenfabrik (und ab 1948 als VEB). Eigene mechanische Rechner wurden bis 1963 gebaut, danach wurde noch kurze Zeit anderen Firmen zugeliefert. Schließlich ging es zurück zur Elektronik: 1969 wurde Triumphator in das Robotron-Kombinat eingegliedert und produzierte bis zur Zerschlagung des Konzerns 1990 vor allem elektronische Baugruppen für DDR-Computer. Die westdeutsche Firma Steinel übernahm danach einen Teil des Archivs und des Personals...
    Zahnsegment
    Eine Rezension...


    und ein Zahnsegment:
    Innenleben
    Triumphator
    KA
    Seriennummer 4900

    1957 - 1960
  • Eingabewerk 8-st.,
  • Resultatwerk 8-st.;
  • Minus-Taste
  • Löschtaste für E-Werk (zugleich Eingabebestätigung),
  • Löschtaste für R-Werk.
  •   Kosmetisch passabler und funktional guter Zustand: Die olivgrüne Farbe auf dem Bakelit-Gehäuse war stark abgestoßen, jetzt ist die Farbe ganz ab (was viel besser aussieht). Innen lagen viel Staub und einige lose Teile und einige Ziffernräder hakelten ganz erheblich, weil die innenliegende Löschachse nicht weit genug nach rechts konnte - ein geringes Kürzerschleifen des Löschachsenausziehers hat das behoben. Innen ist nun alles sauber, wo nötig gut geschmiert und alles funktioniert. Ein Zehnerübertrag von ganz rechts nach ganz links (z.B. 4 minus 6) ist schwierig.
    Originalhaube und -anleitung (angesichts des Funktionsumfangs eigentlich überflüssig) fehlen, daher Kurzanleitung selbst verfasst.

    Registrierkasse NCR 1652

    Das hier rechnet auch - wenn auch nur Tagessummen. Einen Zehnerübertrag im Summierwerk hat sie, aber weil sie definitiv nur addieren kann, ist das eigentlich eine „Einspezies-Maschine”.
    Diese Kasse fand mein Vater vor, als er 1972 ein Ladengeschäft in Frankfurt übernahm. Einige Monate tat sie dann noch ihren Dienst, dann kam eine „modernere” Registrierkasse und sie wanderte in den Keller.
    Die Liste der NCR-Seriennummern zeigt, dass die Kasse 1949 gebaut wurde - sie war also mindestens 22 Jahre im Einsatz. So lange hält heute keine mehr. Ach ja: Die Stempelfarbe musste ich etwas auffrischen und die Papierrollen (im ungebräuchlichen 4,4 cm-Format) umspulen, mit ein wenig Öl funktioniert sie nun fast wieder wie am ersten Tag.

    Die National Cash Register Company gibt es unter diesem Namen seit 1884. Durch aggressives Marketing und Aufkauf vieler Konkurrenten (oft mit massiver Einschüchterung und hoher krimineller Energie - wegen unlauterer Geschäftspraktiken wurden NCR-Manager sogar zu Gefängnisstrafen verurteilt) erreichte die Firma in den USA schon 1910 95% Marktanteil. Auch in Deutschland hießen die meisten Kassen „National”, sie wurden ab 1896 in Berlin, ab 1945 in Augsburg hergestellt. Ab 1953 war NCR einer der Pioniere der EDV-Entwicklung, 1997 zog sich NCR wieder aus dem Computergeschäft zurück. Kassen werden dort immer noch gebaut, sie sehen heute nur etwas anders aus...
      Anzeige, Zahnsegmente, Summierwerk
    Nationale Registrierkassen GmbH Augsburg
    N-1652-B
    Seriennummer U 4502040

    ca. 1930 - ?
  • Eingabewerk (mit Kassierer- und Kundenanzeige) 4-st.,
  • Summierwerk 7-st.,
  • Druckwerk doppelt (für Bon und Journal).
  • Bondruck abschaltbar,
  • Ablesung und Löschung des Summierwerks mit zwei Schlüsseln,
  • ein kleines, nicht rückstellbares Zählwerk zählt die Nullstellungen,
  • manuelle Datumseinstellung des Druckwerks.
  • Kosmetisch mäßiger, funktional passabler Zustand: Karosserie mit starken Gebrauchsspuren, die Marmorplatte über der Schublade fehlt. Druck trotz neuer Farbe und eigens umgespulten Papierrollen etwas schwach.Fehlende Andruckleiste für Journaldruck durch Gummiblock ersetzt, Firmeneindruck im Bon („Reformhaus am Lokalbahnhof”) ist durch Entfernung der Andruckrolle stillgelegt. Schlüssel für Schublade und Druckwerk fehlen (werden zum Betrieb nicht benötigt). Rechen- und Speicherfunktion einwandfrei.
    Keine Anleitung vorhanden, daher Kurzanleitung selbst verfasst.
    Leibniz, Schickard, Poleni, Braun, Pascal ... sie und viele andere erfanden oder bauten ab etwa 1700 die ersten „Vierspezies-Rechenmaschinen”, also Maschinen für alle vier Grundrechenarten. Die ersten Maschinen arbeiteten mit den von Leibniz erfundenen Staffelwalzen, erst kurz vor 1900 gab es dann auch Maschinen mit Sprossenrädern, andere Schaltprinzipien blieben bei Vierspezies-Maschinen die Ausnahme.
    Anfangs waren die Geräte recht unzuverlässig (der Stand der Technik erlaubte nicht die eigentlich notwendige Präzision bei der Herstellung), zudem unerschwinglich teuer und daher meist nur Einzelstücke und Kuriositäten an Fürstenhöfen.
    Doch der Bedarf nach Hilfe beim Rechnen wuchs allmählich, denn immer mehr wurde gerechnet: Geschossbahnen, Versicherungsrisiken, Bilanzen, die Statik von Brücken und vieles mehr. Zugleich entwickelte sich die Feinmechanik weiter: Uhren, Waffen, Nähmaschinen und anderes wurden immer präziser gefertigt.
    Ab 1820 baute der Versicherungsdirektor C.X.Thomas die erste kommerziell erfolgreiche Maschine, das Arithmometer. Die ersten Kunden waren Versicherungen, Banken und große Handelshäuser, doch schon bald kamen Artilleristen, Landvermesser, Ingenieure und Wissenschaftler dazu. Siebzig Jahre blieb der Arithmometer das einzige Gerät aus Serienfertigung, erst 1890 kam mit der ersten Maschine von Odhner die erste Konkurrenz auf den Markt. Ab da ging es massiv bergauf mit der Rechenmaschinen-Entwicklung und -Produktion ...

    Gleichzeitig entwickelte sich auch ein großer Markt für „Zweispezies-Maschinen”: Die waren in der Regel einfacher zu bauen, damit entsprechend billiger und sie erfüllten insbesondere im kaufmännischen Bereich den Bedarf gut genug oder gar besser.

    Addiermaschine Brunsviga A 58

    Diese Maschine hier ist so eine, die nur addieren und subtrahieren kann - das Schaltprinzip hier sind Zahnstangen, wie üblich bei diesem Gerätetyp. Jede Stelle hat hier noch ihre eigene Tastatur: Je nachdem welche Taste jeweils gedrückt wird, werden die Zahnstangen verschieden weit gestellt, beim Hebelzug greifen die Zahnstangen dann ins Summierwerk und stellen dort die Ziffern weiter.
    Die Brunsviga A 58 heißt anders als ihre „Geschwister” mit dem „AS” im Namen so, weil sie nur Addieren, aber nicht Saldieren (Ergebnisse unter Null korrekt anzeigen) kann. Im Internet findet sich fast nichts über dieses Modell, außer einer alten Verkaufsanzeige eines Auktionshauses in Saragossa. In den einschlägigen Listen ist für diese Seriennummer das Baujahr 1950 angegeben.

    Brunsviga ist der latinisierte Name von Braunschweig. Dort hat der Hersteller 1871 als Nähmaschinenhersteller „Grimme, Natalis & Co.” begonnen, ab 1892 wurden auch (in Lizenz von Odhner) unter dem Markennamen „Brunsviga” Sprossenrad-Maschinen gebaut, mit denen die Firma sehr erfolgreich wurde. Ab 1950 wurde dieser Marken- auch zum Firmennamen, aber schon neun Jahre später wurde Brunsviga von Olympia übernommen. Binnen weniger Jahre wurde die Produktion der meisten handbetriebenen Maschinen eingestellt, die letzte handbetriebene „Brunsviga” wurde 1969 in Spanien gebaut.
     
    Brunsviga
    A 58
    Seriennummer 7767

    1936 - ca. 1950
  • Eingabewerk 7-st.,
  • Summierwerk 8-st.;
  • Addition, Subtraktion, Zwischensumme, Summe,
  • R-Taste für Weiterverwendung der eingetippten Zahl.
  • Keine Anzeige, stattdessen Ausdruck auf Papierstreifen,
  • statt negativem Ergebnis wird ggf. das Neunerkomplement angezeigt,
  • keine Korrekturtaste - fehlerhafte Tastendrücke werden durch vorsichtiges Drücken der Zwischensummen- oder Summentaste korrigiert,
  • Kurbel abnehmbar.
  • Kosmetisch und funktional guter Zustand: Kaum Stoßstellen und einwandfreie Funktion, nur die Typen 3 und 4 der „1 Mark”-Stelle hakeln etwas.
    Originalhaube vorhanden, -anleitung fehlt, daher Kurzanleitung selbst geschrieben.

    Addiermaschine Precisa 103-12-0

    Und die nächste Weiterentwicklung - mit einer wirklich großen Errungenschaft, die wir alle heute noch auf den Computertastaturen haben: die moderne Zehnertastatur!
    Da die riesigen Tastenfelder der alten Addiermaschinen zwar einem geübten Bediener schnellste Eingaben ermöglichten, dafür jedoch langes Training nötig war, versuchte man schon früh, die Tastenzahl zu reduzieren um die Eingabe zu vereinfachen. Anfangs experimentierte man mit diversen Tastenanordnungen, diese hier hat sich letztlich durchgesetzt weil dabei die Hand am wenigsten bewegt werden muss. Billiger in der Herstellung war das trotz der vielen gesparten Tasten nicht wirklich, weil das Problem der Übertragung in die verschiedenen Stellen (hier mittels Stiftschlitten gelöst - Erklärung bei der Contex 10) mechanisch recht anspruchsvoll ist.
    Als Baujahr hat der Vorbesitzer 1960 angegeben, die Preise lagen damals um 450 Mark. Angesichts des Baujahrs müsste sie eigentlich auch saldieren (also Ergebnisse unter Null anzeigen) können - sie kann es jedoch leider nicht, sondern zeigt nur ein Neuner-Komplement. Vermutlich ist nur irgend ein Hebelchen oder eine Feder ausgehängt - ich habe das aber trotz längerer Suche bisher nicht gefunden ...

    Precisa ist eine Firma aus der Schweiz. Es gibt sie auch heute noch, nur baut sie keine Rechenmaschinen mehr, sondern z.B. Präzisionswaagen. Im Büromaschinen-Lexikon von 1958 ist auch Säckingen in Baden als Produktionsort genannt, von dort stammt dieses Gerät wohl.
    Detailansicht Innenleben
    Precisa
    103-12-0
    Seriennummer 302 262 S

    1957 - 1962
  • Eingabewerk 9-st.,
  • Saldierwerk 10-st.;
  • Addition, Subtraktion, Zwischensumme, Summe,
  • X-Taste für Weiterverwendung der eingetippten Zahl,
  • Korrekturtaste.
  • Keine Anzeige, stattdessen Ausdruck auf Papierstreifen,
  • Rotdruck subtrahierter Werte (und negativer Summen),
  • Zeilenvorschub einstellbar (1-, 2-zeilig).
  • Kosmetisch und funktional guter Zustand: Kaum Stoßstellen, Farbrolle und Papierrolle noch o.k., Maschine rechnet so weit fehlerfrei und leicht, saldiert aber leider nicht (mehr?).
    Originalhaube vorhanden, -anleitung fehlt, daher Kurzanleitung selbst geschrieben.

    Addiermaschine Olympia 192-030

    Die Olympia 192-030 kann wirklich saldieren: Sie zeigt auch negative Ergebnisse korrekt (und in rot) an. 192 bezeichnet die Gerätebasis (Kapazität 9/10, eine Nulltaste) innerhalb der Baureihe, 030 bedeutet Handantrieb.
    Im Internet finde ich über genau diese Maschine rein gar nichts. Olympia hat in einem Vierteljahrhundert unzählige verschiedene Varianten dieser und anderer Baureihen gebaut: teils mit Handkurbel wie hier, teils mit Elektromotor (gelegentlich auch beides gleichzeitig), mal in diesem robusten grünen Schrumpflack, mal in glatt und hellgrau oder später auch im weißen, eckigen Plastikgehäuse, mit verschiedenen Kapazitäten der Rechenwerke und mit unterschiedlichsten Formular- oder Papierstreifenhaltern.
    Das Baujahr dieses Gerätes ist nicht ganz klar. Schon im Büromaschinen-Lexikon von 1958 finden sich nur neuere Modelle, aber die Aufzählung dort ist nicht vollständig. Ich vermute mal zweite Hälfte der 50er-Jahre, damalige Preise lagen knapp unter 600 Mark. Es stammt aus einem ehemaligen Süßwaren-, Tabak- und Jagdwaffenladen mit Gasthaus(!) in der Nähe von Osnabrück, nach Erstkäufer und dessen Erbe bin ich wohl der dritte Besitzer.

