Comptometer H

USA gebaut von 1920 bis 1926
>
S.Nr. 232615
Baujahr ca. 1924
27 cm breit, 38 cm tief, 14,5 cm hoch
9,6 kg
Zustand 2/1:
  • guter Gesamteindruck, aber viele kleine Gebrauchsspuren
  • funktioniert sehr leichtgängig
Anleitung im Internet gefunden
  • Eingabewerk: 10stellig, 90 Tasten, Sicherung gegen unvollständigen Tastendruck
  • Resultatwerk: 11stellig, vollständiger Zehnerübertrag (für Subtraktionen stellenweise abschaltbar), Löschhebel
  • nur Addition, aber mit besonderen Verfahren alle Grundrechenarten möglich
Die Comptometer von Felt&Tarrant wurden schon 1884 erfunden und sind damit der Urahn aller „key-driven adding machines“. Burroughs und andere haben das dann kopiert. Schon der Tastendruck (genauer: das Loslassen) bewirkt das Summieren zur Anzeige, was diese Geräte bis heute noch zu den schnellsten Addierern überhaupt macht. Es sind „Ein‑Spezies-Maschinen“, denn es gibt bei ihnen keine Vorrichtung zum Subtrahieren. Das geht nur über den Umweg der Ergänzungszahlen, die etwas kleiner auf der Tastatur stehen und die Eingabe einer Korrekturzahl (999...01, eine 0 weniger vor der 1 als der Subtrahend Stellen hat).
Benutzer solcher Maschinen lernten aber in Kursen das gleichzeitige und blinde Eingeben mehrerer Stellen, das Subtrahieren und die ebenfalls recht umständlichen Verfahren für Multiplikation und Division. Dabei wurde Wert darauf gelegt, dass man die Verfahren quasi „im Schlaf“ beherrschte. Diese Verankerung der Abläufe im Unbewussten und die schnelle Mechanik ermöglichten extrem schnelles Rechnen. Absolventen der entsprechenden Kurse waren daher begehrte Mitarbeiter.
Von Serie zu Serie gab es Verbesserungen und Änderungen. Ein frühes Merkmal der Comptometer sind die kleinen Tasten, mit denen man den Zehner­übertrag unterbrechen kann, so wird die Subtraktion deutlich einfacher. Schon ab der F‑Serie hatten die Comptometer eine Sicherung gegen unvollständiges Drücken der Taste: Dann blockiert die Tastatur, bis man die betreffende Taste ganz und danach einen kleinen Löseknopf drückt. Ab der H‑Serie klingelt dann beim ersten Tastendruck nach der Löschung ein Glöckchen, was dem Bediener zeigen soll dass er seine Rechnung auf einer korrekt gelöschten Maschine beginnt. Eine sehr gute Idee sind die Öllöcher, wegen denen die Maschine zur normalen Wartung nicht geöffnet werden muss. Auch da sollte es offenbar schnell gehen!
Comptometer gab es meist mit 8, 10 oder 12 Stellen, häufig auch mit besonderen Tastenreihen für nichtdezimale Währungen. Die Plakette dieses Exemplars ist deutsch beschriftet, die Maschine wurde also damals nach Deutschland exportiert. In den USA kostete so ein Modell etwa 400 $, es dürfte daher in Deutschland deutlich über 1.500 RM gekostet haben. Das war im Vergleich extrem teuer, was die geringe Verbreitung der Comptometer hierzulande erklärt.
Etwas Flugrost vorsichtig abgetragen.
mehr Infos im Infos zum Hersteller mehr Infos bei J.Scherphuis Youtube-Video mit ausführlicher Erklärung der Funktion