Thales C

Deutschland gebaut von 1914 bis 1940

S.Nr. 8854
Baujahr ca. 1920
27,5 cm breit, 12,5 cm tief, 10 cm hoch
5,4 kg
Zustand 2/2:
  • Gehäuse wieder ansehnlich, Sockel noch unbearbeitet und Ziffern etwas matt, Kommaschieber nicht original
  • die Sprossenräder laufen nach 100 Jahren immer noch einwandfrei, alles funktioniert; die Negativzählung im ZW erfordert aber etwas Kraft und das Zugband zieht den Schlitten nicht ganz zuverlässig (das liegt am seitlichen Zug, der den Schlitten etwas verkantet )
Anleitung fehlt noch
  • Eingabewerk: 9stellig, 9 Schieber, ohne Einstellkontrolle, außenliegender Löschkamm
  • Zählwerk: 8stellig, mit Zehnerübertrag, je nach erster Kurbeldrehung unterschiedliche Zählrichtung, Löschschraube
  • Resultatwerk: 13stellig, vollständiger Zehnerübertrag, Löschschraube
  • für alle Grundrechenarten
  • gefedertes Zugband am Schlitten, für Division einzuhängen
  • Kurbel in beide Richtungen drehbar
  • Entsperrhebel für die Kurbel-Drehrichtung
Die „C“ ist das Grundmodell der Thales-Sprossen­rad-Modelle mit Zehnerübertrag im Zählwerk und mittlerer Kapazität. Darauf bauen die Modelle CE (mit Einstellkontrolle), CR (mit Rück­übertragung), CER (mit beidem) und CES (mit Einstellkontrolle und Speicherwerk) auf.
Dieses Exemplar hat noch eine ganz frühe Schlittenmechanik und den Schlitz der alten Löscheinrichtung, aber schon den später üblichen drehenden Löschkamm. Als Besonderheit gibt es zum einen ein Zugband mit starker Feder, wie man es sonst eher von Schreibmaschinen kennt. Das kann man zur Division in den Schlitten einhängen, ein Druck auf die Schlittentaste führt dann schon zur Stellenver­schiebung. Eine Einstellsperre fehlt noch, d.h. während des Kurbelns können sich die Sprossenräder verstellen.
Die zweite große Besonderheit ist eine seltsame Mechanik, die je nach erster Kurbeldrehung das Zählwerk auf Plus- oder Minuszählung stellt: Dazu wird nicht (wie später üblich) der Einzahn auf andere Drehrichtung geschaltet, sondern bei einer ersten „negativen“ Kurbeldrehung werden seitlich verschiebbare Segmente mit neun Zähnen in jeder Stelle so verschoben, dass jeweils 99999999 abgezogen wird - was das Gleiche ist wie 1 dazu zu zählen. Das erfordert dann allerdings viel Kraft und erhöht den Verschleiß. Ist die erste Kurbeldrehung dagegen „positiv“, dann bleiben diese Segmente ohne Kontakt zu den Ziffernrädchen, nur in der ersten Stelle dreht ein Einzahn das Rädchen um eins weiter. Löschen des Zählwerks setzt diese Mechanik dann in Wartestellung zurück.

Einzahn und Zahnsegmente:

Flugrost an fast allen Metallteilen entfernt, Schlosskasten repariert und nachlackiert, Feder der Drehrichtungssperre nachgespannt, Zugbandhalter gerade gebogen, ausgebrochenes Ziffernrad neu aufgebaut, Schlitten und Deckblech nachlackiert, fehlende Kommaschieber ersetzt.

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