    Auch hier - wie bei vielen Rechenmaschinen-Herstellern - besteht ein starker Bezug zur Waffenproduktion: Die bei Olympia gebauten Rechenmaschinen wurden von Ingenieuren entwickelt, die vorher bei den Mauser-Werken waren und ab 1949 mit ihrer eigenen Firma „Feinwerkbau” für große Firmen als Entwickler und Zulieferer tätig waren. Diese kleine Firma ist heute ein bekannter Hersteller hochpräziser Sportwaffen.
    Olympia wurde 1903 als Tochtergesellschaft der AEG unter dem Namen „Union Schreibmaschinen-GmbH” gegründet, hieß ab 1936 „Olympia Büromaschinenwerke AG”, wurde mit Rechen- und Schreibmaschinen äußerst erfolgreich - und verschwand als Produktionsstätte 1991 in den beginnenden Wirren der AEG-Zerschlagung. Die Marke Olympia blieb bis heute erhalten, doch in den Zeiten der Käufe, Verkäufe, Fusionen, Teilungen, Übernahmen und Rückübernahmen weiß man nicht mehr, wer was wo für wen produziert. Olympia jedenfalls baut nichts mehr selbst, sondern klebt nur Schildchen auf zugekaufte Produkte.

    (Chassis schon mit der Aussparung für den Stromanschluss)
    Zahnstangen
    Olympia
    192-030
    Seriennummer 120806

    1953 - 1978 (Baureihe D1)
  • Eingabewerk 9-st.,
  • Saldierwerk 10-st.;
  • Addition, Subtraktion, Zwischensumme, Summe,
  • R-Taste für Weiterverwendung der eingetippten Zahl,
  • Nichtrechentaste,
  • Korrekturschieber.
  • Keine Anzeige, stattdessen Ausdruck auf Papierstreifen,
  • Rotdruck subtrahierter Werte und negativer Summen,
  • Zeilenvorschub einstellbar (0, 1, 2-zeilig).
  • Kosmetisch guter und funktional sehr guter Zustand: Kaum Stoßstellen, Tastatur fast wie neu. Abreißkante der Papierrolle (aus Plexiglas) war gebrochen und wurde durch passend zurechtgeschliffenes Sägeblatt (!) ersetzt. Neue Farbrolle, neue Papierrolle - jetzt einwandfreier Druck und einwandfreie Funktion,
    Originalhaube und -anleitung fehlen, deshalb Haube aus Wachstuch schneidern lassen und Kurzanleitung selbst geschrieben.

    Rechenmaschine Badenia TH13

    Meine erste Maschine mit Staffelwalzen, und wie (fast!) alle derartigen Maschinen ist sie recht groß und gewichtig: Zehn Kilogramm schwer, mit Kurbel über 40 cm breit und über 30 cm tief.
    Die frühen kommerziell erfolgreichen Rechenmaschinen benutzten alle dieses Schaltprinzip: Pro Ziffer wird ein Zahnrad entlang einer Achse verschoben, bei einem Umlauf der Staffelwalze wird es je nach Stellung verschieden weit gedreht und entsprechend verändert sich der Wert im Resultatwerk. Das Verschieben des Zahnrades geschah bei den frühen Maschinen direkt mit einem Schieber, bei dieser Maschine werden die Zahlen aber schon eingetastet - für jede Stelle gibt es alle Ziffern als eigene Taste. Diese Tasten verschieben über verschieden lange Hebelchen eine Leiste, die dann das Zahnrad entsprechend verschiebt (und zugleich ein Einstellkontrollwerk stellt, was ein bequemeres Ablesen ermöglicht). Klingt zu kompliziert? Im nächsten Abschnitt (in der Mitte) gibt's ein Bild dazu...
    Ein Nachteil dieser großen Tastenfelder ist der größere Platzbedarf, die Hand muss folglich auch mehr bewegt werden. Mechanisch war das jedoch einfacher zu bauen als die modernen Zehnertastaturen. Weiterer Vorteil: Die „klassischen Tricks” der Standard-Sprossenrad-Maschinen (mal schnell einen Wert in der Eingabe in einen ähnlichen umstellen, Wurzeln ziehen mit dem Toepler-Verfahren, Eingabe teilen für ein zusätzliches Zählwerk, ...) funktionieren hier immer noch. Praktisch bei dieser Maschine ist auch die direkte Einstellung des R-Werks, und weil die Eingabe wahlweise nach jeder Rechnung gelöscht werden kann, macht auch das Addieren mehr Spaß als mit einer „klassischen” Sprossenrad-Maschine. Eine Rückübertragung sucht man dagegen vergebens - das konnte man damals bei dieser Bauweise noch nicht.
    Etwas verwirrt war ich anfangs, dass das Gerät vorne kein Handrad für die Verschiebung des Schlittens hat. Die im Internet gezeigten Exemplare der TH13 haben alle eins ... war da was abgebrochen? Ein Loch war da aber auch nicht ...
    Die Lösung fand ich durch Ausprobieren: Die Kurbel kann man zum Drehen leicht herausziehen, dann bewegt sie nicht mehr die Staffelwalzen (rechnet also nicht mehr), sondern den Schlitten!
    Und noch etwas fand ich dabei heraus: Wenn man die Kurbel leicht ins Gerät drückt, dann addiert sie nicht mehr, sondern subtrahiert. Es ist also nicht nötig, mit der zweiten Hand das „Minus”-Hebelchen zu drücken.
    Einen kleinen Konstruktionsfehler hatte die Maschine: In den Stellen 1 und 2 klingelte das Überlauf-Glöckchen nicht, weil das entsprechende Bauteil zu kurz war. Offenbar war ein Teil aus einer TH10 (mit geringerer Kapazität) eingebaut worden. Ich habe das Teil nun durch einen Anbau verlängert - seitdem klingelt's korrekt.
    Die Seriennummer lässt auf das Baujahr 1950 schließen, was auch zum Design passt: Nur 1950 bis 1952 gab es dieses Gerät ohne das Handrad vorne. Es kostete (die Steuerzahler) damals sicher ein kleines Vermögen, denn schon die kleinere TH10 wurde für 850 Mark angeboten. Damit klar wird, wie viel Geld das war: Der VW Käfer kostete damals so um die 5.000 Mark.
    Diese Maschine stammt aus einem Forstamt in (oder bei) Wittlich in der Eifel. Der Förster hat damit in den 50er-Jahren vermutlich u.a. Festmeter, Preise und Waldarbeiterlöhne berechnet.

    Hersteller war die Uhrenfabrik Mathias Bäuerle, die bereits 1863 gegründet wurde. Ab 1903 wurden dort neben Uhren, Uhrwerken und Schaltuhren auch Rechenmaschinen gebaut - damit war sie der weltweit vierte(!) Serienproduzent von Rechenmaschinen. Die Rechenmaschinen mit den Marken „Peerless” („ohnegleichen”, für den Export) und „Badenia” hatten anfangs eine ganze Reihe von Neuerungen zu bieten (z.B. Doppelzählwerke, Einstellkontrollen, Multiplikationsgetriebe). Ab 1952 wurden keine handbetriebenen Rechenmaschinen mehr gebaut, doch mit komplexen, elektromechanischen Automaten (Marke „EMBEE”) war man noch einmal recht erfolgreich. Schon 1964, also vergleichsweise früh, erkannte man die Zeichen der Zeit und stellte die gesamte Rechenmaschinen-Fertigung ein. Die Firma konzentrierte sich auf Maschinen für die Drucknachbereitung - und auch heute noch gibt es sie als Hersteller von Falzmaschinen.
    Funktionsbeschreibung Staffelwalzen von hinten
    Badenia
    TH13
    Seriennummer 16666

    1930 - 1952
  • Eingabewerk (mit Kontrollwerk) 9-st.,
  • Umdrehungszählwerk 8-st.,
  • Resultatwerk 13-st.;
  • alle Grundrechenarten,
  • Schalter für Drehrichtungsumkehr und Stilllegung des U-Werks,
  • Schalter für Additionsmodus,
  • Schalter/Anzeige für Subtraktion,
  • Löschtaste für E-Werk, 2 Löschschieber für U- und R-Werk.
  • Zehnerübertrag im R- und U-Werk,
  • Zahleneingabe mit Volltastatur,
  • Ziffern im R-Werk direkt einstellbar,
  • Kurbel zum Rechnen nur in eine Richtung drehbar, Subtraktion durch Drehen der eingedrückten Kurbel,
  • Schlittenverstellung durch Drehen der herausgezogenen Kurbel.
  • Kosmetisch passabler und funktional guter Zustand: Viele große und kleine Stoßstellen am Gehäuse (das zum Glück recht massiv und daher unbeschädigt ist), Tasten mit z.T. deutlichen Gebrauchsspuren, aber alle noch intakt.
    Hier war richtig Arbeit nötig: Ein Halter eines der verschiebbaren Zahnräder war gebrochen und wurde gegen ein selbstgebasteltes Alu-Teil ausgetauscht. An einigen weiteren Stellen musste die Positionierung der Zahnräder ebenfalls nachjustiert werden. Die Eingabe war weitgehend blockiert (ausgeleierte Federn, verhakte Hebelchen) und auch viele Zehnerüberträge hakelten: Also hieß es Federn kürzen, Tasten aus- und richtig wieder einbauen, reinigen, schmieren. Der Klingelanschlag wurde mit einem Alu-Streifen verlängert - nun funktioniert alles.
    Die Zehnerüberträge des U-Werks brauchen nach längerer Nichtbenutzung manchmal gutes Zureden, bis sie wieder durchgehen.
    Originalhaube und -anleitung fehlen, also Kurzanleitung selbst geschrieben.

    Rechenmaschine Mercedes-Euklid 29

    Das bislang älteste Gerät meiner Sammlung, mit viel dickem Stahlblech (daher gut 12 kg schwer) und großen Glastasten. Von außen sehen diese Maschinen mit den vielen Tasten oft ähnlich aus - aber hier ist ein platzsparendes Schaltprinzip verwirklicht, das es nur bei diesem Hersteller gibt: der Proportionalhebel. Je nach gedrückter Taste werden für jede Stelle Zahnrädchen auf eine von neun verschiedenen Zahnleisten geschoben (unten mittig ist ein Bild dazu). Die erste dieser Zahnleisten wird beim Kurbeln stetsum eine bestimmte Wegstrecke verschoben, die nächste doppelt so weit, die dritte dreimal so weit usw. - eben „proportional” (kurzer Film unten rechts). Die Zahnrädchen stellen schließlich das Resultatwerk entsprechend weiter.Das Schaltprinzip wurde von dem genialen Erfinder Christel Hamann um 1903 herum erfunden.
    Die Maschine wurde vermutlich in der Buchhaltung von Radio Mende (zeitweise der größte Radiohersteller Deutschlands, später VEB Funkwerk Dresden) benutzt. So ganz sicher ist das nicht, der Vor-Vorbesitzer hat jedoch dort gearbeitet und die Maschine stammt aus seinem Nachlass. Die Seriennummer ist die früheste der im Rechnerlexikon bekannten, daher vermute ich ein Baujahr recht bald nach 1935.

    Die Firma Mercedes hat absolut nichts mit dem Automobilhersteller zu tun. Gegründet wurde sie 1906 als Schreibmaschinen-Hersteller in Berlin. Ihre Namensänderungen zeigen die wechselvolle Geschichte: Ab 1908 zog die Produktion nach Zella-Mehlis und der Firmenname lautete „Mercedes Büromaschinen Ges.m.b.H.”, ab Ende 1916 (als auch die Verwaltung nach Zella-Mehlis zog) dann „Mercedes Bureau-Maschinen und Waffenwerke G.m.b.H.”, (1922 Produktion der weltersten elektrischen Büro-Schreibmaschine) ab 1927 „Mercedes Büromaschinen-Werke A.G.”, in der DDR dann „VEB Büromaschinenwerke Zella-Mehlis” mit der Marke „Cellatron”. Unter dieser Marke wurden ab ca. 1960 auch elektronische Geräte produziert, die Firma nannte sich daher ab 1967 „VEB Rechenelektronik Meiningen/Zella-Mehlis” und ab 1977 „VEB Robotron-Elektronik Zella-Mehlis”. Nach 1990, in der Zeit der Verschleuderung des Volksvermögens der DDR, verlieren sich ihre Spuren dann schnell. Am Standort sind heute Behörden und eine Produktion der Schott Lithotec.

    Weitere Infos
    Film: Proportionalhebel

    und das Bild mit
    den Zahnrädchen:
    Proportionalhebel bewegt Zahnstangen (AVI):
    Film: Proportionalhebel
    Mercedes-Euklid
    Mod. 29
    Seriennummer 28005

    1935 - 1952(?)
  • Eingabewerk 9-st.,
  • Umdrehungszählwerk 6-st.,
  • Resultatwerk 12-st.;
  • alle Grundrechenarten,
  • Schalter für Drehrichtung des U-Werks,
  • Schalter für Drehrichtung des R-Werks,
  • Schalter für Additionsmodus,
  • Löschtaste für E-Werk, 2 Löschhebel für U- und R-Werk.
  • Zehnerübertrag im R- und U-Werk,
  • Zahleneingabe mit Volltastatur,
  • Ziffern im R-Werk direkt einstellbar,
  • Schlittenvorlauf nur durch Schieben per Hand, Rücklauf (mit Federkraft) per Taste,
  • Kurbel zum Rechnen nur in eine Richtung drehbar, Subtraktion durch Umschaltung des R-Werks,
  • „automatische” Division (Kurbeln muss man trotzdem ...).
  • Kosmetisch und funktional guter Zustand: Einige Stoßstellen und kleine Lackschäden an entrosteten Stellen, die Löschhebelgriffe und die Halteschrauben der Schlittenhaube fehlten und wurden ersetzt, alle anderen Tasten und Hebel sind vollständig erhalten. Viele Ziffern waren jedoch nicht mehr lesbar, daher wurden sie alle erneuert. Einwandfreie Funktion, nur die Tastenreihe ganz links (ursprünglich die mittlere) hat innen ausgebrochene Metallzungen, die vor langer Zeit notdürftig repariert wurden und ist daher nicht mehr sehr belastbar.
    Originalhaube und -anleitung fehlen, Kurzanleitung aus einer Mercedes-Werbung als Download/Ausdruck vorhanden.

    Rechenmaschine Nisa K5

    Nun wieder eine Maschine mit Volltastatur und Staffelwalzen - diesmal sind es aber geteilte Staffelwalzen, was etwas Platz spart. Und anders als bei der Badenia TH13 bewegen sich hier die Staffelwalzen selbst (durch sich je nach Taste verschieden weit drehende Leisten unter der Tastatur) und nicht die Zahnräder des Ergebniswerks. Angenehm auch hier der optionale „Additionsmodus” (automatische Eingabelöschung nach der Kurbeldrehung). Die Maschine wirkt in Form- und Farbgebung erstaunlich modern und ansprechend, aber im U-Werk hat sie immer noch schwarze und rote Ziffern statt eines ordentlichen Zehnerübertrags (ein Zähler mit Übertrag kann im R-Werk simuliert werden). Dazu insgesamt viel Plastik statt Metall: Die Oberschale aus dünnem Kunststoff wirkt etwas klapperig (es gibt auch eine Modellvariante mit Metalloberschale), auch die Kurbel und das Schlittentransportrad sind aus demselben Material und es zeigen sich z.T. erste Ermüdungserscheinungen. Unterschale und Inneres sehen dagegen recht stabil aus, sind aber erkennbar auch auf Materialersparnis hin optimiert.
    Überall nahm die Qualität der mechanischen Rechner allmählich ab, weil man durch Einsparungen konkurrenzfähig bleiben wollte - ich vermute, bei dieser Maschine wurde das durch die üblichen Materialprobleme einer Planwirtschaft noch verschärft: Sie wurde vermutlich 1975 in der damaligen Tschechoslowakei gebaut. Ich kaufte sie aus einer Sammlung in München, wer sie früher benutzt hat und welchen Neupreis man damals dafür zahlen musste ist mir leider nicht bekannt.

    Nisa (tschechisch für Neiße) hat das Know-How der Rechnerfertigung vermutlich auf Umwegen von Rema übernommen. Das war ein kleiner Hersteller aus Hannover, dessen Patente 1922 (beim Kauf durch Brunsviga) frei wurden. Ab 1951 baute Nisa dann Rechner wie diesen hier nach dem Vorbild der handbetriebenen Monroe-Maschinen. Bis 1976 wurden dann weitere (auch elektromechanische) Rechner entwickelt und gebaut. Die Firma ging 1995 in Konkurs. Eine Nachfolgefirma existiert heute noch als NISAFORM GmbH (Geschichte von Nisa auf deren Webseite - der Google Übersetzer hilft!), sie stellt Formen für Kunststoff- und Metallguss her.
    Diese Stellleisten werden durch die Tasten verschieden weit gedreht... ... und stellen diese Staffelwalzen nach links und rechts
    Nisa
    K5
    Seriennummer AC 71133

    1951 - 1975(?)
  • Eingabewerk (Tasten ersetzen ein Kontrollwerk) 10-st.,
  • Umdrehungszählwerk 10-st.,
  • Resultatwerk 20-st.;
  • alle Grundrechenarten,
  • Schalter für Additionsmodus,
  • Zählerschieber,
  • Löschtaste für die Eingabe, 2 Löschhebel für U- und R-Werk.
  • Zehnerübertrag nur im R-Werk und nur für 13 Stellen ab Rechenposition,
  • gleichzeitig 0 und 1 in Kolonne 10 drücken setzt einen provisorischen Zähler (Die 1 ganz links wird nicht mehr gelöscht), der Zählerschieber setzt das wieder zurück.
  • Kosmetisch und funktional sehr guter Zustand: Eigentlich sieht sie bis auf kleinste Kratzer noch ausgesprochen gut aus, nur erste Haarrisse an Gehäuse und Schlittentransportrad mussten geklebt/verstärkt werden. Alles funktioniert einwandfrei, ein wenig Öl an die richtigen Stellen und ein paar neue Gummipuffer innen waren alles, was nötig war.
    Originalhaube und -anleitung fehlen, daher Kurzanleitung selbst geschrieben.

    Rechenmaschine Hamann Manus R

    Nein, die ist hier nicht falsch einsortiert: Auch wenn sie äußerlich genau aussieht wie eine Sprossenrad-Maschine „Typ Odhner” - das hier ist eine der seltenen Maschinen mit Schaltklinken. Dieses - ebenfalls von Chr. Hamann erfundene - Schaltprinzip (oder wiedererfunden - Leupold hatte 200 Jahre früher auch schon etwas ähnliches entwickelt) führte immer ein Nischendasein, vermutlich wegen der komplexen Bauweise, die Reparaturen sehr aufwendig machte.
    Diese Maschine hat eine Ausstattung, die für Mitte der 50er-Jahre geradezu luxuriös war: Sie hat feststehende Einstellhebel, Rückübertragung, einen optionalen „Additionsmodus” und ein direkt einstellbares R-Werk. Vor allem aber beherrscht sie - wie alle Hamann-Maschinen - die (halb)automatische Division: Man muss nur noch die Werte einstellen, den Schlitten in die richtige Position bringen und munter draufloskurbeln, die Korrekturdrehungen beim Unterlauf werden automatisch angesteuert.
    Die Seriennummer dieser Maschine deutet auf ein Baujahr um 1957 (Preis damals: 598 Mark). Ich habe sie von einem Händler gekauft, der bekam sie von einem anderen Händler - also weiß ich leider nicht, wo und wofür sie mal benutzt wurde. Sehr heftigem Gebrauch war das Gerät jedenfalls nicht ausgesetzt, es ist in extrem gutem Zustand.

    Die nach dem Erfinder benannte Marke „Hamann” gehörte ab 1925 zu den Deutschen Telefonwerken. Deren Geschichte begann 1887 in Berlin, nach mehreren Umfirmierungen und Verschmelzungen wurde daraus 1928 die DeTeWe. 1958 wurde die gesamte Rechnerfertigung an SCM (Smith-Corona-Marchant) verkauft. SCM gründete die Hamann GmbH und produzierte dort weiterhin Rechner. DeTeWe wurde inzwischen mehrfach ge- und verkauft, baut aber immer noch Telefonanlagen. SCM hingegen musste in den frühen 70er-Jahren unter dem Ansturm der Elektronik die Rechnerproduktion einstellen, ein Jahrzehnt später endete (wegen der Textverarbeitung per Computer) auch die Produktion der einst berühmten Schreibmaschinen im Konkurs. Heute stellt Smith-Corona, wie sie nun wieder heißt, nur noch Farbbänder, Etiketten und ähnliches Zubehör her.

    Weitere Infos
     
    Hamann
    Manus R
    Seriennummer 47 551

    1953-1959
  • Eingabewerk (mit Kontrollwerk) 9-st.,
  • Umdrehungszählwerk 8-st.,
  • Resultatwerk 13-st.;
  • alle Grundrechenarten,
  • Umschalter für Drehrichtung des U-Werks,
  • Schalter für Additionsmodus,
  • 3 Löschhebel für die drei Werke.
  • Rückübertragung vom R-Werk in die Eingabe,
  • Zehnerübertrag im R- und U-Werk,
  • Kurbel nur in eine Richtung drehbar, Subtraktion per Umschalter,
  • Lösehebel für blockierte Kurbel (die man dann zurück drehen kann),
  • Ziffern im R-Werk direkt einstellbar,
  • nicht mitdrehende Einstellhebel im E-Werk,
  • automatische Korrekturdrehungen bei subtraktiver Division und Wurzelziehen,
  • daher keine Überlaufglocke.
  • Kosmetisch und funktional sehr guter Zustand: Sehr wenige Gebrauchsspuren, alle Hebel, Schalter, Rädchen und die Kurbel sind wunderbar leichtgängig.
    Originalhaube und Kopie der (recht knapp gehaltenen) Originalanleitung vorhanden.

    Rechenmaschine Numeria 7101

    Und wieder für jede Stelle eine eigene Zehnertastatur. Wie bei meinen anderen Volltastatur-Maschinen besteht hier die Möglichkeit, bei jeder Kurbeldrehung das Einstellwerk zu löschen. Deshalb kann auch sie als vollwertige Addiermaschine benutzt werden. Eine Lösung für die Rückübertragung ist auch hier noch nicht gefunden, ein Zehnerübertrag im U-Werk fehlt leider und die Kapazität des U-Werks ist arg begrenzt (andere Modelle der Firma hatten deutlich mehr Stellen in R- und U-Werk). Eine lustige Idee sind die Kommaleisten, die sich drehen lassen - je nach Stellung sind die Kommata und 1000er-Trennungen dann an verschiedenen Stellen. Besonders innen ist diese Maschine aber ganz ungewöhnlich: Hier sind weder klassische Sprossenräder noch Staffelwalzen am Werk, sondern Axial-Sprossenräder - ein Prinzip, das man als Crossover zwischen beidem sehen kann. Offenbar wollte man dem Monroe-Typ (mit geteilten Staffelwalzen) möglichst nahe kommen, ohne deren Patente zu verletzen.
    Diese Maschine wurde um 1956 bei Lagomarsino in Mailand gebaut. Der Preis blieb wieder knapp unter den 600 Mark, das war angesichts der Konkurrenz und ihrer Minimalausstattung eigentlich schon vergleichsweise teuer. Ich bekam diese Maschine aus Oldenburg in Holstein, dort wurde sie in den 60er-Jahren von einem Malermeister z.B. für die Berechnung von Kostenvoranschlägen und Wochenlöhnen genutzt.

    Numeria ist kein einzelner Hersteller, sondern eine Marke, unter der Maschinen verschiedener Hersteller verkauft wurden, meist Geräte von Lagomarsino. Lagomarsino wiederum war ab 1896 erst nur Importeur (z.B. auch für Brunsviga), baute aber ab 1937 dann selbst Rechenmaschinen. Die ersten Numerias wurden 1940 von eine Firma namens SICMU produziert, kurz danach übernahm Lagomarsino schon die Produktion. Heute findet sich keine Spur von Lagomarsino mehr, die Werkshallen an der Viale Umbria in Mailand sind abgerissen oder haben neue Nutzer. In der italienischen Wikipedia steht das Jahr 1970 als Zeitpunkt der Firmenauflösung.
    leergeräumt - die Zifferncodierung ist sichtbar Axial-Sprossenräder, Detail von R- und U-Werk
    Numeria
    7101
    Seriennummer 43645

    1956 - ?
  • Eingabewerk (Tasten ersetzen ein Kontrollwerk) 10-st.,
  • Umdrehungszählwerk 6-st.,
  • Resultatwerk 14-st.;
  • alle Grundrechenarten,
  • Schalter für Additionsmodus,
  • Zählerschieber (schützt die 1 ganz links vor Löschung = provisorischer Zähler),
  • Löschtaste für die Eingabe, Löschkurbel für R- und U-Werk (je nach Drehrichtung).
  • Zehnerübertrag nur im R-Werk.
  • Kosmetisch mäßiger und funktional guter Zustand: Neben harmlosen Stoßstellen auch einige größere Lackschäden (z.T. mit Rostansätzen) an der Karosserie, die sich auch wegen des Schrumpflacks nur ungenügend reinigen ließ, Kurbel total abgestoßen und daher blank geschliffen (wird irgendwann wieder grün lackiert ... aber ich überlege noch, ob die ganze Karosserie neu lackiert werden soll); alles funktioniert wieder einwandfrei, nachdem ich sie fast völlig zerlegt, innen gereinigt, den Zählerschieber erneuert, die Wagenstange und -verkleidung gerade gebogen und eine ausgehängte Feder des Zehnerübertrags gerichtet habe.
    Originalhaube und -anleitung fehlen, daher Kurzanleitung selbst geschrieben.

    Rechenmaschine Contex 10

    Und hier wieder eine Zehntasten-Maschine mit der „modernen” Tasten-Anordnung - diesmal eine, die alle vier Grundrechenarten (so einigermaßen) beherrscht. Sie hat keine Staffelwalzen oder Sprossenräder, sondern Zahnsegmente. Ähnlich wie bei der Precisa 103 dient hier ein „Stiftschlitten” (oder „Pinbox”) der Umsetzung der Eingabe: Die Tasten setzen Stiftchen im verschiebbaren Schlitten, beim Druck der Rechentaste werden die Zahnsegmente von diesen Stiften (je nach Ziffer in den verschiedenen Stellungen) festgehalten, beim Loslassen der Rechentaste greifen die Zahnsegmente dann in die Zahlenrädchen und drehen sie entsprechend weit.
    Die Maschine ist mit viel Kunststoff innen wie außen auf Transportfähigkeit und niedrigen Preis hin gebaut, vergleichsweise leicht (knapp unter 3 kg) und damit eine Art früher Taschenrechner (für sehr, sehr große Taschen: 25x20,5x10cm³). Das U-Werk hat hier nur eine einzige Stelle, abgekürzte Multiplikation und additive Division sind daher nicht möglich. Die subtraktive Division ist dafür halbautomatisch und damit recht fehlersicher - allerdings muss man das Ergebnis Stelle für Stelle aufschreiben. Gut gelöst sind (wie bei der Numeria) Addition und Subtraktion mit automatischer Löschung der Eingabe - so macht das Addieren langer Zahlenkolonnen fast wieder Spaß. Das ist eine Maschine für Kaufleute, nicht für Physiker oder Astronomen.
    Dieses Exemplar hat noch die große Nulltaste, die später etwas verkleinert wurde, um einer „Ganz nach links”-Taste (für die Division) Platz zu machen. Der Seriennummer nach stammt sie aus dem Jahr 1961, damals kostete so eine Maschine knapp unter 500 Mark. Sie stammt aus der kaufmännischen Verwaltung eines Tankstellen-Filialisten in Dortmund.

    Contex produzierte in Gentofte (Dänemark) von 1945 bis 1974 in großen Stückzahlen einige wenige Modelle hand- und motorgetriebener Addier- und Rechenmaschinen mit vielen neuartigen Details. Damit bediente man vor allem den Nischenmarkt für transportable Geräte äußerst erfolgreich. Als die Elektronik ihren Siegeszug antrat, versuchte man noch per Eigenentwicklung und Zukauf in diesem Markt Fuß zu fassen, doch vergeblich: 1977 taucht schon kein Contex-Rechner mehr in den einschlägigen Katalogen auf. Contex wurde letztlich von Ricoh aufgekauft, Firma und Marke gibt es immer noch: Heute baut man dort Großformat-Farbscanner.
    Download: Infos zu allen Contex-Maschinen (PDF)
    Pinbox gross
    Zahnsegmente und Pinbox
    Contex
    10
    Seriennummer 450971

    1957 - 1972
  • Eingabewerk (ohne Kontrollwerk) 10-st.,
  • Umdrehungszählwerk 1-st.,
  • Resultatwerk 11-st.;
  • alle Grundrechenarten,
  • Tasten für Löschung des R-Werks, Erhalt des E-Werks, Divisionsmechanik, Negativwert und Tabulatoren, Schieber zur Löschung der Eingabe.
  • Statt Kurbel eine Drucktaste mit kurzem Weg,
  • Eingabe wird bei Addition und Subtraktion automatisch gelöscht,
  • Hilfsschablone für die Kommastellen,
  • Zehnerübertrag im R-Werk,
  • einstelliges U-Werk mit schwarzen und roten Zahlen (je nach Rechenart abzulesen und zu notieren).
  • Kosmetisch mäßiger und funktional guter Zustand: Oberschale (Kunststoff) gut erhalten, Unterseite (Metall) stark abgestoßen, Zifferntasten teils etwas abgenutzt. Gummifüße durch neue ersetzt. alles funktioniert wieder einwandfrei (... nach erheblichem Wartungsaufwand: die lange Nichtbenutzung hinterließ viele schwergängige Rädchen und Stifte, vor allem in den höheren Stellen).
    Originalhaube (leicht beschädigt) und -anleitung vorhanden, hat inzwischen einen schönen (nicht originalen) Tragekoffer.

    Rechenmaschine Brunsviga 20

    Dieses Modell einer „klassischen” Sprossenrad-Maschine wurde fast 30 Jahre lang gebaut. In den 30er-Jahren war es eine der am weitesten entwickelten Maschinen, bis zum Ende der Brunsviga-Produktion blieb das Modell fast unverändert. Es hat eine sehr hohe Kapazität und viele Extras, die die Bedienung vereinfachen oder besondere Rechnungen möglich machen. Dadurch aber auch die schwerste meiner Maschinen: 12,5 kg! Hersteller ist wieder Brunsviga - oder damals noch Grimme, Natalis & Co. Die Seriennummer datiert dieses Gerät hier auf 1948 oder 1949. Listenpreis damals: 1055 Mark! Mich hat sie dann 45 € gekostet, als der Haushalt des Vorbesitzers (ein bekannter Turnvereins-Vorsitzender und Lehrer aus Idstein) aufgelöst wurde.

    Auf dieser Maschine hat sich der Büromaschinen-Händler mit einem aufwendigen Metallschildchen verewigt. Es war die Firma Berg in bester Frankfurter Lage (heute ist links das Architekturmuseum, rechts das Museum für Kommunikation), die gibt es heute jedoch auch nicht mehr.

    Weitere Infos
    U-Werk, Kontrollwerk, Sprossenzahnräder
    Brunsviga
    20
    Seriennummer 230471

    1934 - 1963
  • Eingabewerk (mit Kontrollwerk) 12-st.,
  • Umdrehungszählwerk 11-st.,
  • Resultatwerk 20-st.;
  • alle Grundrechenarten,
  • 3 Löschhebel und ein Gesamtlöschhebel für die drei Werke.
  • Rückübertragung vom R-Werk in die Eingabe (Eingabelöschhebel dazu weiter durchziehen),
  • Ziffern im R-Werk direkt einstellbar,
  • Rote Ziffern im U-Werk, wenn erste Kurbeldrehung negativ ist,
  • Zehner-Übertrag im U-Werk vollständig, im R-Werk nur über 15 Stellen,
  • 10+10-Splittung des R-Werks möglich - dann kann die rechte Hälfte separat gelöscht werden und die linke Hälfte z.B. als Speicher dienen.
  • Kosmetisch passabler, funktional sehr guter Zustand: Nullen und einige andere Ziffern des Kontrollwerks deutlich ausgebleicht, einige größere Stoßstellen am Gehäuse und eines der Gummirädchen am R-Werk ist sehr spröde, aber keinerlei Rost und keine Ölverharzungen, die Probleme machen könnten (das ist das häufigste Problem dieser Geräte). Sie war innen extrem eingestaubt - das ließ sich jedoch gut beheben und hat glücklicherweise die Leichtgängigkeit aller Sprossen, Hebel und Gestänge nicht beeinträchtigt: Immer noch sehr leichter Lauf der Kurbel und aller Einstellschieber.
    Originalhaube und -anleitung fehlen, daher einen schönen, angemessen massiven Kasten gebaut; von Herrn Weiss (www.mechrech.de - ein ganz großes DANKE!); eine Anleitung - sogar mit Beispielen zur Lösung quadratischer Gleichungen - als PDF erhalten und ausgedruckt.

    Rechenmaschine Original-Odhner 27

    Dies hier ist die bislang älteste meiner „klassischen” Sprossenrad-Maschinen. Sie wurde 1940 gebaut und ist in der typischen Farbe der damaligen Zeit gehalten: Bis weit in die 40er-Jahre hinein waren praktisch alle Rechen- und Schreibmaschinen schwarz. Ihre Rechenkapazität ist durchschnittlich, es gibt weder Zehnerübertrag im U-Werk noch ein Einstellkontrollwerk - die abgekürzte Multiplikation ist also unmöglich und das Ablesen der eingestellten Zahl macht etwas Mühe. Über die Mindestausstattung hinaus geht nur der Zehnerübertrag - das Modell 27 ist tatsächlich die erste Odhner-Maschine, die den jemals hatte. Damit wurden dann Kettenrechnungen ohne neu eingegebene Zwischenergebnisse möglich.
    Rechenmaschinen mit relativ einfacher Ausstattung (oder auch geringerer Kapazität) waren recht weit verbreitet, weil sie etwas preiswerter angeboten werden konnten als diejenigen mit allen Extras. Für dieses Modell kenne ich bislang nur einen Neupreis aus Schweden: 330 Kronen (das waren etwa 270 Reichsmark - in Deutschland waren die importierten Maschinen vermutlich deutlich teurer).

    Das etwas seltsame „Original” im Firmennamen hat einen guten Grund. Der schwedische Entwickler W.T.Odhner war derjenige, der um 1870 herum das Sprossenrad zur Produktionsreife brachte und entsprechende Patente anmelden konnte. Ab etwa 1890 baute er in St.Petersburg die ersten Maschinen, verkaufte aber schon bald auch Lizenzen an andere Hersteller. Einige dieser Lizenznehmer (z.B. Brunsviga und Triumphator) wurden mit äußerlich sehr ähnlichen Maschinen wirtschaftlich schnell so erfolgreich, dass Odhner schon 1907 das „Original” vor den Namen setzte.
    Während der Oktoberrevolution wurde die Firma enteignet und die Sowjets bauten nun (mit den vorhandenen Maschinen und dem vorhandenen Wissen der Arbeiter) baugleiche Rechenmaschinen auf „volkseigene” Rechnung. Odhners Sohn verließ Russland und gründete „Original-Odhner” in Göteborg neu. 1942 wurde Odhner von Atvidaberg Industries („Facit”) aufgekauft, Produktion und Marke blieben jedoch erhalten. Auch elektromechanische Addier- und Buchungsmaschinen wurden gebaut. 1973, als Facit von Electrolux gekauft wurde, wurde auch bei Odhner die Produktion der mechanischen Rechner eingestellt. Noch bis 1990 wurden erst für Elektrolux, dann für Ericsson Plattenspieler und elektrische/elektronische Bauteile hergestellt, dann war endgültig Schluss.

     
    zerlegt - rechts das gebrochene Teil Diese Maschine kam als Wrack. Von schlimm zu harmlos war das: Der massive rechte Seitenträger war gebrochen, der Schlitten blockierte ab Stelle 4 nach links, der Einstellring der 10er-Stelle war sehr schwergängig, der Kurbelgriff und der Knopf der Rückübertragung fehlten. Innen war sie millimeterhoch voll undefinierbarem Schmier und die Gummifüße hatten sich in zähen Klebstoff verwandelt. Trotz alle dem hat sie auch da noch - etwas hakelig - gerechnet!
    Nach dem Zerlegen, Reinigung im Benzinbad und mit der Zahnbürste, Kleben des Seitenträgers, Verlängerung der Kurbelsperre, Nachfeilen und Polieren der Schlittenführung, Zusammensetzen, Knöpfeschnitzen und Anschrauben neuer Gummifüße ist nun fast alles o.k. - lediglich an die Trommel habe ich mich noch nicht gewagt, und vielleicht findet sich ja auch ein schönerer Kurbelgriff...
    Original-Odhner
    27
    Seriennummer 169635

    1938 - 1947
  • Eingabewerk (mit Kontrollwerk) 10-st.,
  • Umdrehungszählwerk 8-st.,
  • Resultatwerk 13-st.;
  • alle Grundrechenarten,
  • 2 Löschkurbeln für U- und R-Werk.
  • Rückübertragung vom R-Werk in die Eingabe,
  • Zehner-Übertrag nur im R-Werk
  • Rote Ziffern im U-Werk, wenn erste Kurbeldrehung negativ ist,
  • Löschung des E-Werks über Knopf rechts (oder Schieber auf dem Frontblech) und Hauptkurbel.
  • Kosmetisch guter und funktional passabler Zustand: Nur wenige Kratzer und Stoßstellen, bis auf das in den unteren Stellen stark blankgegriffene Deckblech sehen die Bleche noch recht gut aus, Kurbelgriff und Rückübertragungshebel ersetzt, die 10er-Stelle ist noch immer etwas schwergängig, alle anderen Schieber, Hebel und Kurbeln laufen schön leicht.

    Rechenmaschine Rokli 7R

    Ein ausgereiftes Gerät der späteren Jahre mit allen damals üblichen Extras: Nur die häufig zu findende Standardkapazität 10/8/13, doch recht gut ausgestattet mit Einstellkontrolle, kompletten Zehnerüberträgen und Rückübertragung.
    Diese Maschine ist ein echter Kellerfund und sammelte dort viele Jahre lang Staub, daher ist ihre frühere Verwendung unbekannt. Die beiden netten Damen, die sie mir verkauften, vermuten jedoch, dass ein Verwandter sie aus seinem Büro beim Maschinenhersteller Naxos Union mit nach Hause brachte, nachdem sie dort nicht mehr gebraucht wurde (das war wohl auch jemand, der funktionierende Sachen nicht einfach wegwerfen wollte). Gebaut wurde die Maschine 1955 oder 1956, der Preis lag ziemlich sicher wieder knapp unter der 600 Mark-Grenze (die zugekaufte Nachfolgemaschine 7RS kostete auch wieder 598 Mark). Sie ist deutlich weniger aufwendig beschriftet als das im Rechnerlexikon gezeigte prachtvolle Exemplar aus früheren Jahren - ich vermute dahinter eine Maßnahme, um die Produktionskosten zu senken.

    Rokli steht für Robert Kling - einen Hersteller aus Oberbiel bei Wetzlar, der ab 1918 Kugellager herstellte (damals noch in Wetzlar) und 1949 in die Rechnerproduktion einstieg, weil die Kugellagerherstellung von den Siegern des 2. Weltkriegs verboten wurde. Schon neun Jahre später wurde die Produktion wieder eingestellt, stattdessen kaufte man fünf Jahre lang Schubert-Maschinen (z.B. wie die folgende) zu und verkaufte die unter dem eigenen Firmennamen. Dann begann man im belgischen Zweigwerk wieder mit der Produktion elektromechanischer Addiermaschinen und Registrierkassen und kaufte auch wieder Rechenmaschinen anderer Hersteller zu: Unter der neuen Marke „Kling” gab es z.B. eine schrill-orange Rechenmaschine, die eindeutig vom jugoslawischen Hersteller Calcorex stammt (und technisch recht fortschrittlich ist - sie hat feststehende Einstellhebel), ja sogar elektronische Tischrechner wie diesen von Brother gebauten. 1974 kaufte FAG Kugelfischer die Firma auf, spätestens da endeten Rechenmaschinen-Produktion und -Verkauf. Heute heißt die Firma dort IBC Wälzlager GmbH und stellt immer noch Kugellager aller Art her.
      alle Werke und Getriebe
    Rokli
    7R
    Seriennummer 013031

    ca.1950 - 1958
  • Eingabewerk (mit Kontrollwerk) 10-st.,
  • Umdrehungszählwerk 8-st.,
  • Resultatwerk 13-st.;
  • alle Grundrechenarten,
  • Umschalter für Drehrichtung des U-Werks,
  • 3 Löschhebel für die drei Werke.
  • Rückübertragung vom R-Werk in die Eingabe,
  • Zehnerübertrag im R- und U-Werk.
  • Kosmetisch guter und funktional sehr guter Zustand: Einige Stoßstellen, Zahlenreihen der „1Mark”- „10Pfennig”- und „1Pfennig”-Stellen durch häufige Benutzung etwas abgegriffen. Die Gummifüße waren spröde und mussten ersetzt werden. Das lange Einstauben hat die Leichtgängigkeit nicht merklich beeinträchtigt, eine gründliche Reinigung und etwas Öl waren alles, was nötig war. Die unglaublich hässliche, sanitärgrüne Schlittenfreigabetaste habe ich aber schwarz eingefärbt :)
    Originalhaube und -anleitung nicht vorhanden, daher (wie üblich) eine Kurzanleitung geschrieben.

    Rechenmaschine Schubert DRV

    Eine ganz ähnliche Maschine, ebenfalls mit der Standardkapazität 10/8/13, sehr sorgfältig verarbeitet, gut ausgestattet mit Extras, aber auch schon mit vielen Plastikteilen innen und z.T. außen.
    Vielleicht auch wegen dieser Plastikteile blieb der Preis dieser Maschine 1959 gerade noch unter den „magischen” 600 Mark - eine Preisgrenze, die wegen der Möglichkeit der sofortigen Abschreibung existierte (erst Ende der 60er-Jahre stieg die Abschreibungsgrenze dann auf 800 Mark, was bis 2017 - dann als 410 € - konstant blieb). Elektromechanische Vierspezies-Maschinen waren damals um den Faktor Drei bis Vier teurer, die im folgenden Jahrzehnt allmählich häufiger werdenden elektronischen Geräte kosteten anfangs nochmal doppelt so viel. Da griff doch viele Jahre lang so mancher lieber noch zur Kurbel...
    An den Preisen lässt sich hier auch gut der endgültige Siegeszug der Elektronik sehen: 1973 kostete diese Maschine immer noch 660 Mark (nun netto - denn da gab es schon die MWSt.), 1974 wurden die Restbestände für 210 Mark verramscht, 1975 gab es kein Angebot von Schubert mehr.
    Diese Maschine stammt aus einem Büro bei toom/REWE. Das genaue Baujahr ist unklar, die grünen Hebelchen und die Seriennummer lassen eine Zeit um 1960 vermuten. Der extrem gute Erhaltungszustand der Maschine liegt vielleicht mit daran, dass sie Anfang der 60er-Jahre eigentlich schon fast ein Fehlkauf gewesen wäre - um diese Zeit stiegen die meisten Firmen bereits auf die schnelleren elektrischen Maschinen mit mehr Funktionen um, sofern sie sich das leisten konnten - und REWE war bestimmt finanziell gut genug situiert dafür.
    Robert Kling hat diese Maschine zwischen 1959 und 1963 übrigens auch verkauft - dort hieß sie „Rokli 7RS”.

    Der Konstrukteur Emil Schubert lernte sein Handwerk beim Rechenmaschinen-Hersteller „Triumphator” und produzierte ab 1911 in eigener Firma („Thales”) Rechenmaschinen, für deren fortschrittliche Konstruktionsmerkmale er eine ganze Reihe Patente erhielt. 1936 wurde er (wegen „politischer Unzuverlässigkeit”!) aus seiner Firma gedrängt, doch er gründete schon bald eine neue Firma unter eigenem Namen und baute wieder neue Rechenmaschinen. Die Konstruktion der DRV stammt noch von ihm, den Produktionsbeginn hat er leider nicht mehr erlebt. Die Firma gibt es heute noch, sie stellt Werkzeugmaschinen her.

    Weitere Infos
    viel Plastik!
    Schubert
    DRV
    Seriennummer 154277

    1953 - 1973
  • Eingabewerk (mit Kontrollwerk) 10-st.,
  • Umdrehungszählwerk 8-st.,
  • Resultatwerk 13-st.;
  • alle Grundrechenarten,
  • Umschalter für Drehrichtung des U-Werks,
  • 3 Löschhebel für die drei Werke.
  • Rückübertragung vom R-Werk in die Eingabe,
  • Zehnerübertrag im R- und U-Werk,
  • wahlweise gemeinsame Löschung von U- und R-Werk,
  • Schlittentabulator doppelt (für optionale Einhandbedienung).
  • Kosmetisch und funktional sehr guter Zustand: Das Gehäuse sieht fast wie am ersten Tag aus, null Rost, keinerlei Verharzungen - eine gut gelagerte und gepflegte Maschine!
    Eine gründliche Reinigung, etwas Öl für den Schlitten und neue Schmierung der Hauptwelle waren alles, was nötig war. Sehr leichter Lauf aller Teile.
    Originalhaube vorhanden, Originalanleitung nicht - letztere gab es aber im Internet zum Nachdrucken.

    Rechenmaschine Schubert DRV

    Ahemmm, ja - davon habe ich tatsächlich zwei. Der Sohn eines Bilanzbuchhalters aus Hamburg hat die Rechenmaschine, die sein Vater um 1960 herum benutzte, bei ebay angeboten und keiner wollte einen vernünftigen Preis bieten. Da konnte ich einfach nicht nein sagen...
    Auch diese DRV, Baujahr ca. 1959, ist wieder in gutem Zustand und sehr leichtgängig. Die paar Maschinen, die ich mal auf Flohmärkten ausprobieren konnte, liefen ebenfalls wunderbar leicht. Das könnte Zufall sein, doch ich vermute es hat - natürlich neben guter Pflege durch die Vorbesitzer - auch damit zu tun, dass Schubert damals Wert auf richtig gute Arbeit gelegt hat. Auch andere Sammler berichten von der guten Verarbeitung der Maschinen.
         
    Schubert
    DRV
    Seriennummer 147108

    1953 - 1973
  • Eingabewerk (mit Kontrollwerk) 10-st.,
  • Umdrehungszählwerk 8-st.,
  • Resultatwerk 13-st.;
  • alle Grundrechenarten,
  • Umschalter für Drehrichtung des U-Werks,
  • 3 Löschhebel für die drei Werke.
  • Rückübertragung vom R-Werk in die Eingabe,
  • Zehnerübertrag im R- und U-Werk,
  • wahlweise gemeinsame Löschung von U- und R-Werk,
  • Schlittentabulator doppelt (für optionale Einhandbedienung).
  • Kosmetisch und funktional ebenfalls sehr guter Zustand. Eine gut gepflegte Maschine! Einmal innen gründlich reinigen (vor allem die eingestaubten Nuller), neu schmieren und einen verbogenen Schlittenhebel wieder gerade biegen - das war's. Originalhaube fehlt.

    Rechenmaschine Original-Odhner 239

    In den letzten Jahren der handbetriebenen Maschinen versuchte man, mit „modernen” Formen und günstigen Preisen (sprich: oft billigen Materialien und schlechter Vearbeitung) der Konkurrenz der elektrischen (und dann auch der elektronischen) Geräte standzuhalten.
    Diese Maschine hier zeigt das auch: Ihre fast schon futuristische Keilform wurde von den damals sehr gefragten Designern Bernadotte und Bjørn entworfen. Von billiger Verarbeitung kann aber keine Rede sein: Die Maschine wirkt sehr solide, nichts wackelt und sie funktioniert auch nach über einem halben Jahrhundert immer noch einwandfrei und beeindruckend leichtgängig.
    Die Seriennummer deutet auf ein Baujahr um 1958. Damals und auch noch zehn Jahre später kostete so ein Gerät etwas unter 500 Mark. Trotz dieses vergleichsweise günstigen Preises war das Modell 239 das damalige Spitzenmodell der Firma: Die „39” steht für Zehnerübertrag im Umdrehungszählwerk, Rückübertragung und Einstellkontrolle. Auch sie hat jedoch nur die fast schon standardmäßige 10/8/13-Kapazität.
    Von wem und wo die Maschine mal benutzt wurde ist mir leider nicht bekannt. Viel benutzt wurde sie jedenfalls nicht - dafür sieht sie zu gut aus.
    Ach ja: Diese Maschine ist es, die mich mit dem Rechner-Virus infiziert hat...

    Infos zum Hersteller bei der Odhner 27.

    Weitere Infos
    alle Werke und Sprossenzahnräder
    Original-Odhner
    239
    Seriennummer 883439

    1955 - 1968
  • Eingabewerk (mit Kontrollwerk) 10-st.,
  • Umdrehungszählwerk 8-st.,
  • Resultatwerk 13-st.;
  • alle Grundrechenarten,
  • 2 Löschkurbeln für U- und R-Werk.
  • Rückübertragung vom R-Werk in die Eingabe,
  • Zehnerübertrag im R- und U-Werk,
  • Löschung des E-Werks über Schieber und Hauptkurbel.
  • Kosmetisch und funktional sehr guter Zustand: Gummifüße altersgemäß etwas hart, bis auf kleinste Stoßstellen sieht das Gehäuse fast wie neu aus, auch hier wieder kein Rost und keine Verharzungen.
    Ein wenig Öl und alles lief wieder „wie geschmiert”.
    Originalhaube und -anleitung vorhanden, kommentierte und erweiterte Anleitung als PDF und Ausdruck vorhanden. Die Maschine ist inzwischen auf einem einfachen Holzbrett montiert und besitzt einen - stilgerecht alten - Koffer als Transportbehälter.

    Rechenmaschine Walther WSR160

    Das erfolgreichste (daher auch heute noch beim bekannten Auktionshaus mit den vier Buchstaben recht häufig angebotene) und zugleich letzte Modell der handbetriebenen Walther-Maschinen: WSR für "Walther Schnellrechenmaschine" und "16" wegen der hohen Kapazität im R-Werk (die Null hintendran kann ich nicht erklären - vielleicht klingt „160” einfach besser als „16”?). Diese hier stammt aus dem Jahr 1960.
    Im Vergleich zu den vorigen Maschinen hat sie wieder eine etwas höhere Kapazität und einige Verbesserungen in der Bedienung. Darunter am wichtigsten sind wohl die feststehenden Einstellhebel. Das hier ist eines der Spitzengeräte der Maschinen des „Odhner-Typs”.
    Anfangs war sie für knapp 600, später 700 Mark zu haben - elektromechanische Vierspezies-Maschinen dieser Zeit waren deutlich teurer (und größer, und lauter, und nicht sofort abschreibbar).

    Walther fing 1886 als Büchsenmacherei an und stellte ab 1924 auch Rechenmaschinen her (schon ab 1929 auch elektromechanische, ab 1970 auch elektronische, bis 1971 trotzdem auch noch die WSR160) und konnte damit in den beiden Nachkriegszeiten überleben. Bis 1945 war die Fabrik in Thüringen, nach dem Krieg wurde sie in Württemberg wieder aufgebaut. Die als eigene Firma abgespaltene Büromaschinen-Fertigung konnte Mitte der 70er-Jahre trotz (oder wegen?) ihrer hochwertigen elektronischen Geräte nicht mehr mit der billigen japanischen Konkurrenz mithalten - heute baut Walther wieder nur Waffen.

    Weitere Infos
    alle Werke und Sprossenzahnräder
    Walther
    WSR 160
    Seriennummer 152531

    1955 - 1971
  • Eingabewerk (mit Kontrollwerk) 10-st.,
  • Umdrehungszählwerk 8-st.,
  • Resultatwerk 16-st.;
  • alle Grundrechenarten,
  • Umschalter für Drehrichtung des U-Werks,
  • 2 Löschhebel für die drei Werke (U- und R-Werk gemeinsam, optional auch einzeln).
  • Rückübertragung vom R-Werk in die Eingabe,
  • komplett durchgehender Zehnerübertrag im R- und U-Werk,
  • optionaler Schlittenrücklauf beim Löschen,
  • Ziffern in R-Werk direkt einstellbar,
  • nicht mitdrehende Einstellhebel im E-Werk.
  • Kosmetisch guter und funktional sehr guter Zustand: Ganz kleine Lackschäden an einigen Kanten, zwei Füße hatten keine Gummis mehr und wurden ersetzt, eine fehlende Plastikkappe durch Schrumpfschlauch ersetzt; nicht verharzt und schön leichtgängig.
    Im U-Werk waren einige Zahnräder zählaufend, ebenso ein Zahnrad im Kontrollwerk und die Löschwahlhebelchen - das ist dank WD40, Reinigung und etwas gutem Maschinenöl nun behoben.
    Originalhaube vorhanden, zwei Anleitungen (aus unterschiedlichen Jahren, beide im Web zu finden) nachgedruckt.

    Rechenmaschine Facit C1-13

    Diese Maschine hat nun Tasten statt Einstellschieber. Nur zehn Tasten (hier ein Layout, das von Dalton entwickelt wurde) reichen für alle Stellen, weil die Sprossenräder auf einer verschiebbaren Achse laufen und Stelle für Stelle nacheinander eingestellt werden. Das schont die Finger und ermöglicht schnellere Eingaben, doch leider fallen dadurch die oben genannten, schönen „Tricks” der klassischen Sprossenrad-Maschinen weg. Außerdem konnte man bei dieser Bauart lange noch keine Rückübertragung realisieren.
    Das Modell wurde in Schweden entwickelt, dieses Exemplar aber im Facit-Zweigwerk in Düsseldorf gebaut. Die Konstruktion wirkt solide und wertig (auch hier stammt das Gehäusedesign von Bernadotte). Eine Blende hält unbenutzte Stellen im Eingabewerk unsichtbar und wegen der durchschnittlichen Kapazität muss kein Schlitten hin und her bewegt werden.
    Diese Maschine tat ihren Dienst im Forstamt Wittlich, wie auch die Badenia TH13 weiter oben. Sie ist jedoch ungefähr ein Jahrzehnt jünger: Mit diesem Gehäuse wurde die C1-13 von 1960 bis 1964 gebaut. Sie kostete damals seltsame 612 Mark.
    Die C1-13 wird oft als die als letztes gebaute handbetriebene Rechenmaschine der Welt genannt: In Indien soll sie noch bis 1982 hergestellt worden sein (dort dann allerdings mit einem eckigen Plastikgehäuse). Ich konnte das bisher nicht verifizieren - vielleicht hat man dort auch einfach nur Restbestände als „Neuware” verkauft?

    Unter der Marke „Facit” verkaufte Alex Wibel aus Stockholm ab 1918 Rechenmaschinen vom Odhner-Typ. 1924 (andere Quellen sagen 1922) kaufte AB Atvidaberg Industrier aus der gleichnamigen Ortschaft die Firma auf und machte Facit im nächsten halben Jahrhundert zur wohl erfolgreichsten europäischen Marke solcher Maschinen - auch wegen der fortschrittlichen Konstruktion: Schon ab 1932 wurden nur noch Maschinen mit Zehner-Tastatur gebaut. Im Laufe der Zeit wurden weitere schwedische Hersteller wie z.B. Original-Odhner, Halda (Schreibmaschinen) und Addo aufgekauft, die Produktpalette um weitere Büromaschinen und -möbel erweitert. 1965 wurde auch hier der Marken- zum Firmennamen, die Firma und die Profite wuchsen bis 1970 stetig weiter. Der große Erfolg der mechanischen Rechner ließ Facit dann aber offenbar den Trend zur Elektronik verschlafen - und das, obwohl Facit um 1960 kurzzeitig sogar eine eigene Mainframe-Produktion (mit dem zeitweise schnellsten Computer der Welt) hatte. Von einem Facit-Entwicklungschef der 60er-Jahre stammt der verhängnisvolle Ausspruch „Nie wird eine elektronische Rechenmaschine die hochwertigen mechanischen Rechenmaschinen von Facit ersetzen können”.
    Also geschah, was geschehen musste: Die letzten elektromechanischen Facit-Rechner wurden 1972, die letzten handbetriebenen Maschinen 1977 gebaut. Auch der Verkauf elektronischer Rechner von Hayakawa(Sharp) und Omron unter eigenem Namen rettete die Marke nicht mehr: 1973 wurde die ins Trudeln geratene Firma dem Elektrolux-Konzern einverleibt und zerschlagen, die einzelnen Zweige wurden an verschiedene Firmen (u.a. an Ericsson) verkauft. 1998 erlosch die Marke vollständig. Als Rechtsnachfolger galt PartnerTech AB, doch auch die sind seit 2015 wieder an Scanfil plc verkauft...

    Weitere Infos
    alle Werke und die Sprossenradtrommel
    Facit
    C1-13
    Seriennummer A-282227

    1957 - 1967
  • Eingabewerk (mit Kontrollwerk) 9-st.,
  • Umdrehungszählwerk 8-st.,
  • Resultatwerk 13-st.;
  • alle Grundrechenarten,
  • Tabulatortaste (E-Werk nach ganz links für Division),
  • 3 Löschhebel für die drei Werke.
  • Zehnerübertrag im R- und U-Werk,
  • Anzeige für Drehsinn des U-Werks.
  • Kosmetisch guter und funktional sehr guter Zustand: Gehäuse nur mit leichten Gebrauchsspuren, alles funktioniert leichtgängig und einwandfrei. Bis es so weit war, war allerdings etwas Arbeit und viel WD40 nötig: Das Innere war so extrem verharzt, dass sich zuerst absolut nichts mehr bewegte (WD40 verwende ich nur ungern und sehr sparsam, weil es oft auch Farben u.ä. anlöst - und nach einiger Zeit verharzt es gerne selbst wieder). Einige Ziffern der Sprossenrad-Walze waren aus unbekanntem Grund abgeschliffen - die musste ich nachmalen.
    Originalhaube und -anleitung fehlen, daher Anleitung (leider nur englisch) aus dem Internet heruntergeladen und nachgedruckt.

    Rechenmaschine Mesko KR-19S

    Eine Sprossenrad-Maschine mit gleichem Konstruktionsprinzip und der gleichen Tastenanordnung wie die Facit 1-13, allerdings mit größerer Kapazität und daher wieder mit Schiebewagen. Das Gerät schreit förmlich „Ostblock!” wegen des - für unsere Sehgewohnheiten - recht grobschlächtigen Designs, der teils billigen Materialien und der extrem einfachen, andererseits aber sehr massiven und damit robusten Bauweise. Und tatsächlich ist diese Maschine ein um 1960 in Polen gebauter „Klon” der Facit C1-19. Ob dafür eine Lizenz von Facit erworben wurde, wage ich zu bezweifeln.
    Sie stammt aus einer Bäckerei in Halle-Diemitz - damit hat der Bäckermeister möglicherweise nicht nur die Buchhaltung gemacht, sondern auch seine Rezepturen gerechnet. Eigentlich wäre das etwas „Overkill” gewesen - Maschinen mit derart großer Kapazität waren eher für Ingenieurbüros oder wissenschaftliche Einrichtungen gedacht. Doch wahrscheinlich war die Bäckerei nicht der Erstnutzer und bekam da ein „abgelegtes” und recyceltes Gerät: Der Schlitten hat eine andere Seriennummer (33703) eingestanzt als auf dem Typenschild steht, also sind hier wohl ein intaktes Chassis und ein intakter Schlitten aus zwei defekten Maschinen zusammengeschraubt worden.

    Auch hier wieder Bezüge zur Waffenfabrikation: Mesko war ab 1924 eine staatliche Munitionsfabrik und später ein bedeutender Hersteller von Industriemaschinen und Haushaltsgeräten (z.B. auch für Bauknecht). Nach einigen Umbenennungen und Umstrukturierungen ist Mesko heute vor allem wieder ein wichtiger Hersteller von Munition und Raketensystemen.

    Weitere Infos
    Sprossenrad-Trommel
    Mesko
    KR-19S
    Seriennummer 33726

    ca. 1958 - 1965
  • Eingabewerk (mit Kontrollwerk) 10-st.,
  • Umdrehungszählwerk 10-st.,
  • Resultatwerk 19-st.;
  • alle Grundrechenarten,
  • Tabulatortaste (E-Werk nach ganz links für Division),
  • 3 Löschhebel für die drei Werke.
  • Zehnerübertrag im R- und U-Werk,
  • Anzeige für Drehsinn des U-Werks.
  • Kosmetisch und funktional sehr guter Zustand: Ganz wenige Stoßstellen, eine verdeckte Stelle ohne Lack, alles funktioniert leichtgängig und einwandfrei. Die Divisionstaste wieder korrekt funktionieren zu lassen hat mich allerdings einige Stunden Schrauberei gekostet - dabei war's nur ein ausgehakter Schieber. Man soll halt nie Abdeckungen öffnen, unter denen lose Federchen oder Hebelchen lauern könnten!
    Die Maschine hatte im Originalzustand keine Stellennummerierung, was die Kommafindung sehr erschwerte . Nun hat sie eine.
    Originalhaube und -anleitung fehlen, daher bekam sie eine selbstgeschneiderte Staubschutzhaube spendiert; Kurzanleitung (wie immer natürlich auch mit einem Wurzelzieh-Algorithmus) selbst geschrieben.

    Rechenmaschine Facit CM2-16

    Diese Maschine war die erste Vierspezies-Maschine von Facit mit der heute üblichen Tasten-Anordnung. Und bei ihr wurde nun endlich auch eine technische Lösung für die Rückübertragung gefunden - und das dann sogar aus beiden Werken! Sie war deshalb - trotz des hohen Preises von ca. 850 Mark - eines der erfolgreicheren Modelle der Firma und ist auch heute noch häufiger im Internet-Auktionshaus mit den vier bunten Buchstaben zu finden. Dieses Exemplar wurde 1960 gebaut.
    Mit dieser Maschine dürfte die Spitze der Entwicklung handbetriebener Maschinen erreicht worden sein. Gelegentlich wurde die gleiche Technik etwas später noch in moderner aussehende Plastikgehäuse gepackt, aber es gab es bei den handbetriebenen Maschinen nun keine technischen Weiterentwicklungen mehr (nur bei den elektrisch angetriebenen Maschinen versuchte man noch einige Zeit, der vordringenden Elektronik Paroli zu bieten...).


    Infos zu allen Facit-Maschinen
    Zustand vorher...
    die bewegliche Trommel
    Facit
    CM2-16
    Seriennummer 1004683

    1959 - 1967
  • Eingabewerk (mit Kontrollwerk) 11-st.,
  • Umdrehungszählwerk 9-st.,
  • Resultatwerk 16-st.;
  • alle Grundrechenarten,
  • 2 Tabulatortasten (für Division / für Rückübertrag),
  • 3 Löschhebel für die drei Werke.
  • Rückübertragung aus R- oder U-Werk in die Eingabe,
  • Zehnerübertrag im R- und U-Werk,
  • Anzeige für Drehsinn des U-Werks.
  • Kosmetisch passabler und funktional sehr guter Zustand: Einige Stoßstellen, vordere Gummifüße hart, hintere Gummirollen mussten ersetzt werden, unter den Tasten war etwas Flugrost - aber alles funktioniert (wieder...) einwandfrei und leichtgängig.
    Originalhaube und -anleitung fehlen, daher Anleitung aus dem Web herunter geladen, ergänzt und nachgedruckt.
    Schon früh wurden Kurbeln und Hebel durch Elektromotoren ersetzt, um die Rechengeschwindigkeit zu steigern und den Kraftaufwand zu verringern. Diese elektromechanischen Rechner waren teurer (und oft sehr laut), aber auch schneller zu bedienen. Die Hersteller wetteiferten darum, immer neue Maschinen mit weiteren Extras auf den Markt zu bringen. Gegen Ende der Entwicklung gab es Geräte mit zusätzlichen Speicherwerken, automatischer Division, automatischer Multiplikation, vereinzelt sogar mit automatischem Wurzelziehen. Das waren dann Maschinen aus mehreren tausend Präzisionsteilen, die in aufwendigster Arbeit zusammengesetzt werden mussten und viel regelmäßige Wartung brauchten (und an deren Reparatur ich mich nicht wagen könnte).

    Doch auch einfachere Maschinen wurden mit Motor angeboten, um schneller rechnen zu können. Vor allem bei den Addiermaschinen setzten sich spätestens in den 60er-Jahren die elektrischen Geräte durch...

    Addiermaschine Olympia AM 209

    Eine Maschine dieses Typs stand ab 1971 auf dem Schreibtisch meines Vaters. Sie ersetzte eine alte Addo-X, deren Mechanik blockiert hatte. Weil sie nicht so gut multiplizieren konnte wie die Addo-X wurde sie durch die Tröger Rechenscheibe ergänzt: Mit der Olympia wurde (für Rechnungen, Inventuren etc.) addiert, subtrahiert und gedruckt, mit der Trögerscheibe wurde (für Handelsspannen, Preisaufschläge usw.) multipliziert und dividiert.
    Die Funktionen sind immer noch die gleichen wie bei der Olympia 192-030 (dort auch mehr Infos zur Firma). Aber hier gibt es statt Handhebel einen Motor, was das Rechnen kräfteschonender und schneller macht. Rechen- und Druckwerk bestehen fast völlig aus Kunststoff-Zahnrädern und -Hebeln, eine einzige Achse trägt alle rotierenden Teile. Die Tastendrücke werden direkt mit Bowdenzügen auf den Stiftschlitten übertragen. Da auch das Gehäuse vollständig aus Kunststoff („Novodur” = Hart-PVC) ist, ist die Maschine relativ leicht.
    Diese Maschine ist nicht unsere von damals. Sie stammt aus einem ehemaligen Lebensmittelgeschäft, verkauft wurde sie 1974 von Papierfix in Landau - diesen Bürohändler gibt es auch heute noch.

    Die AM 209 ist die letzte mechanische Maschine von Olympia, die in Serie produziert wurde. Sie lässt ganz deutlich den Versuch erkennen, mit preisgünstigster Produktion der vordringenden Elektronik etwas entgegen zu setzen. Das gelang allerdings nicht mehr: Während der mehrjährigen Entwicklungszeit waren die Preise der Elektronik so rasant weiter gefallen, dass der Verkaufspreis von anfangs 349 Mark, später knapp 300 Mark nicht wirklich preiswerter war als die zu dieser Zeit angebotenen elektronischen Rechner. Ein wirtschaftlicher Erfolg war das Modell daher nicht mehr.

    Download: Weitere Infos (PDF)
    Die Bowdenzüge
    Innenleben mit viel Plastik
    Olympia
    AM 209
    Seriennummer 51-0172749

    1971 - 1974
  • Eingabewerk 8-st.,
  • Saldierwerk 9-st.;
  • Addition, Subtraktion, Zwischensumme, Summe,
  • R-Taste für Weiterverwendung der eingetippten Zahl (während + / - gedrückt halten),
  • Nichtrechentaste,
  • Korrekturtaste.
  • Keine Anzeige, stattdessen Ausdruck auf Papierstreifen,
  • ohne Ein-/Ausschalter!
  • Kosmetisch und funktional sehr guter Zustand: Nur minimale Gebrauchsspuren (Gerät wirkt auf den ersten Blick neuwertig), alles funktioniert perfekt (nachdem der festgerostete Hebel der R-Taste - die einzige Roststelle am ganzen Gerät - gelöst war). Die meisten Schaumstoffstreifen im Inneren (zur Lärmdämmung) waren marode und wurden von mir ersetzt, ebenso das Farbband. Nur die Papierrollen zeigen das Alter der Maschine - die sind reichlich vergilbt.
    Originalhaube und -anleitung vorhanden - und sogar der originale Umkarton mit Versandaufklebern von Olympia Braunschweig und ein Lieferschein vom 11.5.1974.
    Ganz egal ob hand- oder motorbetrieben, ob Sparversion oder Superausstattung, ob Sprossenrad, Staffelwalze oder Schaltklinke: Ab 1961 kamen die ersten ANITAs und bald auch deren „Kollegen” in die Büros und machten binnen kurzer Zeit alle Arten mechanischer Rechenmaschinen obsolet. Nur die Rechenschieber und Logarithmentafeln hielten sich noch einige Zeit in den Ingenieurbüros, Forschungseinrichtungen, Schulen und Universitäten, weil die frühen elektronischen Geräte noch zu wenige Funktionen hatten.

    Doch die integrierten Schaltkreise der elektronischen Rechner wurden allmählich immer kleiner, leistungsfähiger und preiswerter. Am 12. Juli 1972 startete der Verkauf des Hewlett-Packard HP-35, der alles (insbesondere Logarithmen, Potenzen und Trigonometrie) genauer und schneller rechnete als die Rechenschieber - allerdings kostete er anfangs noch knapp 400 Dollar. Am 13. Juni 1976 erschien dann mit dem TI-30 der erste wissenschaftliche Taschenrechner, der weniger kostete als ein üblicher Rechenschieber (25 Dollar). Diese wurden damit fast über Nacht wertlos und verschwanden schnell. Das gleiche Schicksal ereilte die Logarithmentafeln.
    Neben ihren Vorteilen bringen die modernen Tisch- und Taschenrechner aber auch Nachteile mit sich: Das mangelnde Gefühl für Genauigkeit und das, was man da eigentlich rechnet hatte ich schon erwähnt. Jedem Display wird vollkommen vertraut - z.B. macht kaum noch jemand einen Überschlag im Kopf, ob das Angezeigte auch stimmen kann. Doch Tippfehler (und Einheitenverwechslungen) gibt es nun mal, hin und wieder werden die dann fatal...

    Tischrechner Facit 1131

    So einen Rechner (nein, das ist keine „Maschine” mehr) haben wir nie benutzt. Ich zeige ihn hier trotzdem als Beispiel: Zum einen für die frühe Elektronik, die den Untergang der mechanischen Rechner einleitete, zum anderen dafür, wie auch große Rechenmaschinen-Hersteller mit einer vielleicht damals zwingenden, aber letztlich erfolglosen Strategie versuchten, in der Elektronik Fuß zu fassen.
    Zugegeben: Ich wollte das Gerät auch haben, weil ich die Anzeigen mit Nixie-Röhren einfach wunderschön finde.
    So ganz früh in der Entwicklungsreihe der elektronischen Rechner steht der Facit 1131 allerdings nicht. Er wurde ab 1970 gebaut, also neun Jahre nach den ersten ANITAs. Für seine Zeit ist er ein Mix aus alt und neu: Die „Nixies” waren 1970 schon eher etwas altmodisch und wurden damals durch die grünen Digitron- oder die roten LED-Anzeigen abgelöst. Im Inneren werkeln aber schon die damals modernen „LSIs”, also Chips mit mehreren tausend Transistoren (zum Vergleich: Heutige Spitzen-Notebooks haben Prozessoren mit mehreren Milliarden Transistoren). Die Tastatur wiederum hat noch das alte Addiermaschinen-Layout mit „Plusgleich”- und „Minusgleich”-Tasten und die Benutzung ist für heutige Gewohnheiten reichlich umständlich (z.B. müssen Konstantenoperationen über Schieber eingegeben werden, führende Nullen werden in der Anzeige nicht unterdrückt und Fließkomma kennt der Rechner auch noch nicht).

    Facit hat das Gerät nicht selbst gebaut, sondern wie alle elektronischen Kleinrechner zugekauft. Der wirkliche Hersteller ist die Sharp Corporation, von der Facit ab 1966 (damals hieß Sharp noch Hayakawa) fast alle Geräte bezog. Hayakawa/Sharp verkaufte nahezu baugleiche Rechner („Sharp Compet”) zwar auch selbst, nutzte aber in den ersten Jahren gerne das gute Vertriebsnetz von Facit.
    Andere Hersteller mechanischer Rechenmaschinen trafen ähnliche Vereinbarungen mit anderen japanischen Elektronikproduzenten, nur wenige versuchten sich an eigener Herstellung. Das geschah gar nicht so sehr wegen fehlender eigener Kompetenzen in Sachen Elektronik, sondern vor allem weil die Herstellung der frühen elektronischen Geräte noch aufwendigste Handarbeit - und damit in Europa (und eigentlich auch in den USA) praktisch unbezahlbar - war. Die japanischen Löhne hingegen waren damals konkurrenzlos günstig.
    Durch die ICs fielen die nötigen Arbeitsschritte und damit die Herstellungskosten allerdings ab Mitte der 60er-Jahre drastisch: Die ersten Tischrechner kosteten noch mehrere tausend $, 1966 waren es ca. 1.300 $ und 1970 nur noch ca. 500 $ - also bereits weniger als das, was man für elektromechanische Geräte mit ähnlichen Funktionen verlangte. Da war es dann bereits zu spät zum Umsteuern: Nun hatten die großen Hersteller der elektronischen Rechner einen nicht mehr einholbaren Vorsprung und drängten schnell die meisten alten Rechenmaschinen-Hersteller (auch die japanischen!) vom Markt. Der Konkurrenzkampf unter den Elektronikherstellern ließ dann letztlich auch dort nur wenige große Unternehmen bis heute bestehen. Sharp gehört dazu und ist heute immer noch einer der Marktführer.
    Nur in den USA lief das ein wenig anders: Dort achtete der Staat (vor allem die Militärs) stets darauf, das damalige Fast-Monopol der Chip-Fertigung und andere Kompetenzen in der Elektronik möglichst lange im Land zu halten...
    Youtube-Video LSI-Chips unter der Platine - so weit wollte ich nicht aufschrauben
    Facit
    1131
    Seriennummer 3101209

    1970-1972
  • Anzeigeregister 12-st.,
  • Rechenregister,
  • Saldierender Speicher;
  • Grundrechenarten.
  • Eingabe- und Gesamtlöschung getrennt,
  • Wahlschieber für 0, 1, 2, 3, 4 oder 6 Nachkommastellen,
  • ein Schieber speichert die Art der Konstantenoperation und erhält den Wert im Rechenregister,
  • „Nixie”-Anzeige mit 12 Hitachi CD80P und einer HI501,
  • Chipsatz noch nicht ermittelt...
  • Kosmetisch und funktional sehr guter Zustand: Tasten mit leichten Benutzungsspuren, am Gehäuse keine Stoßstellen oder Kratzer; funktioniert (nach dem Säubern der erst etwas zäh gehenden Null-Taste) einwandfrei.
    Originalhaube und -anleitung fehlen, neue Anleitung von mir geschrieben. DANKE an Serge Devidts von Calcuseum.com für eine vierseitige Broschüre mit Kurzanleitung!

    Taschenrechner Interton PC2008

    Der aller-allererste elektronische Rechner in unserem Haushalt kam 1973, kostete damals „nur noch” 150 Mark und sollte eigentlich die Rechenscheibe ersetzen.
    Es ist kein Zufall, das genau zu dieser Zeit viele der hier genannten Firmen, z.B. auch Tröger, Schubert oder Facit/Odhner, die Produktion einstellten (oder zumindest auf andere Produkte umschwenkten). Das erste Vorführen dieses (heute primitiv anmutenden) Taschenrechners in der Schule führte zu einem Massenauflauf von Mitschülern und Lehrern. So etwas hatte da noch keiner gesehen: Alle vier Grundrechenarten binnen Sekundenbruchteilen auf acht Stellen, die Eingabe super einfach - und alles wog weniger als ein gutes Pausenbrot! Es war kein Wunder, dass alle mechanischen Vierspezies-Maschinen so schnell wertlos wurden.
    Die Rechenscheibe wurde allerdings einstweilen noch nicht überflüssig, denn der Taschenrechner blieb in meiner Schultasche.
    Eine eigene „=”-Taste gibt es hier immer noch nicht, eine Wurzeltaste fehlt auch - aber in der Betriebsanleitung wird erklärt, wie man mit dem Heron'schen Näherungsverfahren Quadratwurzeln ziehen kann (das Toepler-Verfahren klappt hier natürlich nicht mehr).
    Dieser Rechner ist nicht das Exemplar, das ich 1973 (bei Saturn Frankfurt) gekauft habe, das ist leider verschollen. Er stammt von einem Bankmitarbeiter, den ihn all die Jahre immer noch als Reserve-Rechner herumliegen hatte. Immer wieder schön, dass auch manch Anderer funktionierende Geräte nicht wegwerfen kann!

    Die Firma Interton gibt es übrigens immer noch - sie macht heute nur noch das, was sie vor einigen Taschenrechnern (und einer einigermaßen erfolgreichen Spielekonsole) auch schon gemacht hat: Hörgeräte!

    Weitere Infos
     
    Interton
    PC2008
    Seriennummer 245016

    1973 (- ?)
  • Anzeigeregister 8-st.,
  • Rechenregister,
  • Konstantenspeicher;
  • Grundrechenarten, Prozent, Promille.
  • Eingabe- und Gesamtlöschung getrennt,
  • Wahl zwischen Fließkomma und 2 Nachkommastellen,
  • Konstante abschaltbar,
  • LED-Anzeige,
  • Chipsatz: TMR012, 2x SN75491, CA3082 - und dazu ganze 5 Transistoren!
  • Kosmetisch guter und funktional sehr guter Zustand: im Batteriefach leichte Säureschäden und die vier Gummifüße haben sich alle in Wohlgefallen aufgelöst; Funktion perfekt.
    Originalhülle und -anleitung vorhanden.

    Taschenrechner Privileg SR54NC

    Drei Jahre nach Erscheinen des HP-35 bekam ich meinen ersten vollwertigen wissenschaftlichen Taschenrechner: Das „SR” im Namen steht für „Slide Rule” - und diese Taschenrechnergeneration mit ihren vielen Funktionen und niedrigen Preisen war es dann auch, die das Ende der Rechenschieber besiegelte. Den genauen Preis weiß ich nicht mehr, doch es waren sicher keine 150 Mark, sondern eher ein Drittel. Rechenschieber waren fast genau so teuer, konnten aber so viel weniger, dass sie gar keine Konkurrenz mehr sein konnten.
    In Konkurrenz stand dieses Gerät jedoch ganz sicher zu den damals führenden Taschenrechnern von Hewlett-Packard. Es hat ebenfalls UPN als Eingabelogik, durch einen damals revolutionären Chipsatz bietet es noch mehr Leistung und Funktionen. Manche dieser Funktionen rechnen hier noch mehrere Sekunden lang (unter irrem Display-Geflacker), doch die Genauigkeit ist schon erstaunlich hoch: arcsin (arccos (arctan (tan (cos (sin (9) ) ) ) ) ) ergibt hier 8.99999614252, was massiv genauer ist als die damaligen HP-Rechner (die kommen nur auf 9.004076644) und immer noch eine Stelle genauer als der vergleichsweise viel jüngere Casio fx-82 weiter unten.
    Es sind insgesamt nur fünf Rechnermodelle (plus zwei Klone) mit diesem Chipsatz bekannt. Er hat sich trotz seiner Leistungsfähigkeit nicht durchgesetzt, vermutlich wegen der UPN-Eingabelogik: Die ist zwar wesentlich besser, beim Benutzen muss man aber - zumindest anfangs - etwas mitdenken. Sowas geht natürlich gar nicht!

    „privileg” war die Technik-Marke des Versandhauses Quelle. Dort wurde auch eine Unzahl von Rechnern verschiedenster Hersteller angeboten. Wer diesen hier gebaut hat? Der Rechner ist in Funktionen und Tastenbelegung jedenfalls baugleich mit dem Corvus 500. Das Gehäuse dagegen deutet eher auf Commodore.
    Quelle war einmal der Primus unter den europäischen Versandhäusern. Die in Millionenauflagen gedruckten, mehrere cm dicken Kataloge prägten Käuferverhalten, Stil und Mode in Westdeutschland. Doch auch hier wurde der Erfolg wohl zum Verhängnis, denn die Trends der Zeit (Online-Handel, Shoppingcenter und flexible Preise statt Katalog, Kaufhaus und Fixpreise) wurden verschlafen. Der Untergang kam, als nach der Fusion mit den Karstadt-Kaufhäusern das Management von Kriminellen übernommen wurde, die den Konzern ausbluteten und das „Tafelsilber” (die Immobilien) billig an ihre Kumpane verschoben. Karstadt-Quelle rutschte immer tiefer in die roten Zahlen, das endete 2009 im größten Konkurs der bundesdeutschen Geschichte. Die Marken Quelle und privileg gibt es aber noch: Der einstmals größte Konkurrent Otto (der ab 2019 auch auf Kataloge verzichtet) sicherte sich die Markenrechte und betreibt nun Quelle.de mit im wesentlichen gleichem Sortiment wie otto.de (Taschenrechner gibt es dort auch), privileg wurde an Whirlpool weiterverkauft, die unter der Marke vor allem Haushaltsgeräte vertreiben.

    Weitere Infos
    Platine, Chipsatz
    Privileg
    SR54NC


    1975
  • 4 Stackregister (eines davon für die 12-stellige Anzeige zuständig),
  • 11 Speicher (davon 4 für statistische Berechnungen und 1 als „Last x”);
  • Grundrechenarten, Prozent, Delta-Prozent, Pi, Winkelfunktionen, Hyperbelfunktionen, 10er- und natürlicher Logarithmus, Quadratwurzel, Potenzen, Fakultät, Kehrwert, Mittelwert, Standardabweichung, 2-dimensionale Statistik, Umrechnungen: Deg/Rad/Grd, XY-/Polar-Koordinaten, °C/°F. l/gal, cm/in, kg/lb - und dazu überall wo es sinnvoll ist die Umkehrfunktionen!
  • „Umgekehrte Polnische Notation” mit 4 Stapeln als Eingabelogik mit Stapelrotation, X-Y-Austausch, Last x und Vorzeichenwechsel,
  • LED-Anzeige mit 12 Stellen,
  • Chips: Mostek MK50075N, MK50104P, MK50103N.
  • Kosmetisch passabler, funktional sehr guter Zustand: Gummifüße völlig zerfallen und entfernt, Typenschild fehlt, weil ich es bereits als Schüler durch eine Liste wichtiger Formeln ersetzt hatte. Originalakkus tot und ebenfalls entfernt, Netzanschluss innen provisorisch neu verdrahtet damit er auch ohne Akku läuft (Betrieb mit 3 AA-Batterien oder -Akkus ist weiterhin möglich). Alle Funktionen laufen einwandfrei, ein einzelner Leuchtpunkt eines Segmentes ist tot.
    Die Originalhülle wurde damals schon marode, als passender Ersatz fand sich das Etui eines ... ehrlich! ... Rasierwasser-Geschenksets :); Original-Anleitung (mit handschriftlichen Korrekturen) vorhanden.

    Tischrechner Ibico 1217

    Das war dann endlich der Ersatz für Addiermaschine und Rechenscheibe: Der erste elektronische Tischrechner im Geschäft meiner Eltern.
    Solche Geräte wurden damals schnell Standard in den Büros. Mindestens im kaufmännischen Bereich sind sie das auch heute noch, weil sich Alltagsrechnungen damit schneller und komfortabler rechnen und ausdrucken lassen als am Computer. Es gibt daher immer noch eine große Zahl verschiedener Tischrechner mit verschiedensten Funktionen. Dieser hier war für damalige Verhältnisse recht gut ausgestattet und sein Funktionsumfang übertrifft alles, was elektromechanische Automaten jemals geboten haben (nur die Wurzelfunktion fehlt hier).

    Ibico („Inter Binding Corporation”) hat diesen Rechner sicher nicht selbst produziert - das Gerät sieht gar zu sehr nach Sanyo (heute Teil von Panasonic) oder TEAL als Hersteller aus. Die „Inter ...” wurde 1998 von der „General Binding Corporation” (GBC) gekauft. Im Netz gibt es Ibico nur noch als Firma in Karachi, Tischrechner sucht man dort aber vergebens. Dennoch gibt es auch heute noch Ibico-Tischrechner neu zu kaufen, wer auch immer die heute produziert (manchmal werden sie auch als GBC-Tischrechner angeboten). Das Handelsregister im Kanton Basel-Land führt eine Ibico GmbH in Allschwil, in Gelnhausen soll es einen weiteren Firmensitz geben - alles weist jedoch immer wieder auf GBC und auf Leitz-ACCO. Man kommt bei all dem Kaufen, Verkaufen, Aufspalten und Verschmelzen gar nicht mehr hinterher mit den Firmen. Vielleicht werden heute ja alle Tischrechner der Welt in einer Fabrik gebaut und nur noch mit verschiedenen Schildchen beklebt?
      Digitron-Röhre, Platine, Chipsatz
    Ibico
    1217
    Seriennummer 6 05268

    1976
  • Anzeigeregister 12-st.,
  • Rechenregister,
  • Konstantenspeicher,
  • saldierender Speicher;
  • Grundrechenarten, Prozent, Postenzähler.
  • Registeraustausch, Wahl von 0-6 Nachkommastellen (kein Fließkomma!), 5/4-Rundung, Konstante und Speichersaldo an-/abschaltbar,
  • Digitron-Anzeige mit 12 Stellen,
  • Chips: Sharp LI2004, LI2005, 3x Sanyo B1288, Hitachi HD3233P, Toshiba 4358P (die letzten beiden für die Anzeige),
  • Drucker ist ein Epson Model 310 mit schwarz-rot-Druck.
  • Kosmetisch mäßiger, funktional sehr guter Zustand: Gehäuse stark vergilbt, Kommataste mit leichten Sprüngen; alle Funktionen und Anzeige immer noch einwandfrei.
    Originalhaube und -anleitung vorhanden (beide etwas zerfleddert), bessere Anleitung selbst geschrieben.

    Tischrechner Rebell Euro-Print 12

    In den Funktionen ähnlich wie der vorige, doch zwei Jahrzehnte jünger: Die LCD-Anzeige ist wesentlich stromsparender, das Gerät ist viel kleiner, mit Batterien betreibbar und daher portabel. Der Drucker ist allerdings deutlich schlechter. Diesen Rechner kauften wir für das Ausrechnen der Inventuren im eigenen Laden (das dauerte dann so ungefähr zwei Wochen - das bald danach eingeführte Warenwirtschaftssystem brauchte dann noch etwa zwei Stunden, später ungefähr noch 10 Sekunden). Ich benutze ihn derzeit immer noch hin und wieder als Taschenrechner auf dem Wochenmarkt. Die Euro-Umrechnung braucht man nun nicht mehr - es würde auch zu traurig machen, z.B. unsere Brotpreise in DM umzurechnen...
    Im ganzen, weiten Netz habe ich dazu keine Info gefunden - kein einziges Bild, keine Anleitung, keine Angaben zu Verbrauchsmaterialien. Inzwischen habe ich immerhin herausgefunden, welcher Drucker drin ist.

    Rebell (die Marke gibt es auch heute noch, sie wurde aber von der tschechischen Moravia aufgekauft) hat diesen Rechner nicht gebaut, sondern als OEM-Ware vertrieben - daher weiß ich nichts über den wirklichen Hersteller. „Made in China” sagt das Etikett ... und an den Chip komme ich leider nicht heran, weil die Platine ins Gehäuse geklebt ist :(

    Rebell im Web - leider ohne Supportseite
     
    Rebell
    Euro-Print 12


    1998
  • Anzeigeregister 12-st.,
  • Rechenregister,
  • Konstantenspeicher,
  • saldierender Speicher;
  • Grundrechenarten, Prozent, Mark-Up, Umrechnung zwischen zwei Währungen.
  • komfortable Endziffernkorrektur für die Eingabe (auch bei Ergebnissen einsetzbar), Wahl von 0-6 Nachkommastellen oder Fließkomma, Wahl von Auf-/Ab-/5/4-Rundung,
  • LCD-Anzeige mit 12 Stellen,
  • Chipsatz nicht ohne Zerstörung zu ermitteln,
  • Drucker ist ein (sehr langsamer) Alps PTMFL63 mit Gummi-Typenkette,
  • durch die dafür optimale Art der automatischen Konstantenspeicherung können per Näherungsrechnung Quadrat- und Kubikwurzeln (und theoretisch alle weiteren ganzzahligen Wurzeln) sehr einfach berechnet werden.
  • Kosmetisch und funktional sehr guter Zustand: Im Drucker war eine Halterung des Elektromotors gebrochen, der wird nun mit einem Plastikkeil innen so am Gehäuse fixiert, dass alles wieder perfekt funktioniert.
    Originalhülle und -anleitung fehlen, als Hülle dient nun ein genau passender Stoffbeutel („Vietnam Airlines”!), eine Anleitung (vermutlich ausführlicher als die originale) selbst geschrieben :)

    Taschenrechner Genie 510

    Für Notfälle immer im Marktwagen: Ein einfacher Winzrechner (mit nur 33 g und 9,5 x 6 x 0,5 cm³ fast schon Scheckkartenformat). Rechner dieser Klasse sind Massen- und Wegwerfware - fast so häufig wie Kugelschreiber und oft ebenso billig gebaut. Aber dieser Zwerg wirkt vergleichsweise solide, hat etwas mehr als die Minimalausstattung und eine ganz passable Tastatur. Er wird immer noch als Neuware angeboten, und das wohl schon seit Jahren. Speicher und alle Funktionen sind in einem Chip integriert - der stammt offenbar von Xerox (der Rechner wird bei Amazon auch als Staples 120 und mit Aufdruck „Xerox 120” verkauft).

    Genie ist eine aktuell aktive Firma für Büroartikel in Wiesbaden. Sie tritt auch als Hersteller sehr unterschiedlicher Taschenrechner auf, doch kauft offensichtlich alles bei diversen chinesischen Herstellern ein - oder wie man das heute vornehm ausdrückt: Sie lässt die Geräte „in Lohnfertigung” herstellen.

    Genie im Web - leider ohne Supportseite
    Platine
    Genie
    510


    ? - 2018
  • Anzeigeregister 8-st.,
  • Rechenregister,
  • Konstantenspeicher,
  • saldierender Speicher;
  • Grundrechenarten, Prozent, Quadratwurzel, Vorzeichenwechsel.
  • LCD-Anzeige mit 8 Stellen,
  • Chipsatz? Auf der Platine steht XRX-120-8...
  • Speicher- und Konstantenverwaltung auch hier geeignet, um sogar Kubikwurzeln relativ einfach zu berechnen.
  • Kosmetisch und funktional praktisch neuwertig. Anleitung fehlt (eigentlich verzichtbar, weil die Tasten fast selbsterklärend sind), daher selbst eine geschrieben.

    Taschenrechner Casio fx-82SOLAR

    Zum Vergleich ein wissenschaftlicher Taschenrechner, den es auch heute (Stand 2018) noch neu zu kaufen gibt - und das seit weit über einem Jahrzehnt! So etwas ist heute eine seltene Ausnahme.
    Der Rechner ist mit Funktionen gut ausgestattet, aber Speicherausstattung und Genauigkeit sind eher mäßig:
    arcsin (arccos (arctan (tan (cos (sin (9) ) ) ) ) ) ergibt hier 9.000015685, das konnte der Privileg SR54NC schon vier Jahrzehnte früher eine Stelle genauer. Es fehlen also offenbar die nicht angezeigten, aber mitberechneten „Schutzziffern”. Dafür hat er eine richtig gute Solarzelle - nun sind keine Batterien und kein Stromnetz mehr nötig!

    Casio (eine verwestlichte Schreibweise für den Gründer der Firma) wurde 1946 gegründet - also als Japan so ziemlich in Trümmern lag. Bereits 30 Jahre später war die Firma einer der Platzhirsche im Geschäft mit elektronischen Geräten, und heute ist sie das immer noch: Uhren, Taschenrechner, Musikinstrumente, Kameras und vieles mehr werden gebaut.

    Weitere Infos
     
    Casio
    fx-82SOLAR


    2000 - 2018
  • Anzeige, 6 interne Rechenregister, saldierender Speicher,
  • Grundrechenarten, Prozent, Pi, Winkelfunktionen, Hyperbelfunktionen, 10er- und natürlicher Logarithmus, Quadrat- und Kubikwurzel, Potenzen, Fakultät, Kehrwert, Permutationen, Kombinationen, „Zufalls”zahl, 1-dimensionale Statistik mit 6 Ergebnissen, Umrechnungen: Deg/Rad/Grd, XY-/Polar-Koordinaten, Sexagesimal-/Dezimal-Winkel - und dazu überall wo es sinnvoll ist die Umkehrfunktionen!
  • Kann mit Brüchen und Grad-Minuten-Sekunden rechnen,
  • X-Y-Austausch, Stellenkorrektur und Vorzeichenwechsel,
  • LCD-Anzeige mit 10+2 Stellen,
  • Auf der Platine steht RCA500384-001V03 - das ist wohl der Chip?
  • Kosmetisch und funktional sehr guter Zustand: Alles praktisch neuwertig, nur auf der Hülle ein paar leichte Kratzer.
    Hardcover vorhanden, Anleitung von der Casio-Webseite herunter geladen (bravo, Casio!) und ausgedruckt.
    Wie geht's wohl weiter mit dem Rechnen und der Rechentechnik?
    Inzwischen werden ja selbst die einfachen Taschenrechner schon langsam zur „Technik von gestern”, denn jedes Smartphone hat einen besseren Rechner integriert.
    Und mein Eindruck ist, dass selbst die immer weniger benutzt werden: Immer weniger Leute rechnen noch selbst. Das macht stattdessen der Computer im Büro oder der Computer des Lieferanten: Ein Eintrag in die Excel-Tabelle, fertig. Ob's stimmt? Egal!
    Selbst in den Naturwissenschaften und im kaufmännischen Bereich wird deutlich weniger selbst gerechnet als z.B. vor 50 Jahren - in ersterem entwickelt man eher mal Computermodelle und lässt das dann „laufen” (wenn das Ergebnis nicht gut ausschaut, kann man ja noch die Vorgaben anpassen), in letzterem geben Hersteller meist fertige Preisempfehlungen vor und die Filialisten haben ohnehin feste Preisvorgaben aus der Zentrale. In den Kassen wird meist nur noch eingescannt und (sofern überhaupt noch bar gezahlt wird) sogar das Wechselgeld wird angezeigt - auch hier rechnet keiner mehr.
    Ob in den Schulen, im Handwerk und den Ingenieurbüros heute noch so viel wie früher gerechnet wird, entzieht sich hingegen meiner Kenntnis...

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